GODFATHER OF WRESTLING - The untold story of Tyler McAllister

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  • GODFATHER OF WRESTLING - The untold story of Tyler McAllister

    GODFATHER OF WRESTLING - The untold story of Tyler McAllister

    HAUPTROLLEN
    Tyler McAllister ist eine Legende im Wrestling Business. Als Sohn eines einfachen Farmers und einer High School Lehrerin arbeitete er sich bis zum Wrestlingmogul hoch. Er drängte Vince McMahons World Wrestling Federation und Ted Turners World Championship Wrestling aus dem Geschäft und stieg mit seiner Promotion zum Marktführer auf. Dies ist seine Geschichte.
  • Es war ein herrlicher Sommertag, der die Bewohner in der Kleinstadt Clamington, nahe Dallas im wunderschönen Bundesstaat Texas erfreute. Zu diesem Zeitpunkt war mir das Wetter schon längst egal. Die Rinder hielten sich auf ihren Weiden auf und die Betreiber der Farmen arbeiteten hart um für ihre Familien zu sorgen. In der Stadt trieben sich viele Einwohner herum. Die Hausfrauen, die Lebensmittel von Mr. Wallnik kauften, dem örtlichen Händler. Ein paar Jugendliche saßen mit einem Radio auf einer Bank und hörten Musik. Es war irgendein Country Song von Alan Jackson. Gegenüber im Lokal der Familie Gibson gab es ein Sonderangebot. Hackbraten und ein Getränk um acht Dollar. Der Hackbraten galt als der beste der Stadt und dementsprechend voll war auch das Lokal. Die Kellner hatten allerhand zu tun. Da eine Bestellung, dort eine Bestellung. Es war ein Wunder, dass sie überhaupt noch hinterherkamen. Ganz am nördlichen Ende der Stadt befand sich das „Milton’s“. Eine kleine Bar, die mehr für ihre alkoholhaltigen Getränke und Schlägereien bekannt war. Die meisten anständigen Bürger mieden diese Bar. Man tat sich und seinem Ruf nichts Gutes, wenn man sich dort blicken lassen würde.

    Dort saß ich nun. Ein mitgenommener Mann, der in den letzten Jahren einiges erlebt hatte. Mein ungebügeltes Hemd und die zerzauste Frisur sprachen Bände. Ein Mann, der aufgegeben hatte. Fest hielt ich mein Glas Whiskey in der Hand. Und es war kein besonders guter Whiskey. Damals, in der guten alten Zeit, trank ich nur das Beste. Einen Chivas Regal Royal Salute Whisky oder einen Belvedere Vodka’s Belver Bears um 6000 Dollar die Flasche. Das kratzte mich überhaupt nicht. Ich warf mit dem Geld nur so um mich. Der Whiskey in diesem Glas hingegen war keine 10 Dollar wert. Etwas Besseres konnte ich mir einfach nicht mehr leisten. Man konnte sich also vorstellen, wie groß mein Fall gewesen sein musste. Doch das war nicht immer so. Mir ging es mal so richtig gut. Unrasiert und grimmig sah ich vom Fenster hinaus. Draußen spielten ein paar Kinder, nicht älter als zehn Jahre. Sie spielten Fangen und hatten sichtlich Spaß. Mein Sohn war im selben Alter. Ihn habe ich schon seit Wochen nicht mehr gesehen. Was er wohl gerade trieb? Wie machte er sich in der Schule? Wie gut waren seine Noten? Ich wusste es nicht.

    Ein Mann näherte sich meinem Tisch, ganz hinten in der Ecke. Das war die absolute Ausnahme, denn es gesellte sich nur sehr selten jemand zu meinem Tisch. Ich wollte ganz einfach in Ruhe gelassen werden und Millie, der Barkeeper, wusste das. Der Mann trug einen hochwertigen Anzug und fühlte sich in dieser Bar, in der im Moment vor allem Alkoholiker verkehrten, nicht gerade wohl. Mir war das egal. Entweder wollte er das Interview oder eben nicht. Richtig gehört. Bei dem Mann handelte es sich um einen Reporter. Aber nicht um irgendeinen Reporter, sondern um Mr. Jake Matthews von der Times. Ein angesehener Mann in den Vereinigten Staaten. Viele Monate wollte er schon ein exklusives Interview von mir, in dem ich meine ganze Geschichte erzähle. Von Anfang bis zum Ende. Als ich das Wrestling revolutionierte, in dem ich Vince McMahons World Wrestling Federation und Ted Turners World Championship Wrestling aus dem Business drängte. Und das als einfacher Sohn eines Farmers und einer High School Lehrerin. Sie nannten mich den „Godfather of Wrestling“. Ich hasste diesen Spitznamen und mochte auch die Presse nicht so richtig. Immer wieder versuchten sie aus einem feuchten Furz eine Geschichte zu machen um meinem Business und vor allem mir zu schaden. Lange wollte ich nichts mehr von den Medien wissen. Doch 3000 Dollar bekam ich für dieses Interview. Geld, das ich verdammt gut gebrauchen konnte. Die Farm, die ich nach dem Tod meines Vaters von ihm übernahm, läuft nicht so gut. Damit konnte ich ein paar Schulden abbezahlen und vielleicht ginge sich noch ein nettes Geburtstagsgeschenk für meinen Sohn aus. Mit einem „Mr. McAllister?“ trat Mr. Matthews schließlich an dem Tisch an dem ich saß und ich bejahte. Mit einem erleichterten Seufzer nahm er Platz, direkt gegenüber.

    Matthews
    „Wieso treffen wir uns hier in dieser schäbigen Bar? Wäre es nicht besser gewesen, wenn wir uns in meinem Büro oder bei Ihnen zu Hause getroffen hätten?“

    McAllister
    „Wieso sollte ich in Ihrem Büro aufkreuzen wo doch Sie dieses Interview wollten? Und außerdem will ich keine fremden Leute auf meinem Grundstück haben. Und wieso nicht in dieser Bar? Hier gibt es was zu Trinken. Apropos trinken … was wollen Sie? Whiskey?"

    Matthews
    „Kaffee reicht.“

    McAllister
    „Millie … Kaffee!“

    Wenig später brachte Millie den Kaffee und mir noch ein Glas von seinem billigsten Whiskey.

    McAllister
    „Sie möchten also die ganze Geschichte, mit all den schmutzigen Details hören, wie?“

    Matthews
    „Darum bin ich hier, ja.“

    McAllister
    „Nun gut, dann spitzen Sie mal die Lauscher, denn ich werde Ihnen das nur einmal erzählen, klar?“

    Matthews
    „Vollkommen klar.“

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  • Ja moin, Bruder! Der Anfang ist unlügbar hamma Bombe! Bist du irgendwie beruflich Schreiber oder so? @WCW-Office hat so gar nicht übertrieben, du hast echt Talent. Kannst easy als Buch verticken. :) Ich schwöre dir, ich könnte es mir sogar als Film vorstellen.

    Tyler McAllister ist interessant AF. Er scheint sowas wie Eric Bischoff zu sein, nur mit mehr Erfolg. :D Muss wissen wie es weiter geht. :thumbup:
  • Topgiigo wrote:

    Ja moin, Bruder! Der Anfang ist unlügbar hamma Bombe! Bist du irgendwie beruflich Schreiber oder so? @WCW-Office hat so gar nicht übertrieben, du hast echt Talent. Kannst easy als Buch verticken. :) Ich schwöre dir, ich könnte es mir sogar als Film vorstellen.

    Tyler McAllister ist interessant AF. Er scheint sowas wie Eric Bischoff zu sein, nur mit mehr Erfolg. :D Muss wissen wie es weiter geht. :thumbup:
    Vielen Dank für das positive Feedback. Nein, beruflich mache ich das nun wirklich nicht ^^
    Aber in der Freizeit schreibe ich schon sehr gerne. Nicht nur übers Wrestling, sondern auch über andere Themen.
    Wie Eric Bischoff, nur mit mehr Erfolg? Nun ja, warte mal die Geschichte von meiner Hauptfigur ab, dann kannst du es besser beurteilen ;)
    Ich werde sehen, dass ich heute den nächsten Teil der Geschichte schreibe. Je nachdem wie ich Zeit habe. Mein Lieblingsverein spielt heute :P Aber ich finde es toll, dass meine Geschichte schon mal auf positive Resonanz stößt. Nochmal vielen Dank.
  • KAPITEL 1 – Ein ganz normaler Familientag

    Mai 1987
    Ich saß bei Tisch und aß meine Schüssel mit Kellogg’s Corn Pops darin. Zu dieser Zeit waren Kinder einfach verrückt danach. Ich war zwar kein Kind mehr, doch mir schmeckten sie auch. Und jede Familie konnte sie sich leisten. Es war Ende Mai 1985 und ich studierte das Wrestlingmagazin. Eine teure Anschaffung für einen 16-jährigen. In meinem Alter musste man sich genau überlegen, für was man sein Geld ausgab. Vor allem mit dem Job, den ich während der High School zurechtkommen musste. Bei Chung’s China Restaurant machte ich den Servierknecht. Ab und zu halb ich in der Küche aus und musste mich von Mr. Mimoto auf Chinesisch beschimpfen lassen. Oftmals fuhr ich mit meinem Wagen chinesisches Essen aus. Kein lustiges Erlebnis, denn ich hatte eine richtige Schrottkarre, die mir so gut wie nie ansprang.

    Chris
    „Zeig doch mal!“

    Tyler
    „Pfoten weg, Kröte!“

    Chris, mein bescheuerter Bruder wollte mir mein Magazin entreißen, doch ich konnte ihn wegstoßen. 14 Jahre alt und eine richtige Nervensäge. Wäre ich doch nur ein Einzelkind geworden, doch meine Eltern taten mir diesen Gefallen nicht.

    Chris
    „Blödmann!“

    Karen
    „Jetzt reißt euch doch ein einziges Mal zusammen, ihr beiden! Euer Vater kommt gleich und ich möchte nichts mehr hören von euren Streitereien!“

    Das war einer dieser berühmten Wutanfälle meiner Mutter, wenn wir sie mal wieder in den Wahnsinn trieben. Als langjährige Lehrerin an der örtlichen High School wusste sie natürlich, wie sie mit uns umzugehen hatte. Nach der Auseinandersetzung mit meinem Bruder studierte ich schließlich mein Magazin weiter. Wrestlemania war ein richtig geiler Event. Hulk Hogan ist ein fantastischer Wrestler. Ich war ein richtiger Fan. Wenig später betrat mein Vater den Raum und setzte sich an den Tisch. Er hatte einen mürrischen Gesichtsausdruck und wurde von meiner Mutter gefragt, wie die Arbeit gewesen sei. Mit einem grimmigen und gleichzeitig auch erschöpften „Arbeit ist Arbeit“, entgegnete er meiner Mutter. Er liebte eben kurze, knappe Antworten. Ich hatte Respekt vor ihm. Er arbeitet hart auf seiner Farm und sorgte für uns. Den ganzen Tag opferte er sich auf und hatte mit vielen Rückschlägen zu kämpfen. Somit versuchten wir alle, ihn so gut es geht nicht zu reizen. Zumindest bis er von meiner Mutter seinen täglichen Vodka Tonic in die Hand gedrückt bekam.

    Ein ganz normales Familienleben. Wir lebten in einfachen Verhältnissen. Doch schon als ich klein war wusste ich, dass ich mehr vom Leben wollte. Ich spielte schon länger mit dem Gedanken, mit ein kleines Business aufzubauen. Da ich recht geschickt war, würde ich für die Leute in der Nachbarschaft gewisse Dienste leisten. Rasenmähen, Reparaturarbeiten und andere Dinge. Die wohlhabenderen Leute in der Nachbarschaft waren so faul, dass sie nicht mal wussten wie man einen Rasenmäher bedient. Die Nachfrage war also ziemlich groß. Vielleicht könnte ich mein Business noch erweitern. Ich machte hervorragende Limonaden und Eis. Hier in Texas konnte es schon mal unerträglich heiß werden. Da waren die Leute verrückt nach einer Erfrischung. Natürlich würde ich mit nicht selbst die Finger schmutzig machen. Wieso die Arbeit selbst machen, wenn ich meine Kumpel darauf ansetzen konnte? Sie würden die Arbeit machen und einen größeren Prozentsatz der verdienten Kohle würde ich behalten. Ich musste sie nur noch davon überzeugen.



    November 2020
    Matthews
    „Das war sozusagen Ihr Einstieg in die Geschäftswelt? Als High School Schüler mähten Sie den Rasen?“


    Tyler (nippt von seinem Whiskey)
    „Sie unterschätzen die ganze Sache gewaltig. Es war sehr lukrativ. Natürlich kein Millionengeschäft, allerdings konnte ich mir Dinge leisten, die sich andere 16-jährige nicht leisten konnten.“


    Matthews
    „Sieht so aus als hatten Sie schon früh diesen Geschäftssinn gehabt.“


    Tyler
    „Na klar. Es gefiel mir. Ich wollte nicht länger in einem China Restaurant jobben und schon gar nicht in die Fußstapfen meiner Eltern treten. Das kam für mich überhaupt nicht in Frage. Ich wollte mehr erreichen und so legte ich den größten Teil meiner verdienten Kohle beiseite um mir mein Studium bezahlen können.“

    Matthews
    „Und wie ging es weiter? Wie überzeugten Sie Ihre Kumpel zum Mitmachen?“



    FORTSETZUNG FOLGT
  • KAPITEL 2 – Die ersten Planungen

    April 1987

    Wir saßen zusammen im „King’s Chicken“. Drei meiner engsten Freunde und ich. Vor uns je eine Portion der berühmt, berüchtigten Buffalo Wings. In diesem Lokal gab es die leckersten Chicken Wings auf diesem Planeten und wie es sich für Texaner gehört, bestellten wir uns die schärfsten. Frittierte Chicken Wings, getränkt in einer Soße aus Hot Sauce und geschmolzener Butter. Alle Jugendlichen, die etwas auf sich hielten, ließen sich am Wochenende dort blicken. Dort ging etwas ab. Es war DER Jugendtreff der 80er. Hier in Clamington gab es keine Disco oder Ähnliches. Es gab „King’s Chicken“. Natürlich waren auch wir jede Woche da. Steve, mein bester Kumpel. Er war derjenige mit der meisten Erfahrung bei Frauen. Ich wusste nie so genau wie er es anstellte, doch er besaß die Kunst, so gut wie jede Frau zu bekommen. Vor drei Wochen riss er eine um 15 Jahre ältere auf und während er bei ihr zu Hause mit ihr zu Gange war, machte er Fotos. Es verstand sich von selbst, dass wir diese am nächsten Tag zu sehen bekamen. Dieser Körper, diese Titten, Herrlich! Der Sabber lief uns aus den Mundwinkeln. Der Typ hatte Eier aus Stahl. Eine um einiges ältere Frau aufzureißen und sie auch noch dabei zu filmen. Rückwirkend betrachtet war das einfach nur billig und gehörte sich nicht. Aber was soll’s? Wir waren Jugendliche und lechzten nach Sexualität. Und wenn ich Glück hatte, bekam auch ich mal die eine oder andere ab. Aber dazu später mehr.

    Dann gab es noch Charlie. Er war so ziemlich das Gegenteil von Steve. Eher zurückgezogen. Anstatt Frauen aufzureißen, zog er es lieber vor, zu Hause an seinen Computern herumzubasteln. Er war das Superhirn in unserer Truppe. Naja, und nicht zu vergessen, Kevin. Im Nachhinein wüsste ich jetzt nicht, wieso ich mich damals überhaupt mit ihm abgab. Ein trotteliger Zeitgenosse, der nicht sonderlich klug, aber dafür umso mehr für jeden Blödsinn zu haben war.

    Aber alle hatten etwas gemeinsam. Sie waren loyal und zuverlässig. Und so etwas suchte ich für mein Geschäft. Punkt für Punkt erzählte ich ihnen meine Pläne. Zunächst kamen Dienstleistungen wie Reparaturarbeiten, Rasenmähen, Zeitungen austragen und solche Dinge auf uns zu. Später sollte das Geschäft noch erweitert werden.

    Tyler
    „Hört zu. Das ist unsere Chance. Wir können eine Menge Kohle machen.“

    Charlie
    „Darf ich fragen, wieso du das meiste verdienst und wir die Arbeit verrichten?“

    Tyler
    „Ganz einfach. Weil ich euch die Jobs verschaffen kann. Ich stehe in Kontakt zu den Leuten in der Nachbarschaft. Ich weiß sofort, wann wer was braucht. Und schon haben wir den Job. Sei dabei oder lass es.“

    Natürlich lenkte unser Klugscheißer wenig später ein. Und es stimmte tatsächlich. Ich hatte Kontakte zur Nachbarschaft. Und genau das war mein Vorteil um die besten Jobs abzugreifen. Ich beauftragte Charlie, unser Superhirn, um Flyer zu entwerfen. Steve sollte sich bei seinen Geliebten etwas umhören, ob Jobs zu vergeben waren. Denn immerhin legte er auch welche aus der Oberschicht flach. Und die Aufgabe für Kevin bestand darin, naja, eben mitzuhelfen.

    Tyler
    „Denkt wie Vince McMahon. Er ist ein großer Geschäftsmann. Und so sollten wir auch denken. Wenn wir unsere Sache gut machen, machen wir Kohle!“

    Da nicht nur ich, sondern auch meine Kumpels Wrestlingfans waren, kannten sie Vince McMahon, den Owner der World Wrestling Federation. Mein Vorbild schon in jungen Jahren. Immer schon wollte ich so sein wie er.

    November 2020

    Matthews
    „Und am Ende drängten Sie Ihr Idol aus dem Business, das er sich aufgebaut hatte.“

    Tyler
    „Sie sagen das so, als wäre ich der Bösewicht in dieser Geschichte. Als ob ich den großen Mr. Vincent Kennedy McMahon absichtlich aus dem Wrestling Business gedrängt hätte. Ich tat das nicht gern, aber ich tat es für‘s Geschäft. Ich wollte mit meiner WPW ganz nach oben und Vince stand mir dabei im Weg. It’s just business. Und nichts anderes.“

    Matthews
    „Und haben Sie gar kein schlechtes Gewissen? Immerhin sind Sie nicht nur mit legalen Mitteln zum Erfolg gekommen. Viel mehr waren Ihre illegalen Geschäfte Ihr Untergang.“

    Tyler
    „Denken Sie, dass sich ein Mitte 20-jähriger einfach so mit der World Wrestling Federation oder World Championship Wrestling anlegen kann, ohne dass er immer fair spielt? Und nebenbei bemerkt weiß ich wirklich nicht, ob diese zwei Promotions nur in legalen Geschäften verwickelt waren. So viel dazu. Darüber sollten Sie vielleicht auch mal einen Artikel bringen.“

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  • Immer wieder lese ich hier im Board und nehme mir fest vor, auch etwas zu schreiben. Deine Geschichte hat es verdient, dass ich mein Schweigen breche!
    Großartig dein Schreibstil und die Geschichte ist natürlich genau mein Ding. Von ganz unten nach oben in einem Business, dass einen selbst auch noch super interessiert.
    Nebenbei habe ich gelesen, dass du dich in der Gastronomie selbständig gemacht hast, was dich für mich zusätzlich sympathisch macht, denn ich bin auch seit einigen Jahren selbständiger Gastronom.

    Ich lese hier super gerne weiter! Hoffe, da kommt demnächst schnell und viel mehr von dem guten (Lese)Stoff ;)
  • Habe mir die Geschichte auch einmal durchgelesen so weit und finde es auch super. Hatte auch überlegt bei FIFA eine Spielerkarriere zu machen und dann aus der Ich-Perspektive einen Diary zu machen. Aber jetzt habe ich ja erst mal einen auf und will mich auch dem Wrestling demnächst wieder widmen. Mal sehen.

    Freue mich auf jeden Fall auf weitere Kapitel.
  • DarkWhiteDevil wrote:

    Habe mir die Geschichte auch einmal durchgelesen so weit und finde es auch super. Hatte auch überlegt bei FIFA eine Spielerkarriere zu machen und dann aus der Ich-Perspektive einen Diary zu machen. Aber jetzt habe ich ja erst mal einen auf und will mich auch dem Wrestling demnächst wieder widmen. Mal sehen.

    Freue mich auf jeden Fall auf weitere Kapitel.
    Vielen Dank für dein Feedback. Spielerkarriere bei FIFA in der Ich-Form wäre aber auch sehr interessant. Da gäbe es sehr viele Möglichkeiten.
  • KAPITEL 3 – Begegnung für‘s Leben

    Mai 1987

    Ich konnte mich echt nicht beklagen. Ich war der Wahnsinn. Dieses Geschäft hatte ich selbst aufgebaut. Und es lief wie am Schnürchen. Ich ließ meine Kumpels für mich arbeiten und erntete den Löwenanteil. Ein perfektes Schneeballsystem. Verdammt! Bereits in diesen frühen Jahren eines Lebens hatte ich etwas, das andere in meinem Alter nicht hatten – Geschäftssinn! Ja, hin und wieder mähte ich den Rasen für irgendeinen gehobenen Idioten, der zu faul war, sich seinen Rasen selbst zu mähen. Die hatten die modernsten und teuersten Geräte, doch trotzdem bestellten sie sich jemanden zum Rasenmähen. Ich verdiente hunderte von Dollars. Zu dieser Zeit und vor allem auch für Jungs in diesem Alter war das eine Menge Kohle.

    Alleine saß ich gerade im King’s Chicken. Unter der Woche und nachmittags war recht wenig los. Da konnte ich in Ruhe meinen Papierkram erledigen. Schon als Junggeschäftsmann verstand ich es, wie wichtig Bilanzen, Geschäftsberichte und Konzepte waren. Natürlich nicht für irgendeine Finanzbehörde oder sowas. Nur, damit ich für mich selbst alles schwarz und weiß für mich hatte. Das hatte ich mir alles selbst beigebracht. Diese Materie interessierte mich schon immer und daher las ich viele Bücher darüber. Und daran arbeitete ich gerade. An der linken Seite des Tisches ein Teller der berühmten Buffalo Wings und gleich daneben eine Flasche Budweiser. Man muss nur die richtigen Leute kennen um in meinem zarten Alter von sechzehnJahren Alkohol trinken zu dürfen. Jimmy, der Barkeeper, ließ mich gegen eine kleine wöchentliche Gebühr von 50 Dollar, Alkohol trinken. Und solch einen Luxus konnte ich mir ja jetzt leisten.

    Wie aus dem Nichts stürmte Steve in das Lokal. Steve, der so alles flachlegte, was er in die Finger bekam. Ohne Jimmy etwas mitzuteilen, was er gerne trinken möchte, setzte er sich ruckartig an meinen Tisch. Sichtlich in meinen Geschäften gestört, schaute ich auf und sah einen aufgeregten Steve, der mir allem Anschein nach, unbedingt etwas erzählen musste. Er teilte mir mit, eine heiße Schnecke aufgerissen zu haben und dass die besagte heiße Schnecke auch eine Schwester hat.

    Steve
    „Ja, und sie meinte, dass sie sich erst mit mir treffen würde, wenn sich mit ihrer Schwester auch jemand trifft. Also was sagst du?“

    „Na toll“, dachte ich mir ernüchternd. Die hässliche Schwester bekam natürlich wiedermal ich. Lautes Gelächter brach von meiner Seite aus und ich konfrontierte ihn mit meiner These.

    Steve
    „Glaub mir, Mann. Ihre Schwester ist auch nicht von schlechten Eltern. Ach komm! Lass‘ mich nicht hängen!“

    Leider konnte ich Steve, meinem besten Kumpel, noch nie etwas abschlagen. Und so sagte ich zu. Und zu meiner Verwunderung, sollte ich es nicht bereuen. Diese Bekanntschaft sollte mich mein Leben lang begleiten. Dieses Erlebnis war ein Eckpfeiler meines späteren Lebens.

    Wir verabredeten uns schließlich am Wochenende im King’s Chicken. Ein Date zu viert. Aber ich muss sagen, dass Steve nicht zu viel versprochen hatte. Blonde, lange Haare und ein Gesicht wie ein Engel. Wenn sie lächelte, ging sozusagen die Sonne auf. Und der Körper glich der einer Göttin. Sophie war ihr werter Name und ich konnte den ganzen Abend meine Blicke nicht mehr von ihr abwenden. Irgendwie hatte es mich erwischt.

    Charlie, unser trottliger Kumpel, gesellte sich einige Zeit später zu uns. Jetzt war es endlich gemütlich, dann kam Charlie. Natürlich stieß er sich mal wieder irgendwas an, als er sich zu uns setzen wollte. So war Charlie eben. Tollpatschig wie eh und je. Ich erlaubte mir einen Spaß und stachelte ihn etwas auf.

    Tyler
    „Hey, guck mal! Die steht auf dich! Na die, die gegen die Jukebox lehnt!“

    Charlie
    „Meinst du echt?

    Tyler
    „Na klar! Wenn ich es dir doch sage! Jetzt nimm ein Bacardi Cola und nichts wie ran!“

    Dazu sei erwähnt, dass auch meine Kumpels im King’s Chicken Alkohol trinken durften. Denn sie verdienten auch nicht schlecht, so dass für sie die 50$ wöchentlich auch kein Problem war. Alle profitierten davon. Ich schenkte meinem sofort verliebten Kumpel schließlich ein Bacardi Cola ein und motivierte ihn dazu, endlich seiner Traumfrau zu begegnen. Er nahm einen kleinen Schluck um mutiger auftreten zu können und machte sich die zehn Meter auf den Weg zu ihr. Kurz bevor er sie ansprach, nippte er nochmals an seinem Bacardi Cola. Ich muss sagen, dass sie von hinten gar nicht mal so schlecht aussah. Wie ein heißer Feger lehnte sie gegen die Jukebox. Charlie erreichte sie hinterrücks. Aus den Boxen spielte gerde „Shout“ von den Isley Brothers. Tja, das war so unsere Musik damals. Charlie klopfte ihr dreimal sanft auf die Schulter, so dass sie sich umdrehte. Und da schoss uns ein Anblick entgegen, der unbezahlbar war. Unzählige Pickel im Gesicht, Zahnspange und ein Lächeln, das ihres Gleichen suchte, aber im negativen Sinn. Charlie verschlug es sofort den Atem und er spuckte sein Bacardi Cola sofort wieder in sein Glas. Steve und ich hatten natürlich unseren Spaß, während uns unsere Frauen eine Moralprädigt hielten. Charlie drehte sich wieder um und ging davon. Was für ein Schlag ins Gesicht. Aber es war ja unser Charlie. Der hatte das am nächsten Tag schon wieder vergessen.

    Sophie merkte an, dass sich das nicht gehören würde, allerdings mit einem ganz kleinen Lächeln im Gesicht, das mich schon wieder träumen ließ. Was für eine Frau!

    November 2020

    Matthews
    „Das war also der erste Kontakt zu Sophie. Was macht sie jetzt?“

    Tyler
    „Hat sich einen anderen geangelt. Vielleicht war sein Bankkonto größer oder er hat einen goldenen Schwanz. Was weiß ich. Nebenbei zieht sie unseren Sohn auf. Jay. Hat ihn auf eine Privatschule geschickt. Dort lernt er Sachen, von denen andere Kinder in seinem Alter keine Ahnung haben. Aber das ist schon gut so. Er soll was Vernünftiges lernen und es besser machen als ich. Sie hat ihn gut erzogen. Wenigstens hat sie eine Sache richtig gemacht.“

    Matthews
    „Klingt so, als stünden Sie mit ihr über Kreuz?“

    Tyler
    „Könnte man so sagen, ja. Als ich das Geld verdiente und ein einflussreicher Geschäftsmann war, da gefiel ihr das Leben. Sie kostete jede Sekunde aus. Na klar, mit meiner Kreditkarte an einem Tag 50.000$ ausgeben macht sicher viel Spaß. Wir konnten uns alles leisten. Meine 200.000$ Yacht verwendeten wir oftmals für Ausflüge. Wir besuchten die schönsten Metropolen auf der ganzen Welt. Kauften uns Immobilien, überall auf der Welt. Tja, das Leben kann schön sein, wenn man ganz oben ist. Doch sobald es bergab ging und ich ganz unten angekommen war, gab das Leben für sie plötzlich nicht mehr so viel her. Zweimal die Woche musste sie zur Therapie. Der Stress um meine Person setzte sie so sehr zu. Später erfuhr ich, dass sie gar keine Therapie machte. Aber dazu komme ich ja noch. Jedenfalls verließ sie mich als ich ganz unten war.“

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  • Beste Diary in EWB! :thumbup: :thumbup: :thumbup: Und ich werde bei meiner Meinung bleiben. Es ist sehr kreativ, eigentlich nicht mehr wie ein Buch sondern wie ein Drehbuch geschrieben. Kann mich total in Tyler reindenken. Ganz ehrich, wer träumt nicht von ein Leben wie das von ihn?

    Leider schon ein Woche funktstille, ich hoffe du lieferst noch mehr, Brudi. Einfach nur sad, wenn dein Diary untergeht. Ich wünsche mir für dich mehr Feedback, du hast es dir so krass verdient.

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  • Die erste große Liebe

    September 1987 – Tylers Zimmer – Nacht - Drinnen

    Mein Geschäft lief weiterhin gut. Ich machte Kohle, meine Kumpels machten Kohle. Alles war gut. Und noch besser. Ich hatte die tollste Frau an meiner Seite. Sophie war einfach wunderbar. Als wir im Mai zu viert in King’s Chicken zu Abend gegessen hatten und ich sie an diesem Abend kennenlerne, wusste ich noch nicht, dass sie mich für den Rest meines weiteren Lebens begleiten würde. Sie bremste mich, wenn ich übermütig wurde, brachte mich zum Lachen und vor allem half sie mir, mein Geschäft aufzuziehen. Sie war meine erste große Liebe und ich denke auch meine letzte. Ich hatte nach ihr keine Frau mehr so geliebt wie sie.

    Wir waren in meinem Zimmer, nur wir zwei. Es war eine schöne, ruhige Herbstnacht. Draußen hörte man die Grillen, die eine feine Nachtmusik spielten. Das konnte man durch das offene Fenster sehr gut hören. Sophie lag von der Bettdecke dick eingepackt im Bett. Ihr war schon beim kleinsten Temperatursturz sofort kalt. Sie las ein Buch von Edgar Allan Poe. Ich glaube, dass es den Titel „The Raven“ trug. Sie stand auf Gruselgeschichten. Nachdem sie einige Kapitel solcher Bücher gelesen hatte, kuschelte sie sich immer an mich. Einfach um meine Nähe zu spüren und um ein Gefühl der Sicherheit und der Geborgenheit zu spüren.

    Der Fernseher war an. Zu dieser Zeit war es noch recht ungewöhnlich, wenn es außerhalb des Wohnzimmers noch einen Fernseher gab. Durch das Geld, was mein selbst aufgebautes Geschäft abwarf, konnte ich mir diesen Luxus leisten. Gespannt verfolgte ich eine Ausgabe von Prime Time Wrestling. Hulk Hogan verprügelte gerade einen Mann namens Dino Bravo. Der Hulkster war einfach DER Wrestler in meiner Jugendzeit. Ein Mann, zu dem man aufblicken konnte. Ein Held. Niemand Geringerer als Vince McMahon kommentierte das Geschehen. Wenn der wüsste, dass ich seine World Wrestling Federation irgendwann aus dem Business drängen würde. Naja, damals wusste ich es ja selbst noch nicht. Ich war zufrieden mit dem Geschäft, was ich bisher hatte.

    Hogan siegte natürlich und ich war aus dem Häuschen. Sophie verstand den ganzen Hype ums Wrestling noch nicht so ganz. Ihrer Meinung nach war das nur etwas für Jungs. Ständig rollte sie mit den Augen, wenn sie auf den Bildschirm sah. Doch ich war in meinem Element. Ich war ein richtiger Fan geworden und ich schwor mir, sobald die WWF eine Show in der Nähe von Clamington abhielt, würde ich dabei sein.

    Sophie
    „Was zur Hölle fasziniert dich denn nur an diesem Wrestling? Das sind doch nur Muskelmänner, die eine Show abziehen. Und falls du es noch nicht bemerkt hast, Wrestling ist Show. Da ist nichts Echtes dran.“

    Tyler
    „Was weißt du schon! Es ist Show, da hast du Recht. Doch es ist die beste Show von allen!“

    Nach der Aussage von Sophie in diesem Moment, fühlte es sich schon wieder richtig gut an, denn ein paar Jahre später wurde sie eines Besseren belehrt. Sie revidierte ihre Meinung über das Wrestling und war in meiner Promotion sogar ein fester Bestandteil.

    Nachdem die Show vorüber war, krabbelte Sophie schließlich aus dem Bett und setzte sich neben mich an die Bettkante. Oh Mann! Sie hatte einen schwarzen, fast durchsichtigen BH an und trug einen schwarzen Schlüpfer. Sie sah darin so heiß aus. Ich schaltete den Fernseher aus und bemerkte, wie sich Sophies Hand an meinem Oberschenkel wiederfand. Verführerisch streichelte sie mich am Oberschenkel und streifte ab und zu auch intimere Stellen. Im Radio hörte man den Song "When you say nothing at all" von Keith Whitley. Sie wusste, wie man jemanden verführte.

    Sophie
    „Schlafen deine Eltern?“

    Ich bejahte die Frage und hoffte inständig, dass das auch stimmte. Sie machte mich sowas von geil. Ich konnte nicht widerstehen. Wir küssten uns und machten es uns im Bett gemütlich. Sie hatte einen bemerkenswerten Arsch, der wie Heroin für mich war. Später durfte man diese Aussage auch noch ziemlich wörtlich nehmen. Aber dazu später mehr.

    November 2020 – Milton’s Bar – Tag - Drinnen

    Tyler
    „Mann, ich kann Ihnen sagen. Das war eine tolle Zeit damals.“

    Matthews
    „Und sie war wirklich die Liebe Ihres Lebens? Da gab es doch noch mehr.“

    Tyler
    „Natürlich gab es da mehr. Da gab es ja noch Nutten und Escort Girls. Aber meine große Liebe war immer Sophie. Als erfolgreicher Geschäftsmann mit einem Milliarden Business, die eigene Frau oftmals weit weg, da sucht man sich dann schon mal was zum Einschlafen. Tja, so war das damals. Sicher hätte ich vieles anders machen können und vielleicht wäre Sophie jetzt auch noch an meiner Seite und wir würden gemeinsam unteren Sohn aufziehen, aber damals war ich noch jung und dumm. Ich konnte mit dem plötzlichen Erfolg nur sehr schlecht umgehen. Ich fühlte mich als der König der Welt. Größer als der Präsident!“

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  • Ein Freund geht

    12. Oktober 1988 – Klassenzimmer – Tag - Drinnen

    Lautes Brüllen übertönte so ziemlich alles im Klassenzimmer an diesem sonnigen Nachmittag. Ich hörte das Brüllen unseres Geschichtslehrers schon gar nicht mehr. Es war eines vieler Dinge in meinem Alter, die mich kaum mehr interessierten. Immerhin war ich 17 und hatte somit nur noch ein ganzes Schuljahr an meiner High School vor mir, bis ich in die Welt hinaus konnte. An ein gutes College. Ich hatte es sowas von satt, wegen jeder Kleinigkeit von Mr. Purkins eine lautstarke Predigt über das Verhalten im Unterricht zu bekommen. Es war ein Witz. Ein einfacher Witz. Da konnte ich doch nichts dafür, wenn Mr. Purkins zum Lachen in den Keller ging. Und zwar erklärte er gerade irgendwas über den Bürgerkrieg und mich langweilte das Ganze. Ich wusste ohnehin, dass ich beim nächsten Test wieder eine Eins schreiben würde. Denn ich war ein sehr guter Schüler. Ich wollte ja ein gutes College besuchen und da waren die Noten wichtig, wenn man schon kein Geld hatte, offiziell zumindest.Denn durch mein Geschäft verdiente ich nicht schlecht und ich konnte mir monatlich immer einen schönen Batzen Geld beiseitelegen. Und das brauchte man für ein College auch, wenn man nicht gerade ein Stipendium hatte.

    Wie dem auch sei. Mr. Purkins versuchte gerade etwas über den Bürgerkrieg zu erklären, doch voller Uninteressiertheit starrte ich bloß aus dem Fenster und dachte an ein Leben in Reichtum. Ja, es stimmt und ich leugne es auch nicht. Ich war bereits als Jugendlicher ein richtig geldgeiler Sack! Und dann kam es, weshalb Mr. Purkins so aufgebracht war.
    Mr. Purkins
    „Mr. McAllister, möchten Sie vielleicht etwas beisteuern?“

    Natürlich sah er, dass ich nicht ganz bei der Sache war. Er mochte es gar nicht, wenn man sich in seinem Unterricht nicht voll und ganz konzentrierte. Wie Lehrer ebenso sind. Ich versuchte daraufhin witzig zu sein, stand auf, griff sofort in meine Hosentasche und packte meine Geldbörse aus.

    Tyler
    „An wie viel hätten Sie da gedacht?"

    Meine Klassenkameraden fanden das natürlich allesamt komisch, doch Mr. Purkins war ganz und gar nicht zum Lachen. Er schrie mich an, dass ich ein unverbesserlicher Störer wäre. Nun ja, ich nahm es einfach hin und schon ertönte die Klingel. Die Schule war aus. Nach der Schule fanden wir uns auf dem örtlichen Basketballplatz ein. Steve, Kevin und ich. Wir besorgten uns eine Flasche Rum und genossen unseren Feierabend von der Schule. Mittlerweile lief das Geschäft so gut, dass auch meine Kumpels ihre Leute hatten, die unter ihnen arbeiteten. Wir hatten eine Menge Spaß zu dritt. Doch es fehlte ja einer – Charlie. Charlie konnte nicht bei uns sein. Er lag im Krankenhaus und kämpfte dagegen an. Gegen eine Krankheit, die in den meisten Fällen unbesiegbar war. Doch er hielt durch. Natürlich dachten wir oft an ihn. Sicher, er war ein tollpatschiger, trottliger Junge. Doch er war unser Freund, ein treuer Freund. Wir mochten ihn und er uns auch. Urplötzlich, von einer Sekunde auf die andere, als wir am Basketballplatz unseren Spaß hatten, überkam es uns wieder. Die Gedanken an unseren guten Freund Charlie. Wir philosophierten über die vielen Erlebnisse, die wir mit ihm hatten und die wir hoffentlich noch haben werden.

    Ich persönlich, und das auch nur innerlich. Das erzählte ich niemandem. Ich dachte daran, als ich ihn vor zwei Tagen besucht hatte. Ich kam ins Krankenhaus und hatte einen Football dabei, worauf jeder Spieler des Teams unterschrieben hatte. Ja, ich spielte Football und das sogar erfolgreich. Wir standen in den State Finals. Charlie war stets ein eifriger Besucher unserer Spiele am Freitag. Langsam ging ich in das Krankenzimmer hinein und da erblickte ich ihn. Schwer gezeichnet von der Chemotherapie und den vielen Medikamenten, die tagtäglich in ihn hineingepumpt wurden. Seit meinem letzten Besuch waren ihm die Haare ausgefallen. Er sah so anders aus. Abgemagert bis auf die Knochen und dazu noch eine Glatze. Doch ich wusste, dass er die Krankheit besiegen konnte. Ich ließ mir nichts anmerken, jedoch wollte ich es einfach nicht wahrhaben. Ich wollte losschreien. Losschreien, wie unfair diese Welt doch war.

    Er freute sich richtig über meinen Besuch. Viel Besuch schien er ja nicht zu bekommen. Höchstens von seiner alleinerziehenden Mutter, die ihn immer schon umsorgte. Manchmal machten wir uns sogar darüber lustig, doch in so einem Fall konnte man echt froh sein, so eine fürsorgliche Mutter zu haben. Ich übergab ihm den unterschriebenen Football und er freute sich sehr. Doch das war nicht das einzige Geschenk, das ich ihm mitgebracht hatte. Das aktuelle Wrestling Magazin durfte natürlich nicht fehlen. Er war nämlich ein genau so glühender Wrestlingfan wie ich. Aber da war noch etwas.

    Tyler
    „Hey, mein Freund. Ich dachte mir schon, dass du etwas im Trockenen sitzt und dass du das nicht aushältst. Deswegen hab‘ ich dir das da mitgebracht.“

    Charlie
    „Oh Mann! Du bist ja verrückt!“

    Ich holte eine Literflasche Whiskey hervor, die mir zuvor Jimmy, der Barkeeper vom King’s Chicken, spendiert hatte. Natürlich wusste ich, dass das falsch war. Nicht nur, dass das hier ein Krankenhaus war, sondern auch wegen der Medikamente, die Charlie bekam. Alkohol undMedikamente vertragen sich ja bekanntlich nicht so gut. Doch ich dachte mir ganz einfach „Scheiß drauf“, und ließ ihm gönnend den ersten Schluck. Er hatte doch sowieso nichts mehr zu verlieren und ein bisschen Spaß, wenigstens für eine Weile, konnte nicht schaden. Die Stimmung wurde immer besser und wir erzählten uns alte Geschichten aus der Schule und was wir so alles zusammen erlebt hatten. Da wurde mir einmal mehr bewusst, was für ein toller Kumpel er eigentlich war.

    Charlie starb zwei Wochen später. Sein Lachen an diesem Abend, werde ich für immer und ewig in Erinnerung behalten. Voller Lebensfreude, obwohl er diesen verdammten Krebs in sich trug. Er hätte es zwar niemals von selbst zugegeben, doch insgeheim wusste er wohl bereits, dass er diese Welt schon bald verlassen würde. Doch einen Moment vergaß er seine Qualen. Und ich war froh, ihm diesen Moment noch einmal schenken zu können. Die Beerdigung wurde seiner gerecht. Ich hatte einen treuen Freund verloren. Und Jahre später dachte ich immer noch an ihn. Bei Erfolgen und Misserfolgen. Er war stets ein Begleiter. Ein Freund, den man so schnell nicht an jeder Straßenecke findet.


    An dieser Stelle nun der Song (der erste) Song des Tages. Nach jedem weiteren zukünftigen Post eines Kapitels, folgt ein weiterer Song. Es folgt nun Johnny Cash mit "Hurt".
    Johnny Cash - Hurt

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  • Sorry, Leute. Das war diesmal ein etwas deprimierenderes Kapitel in Tyler McAllisters Geschichte. Doch mit diesem Post wollte ich verdeutlichen, dass in Tylers Jugend neben dem gutgehenden Business, nicht immer alles so rosig gewesen ist. Und sind wir uns ehrlich. In jeder Geschichte gehört auch ein deprimierender Part dazu ;)
  • Las Vegas Weekend

    9. März 1991 – Ceasar’s Palace Arena – Abend - Drinnen

    „Hogan, Hogan, Hogan“, war in der gesamten Arena von den zahlreichen Fans zu hören. Hulkamania runs wild on Sgt. Slaughter! Die Fans warem aus dem Häuschen, als Hulk Hogan seinen Gegner mit einem hammerharten Bodyslam zu Boden schickte. Wo man auch hinsah. Überall sah man Plakate von Menschen hochgehalten. Es waren Botschaften die Hogan zum Sieg verhelfen sollten. Die Wrestlingwelt war im Hoganfieber, auch ich. Wir hatten unseren Spaß an diesem Samstag, an dem eine Houseshow der World Wrestling Federation in Las Vegas stattfand. Genauer gesagt im prunkvollen Ceasar’s Palace Hotel & Casino, wo zwei Jahre später Wrestlemania 9 stattfinden sollte. Steve, Kevin und ich machten einen Wochenendtrip in Vegas. Da wir drei an verschiedenen Colleges studierten, sahen wir uns nicht mehr so oft. So kam Steve eines Tages die Idee, dass wir von Freitag auf Sonntag, Vegas unsicher machen sollten. Und wie es der Zufall so wollte, fand eine WWF Houseshow statt. Die Hart Foundation in Form von Bret Hart und Jim Neidhart fertigten die Nasty Boys in einem hart umkämpften Tag Team Match ab. Bret Hart sah ich persönlich zu dieser Zeit bereits als den kommenden Superstar der Federation. Er war noch nicht alt, war technisch auf einem hohen Level, konnte Geschichten im Ring erzählen und könnte früher oder später das neue Zugpferd der WWF werden. Natürlich erst dann, wenn Hogan aufhört. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich natürlich noch nicht, dass Bret Hart Jahre später sogar mein Angestellter sein würde. In einem anderen Match wurde dann noch Jimmy „Superfly“ Snuka vom mysteriösen Undertaker besiegt. Dieser Undertaker war mir nicht geheuer. Eine spektakuläre Erfindung von Vince McMahon, ohne Zweifel.

    Ich besuchte die rennomierte Princeton University in New Jersey. Wie ich dahin kam? Natürlich durch mein Business und somit durch meine Ersparnisse, die ich mir in den Jahren an der High School aufgebaut hatte. Ich war ein sparsamer Schüler. Durch mein Business verdiente ich zwar gut, allerdings wusste ich, wie man mit Geld umgehen musste. Ich hatte ein Ziel, und zwar ein rennomiertes College zu besuchen. Und diesem Ziel ordnete ich alles unter. Meine Eltern rackerten sich tagtäglich ab und konnten gerade mal so ihre Rechnungen bezahlen. So ein Leben wollte ich nicht. Ich wollte etwas Besseres. Natürlich hätte ich das ganze Geld verprassen können, doch was wäre mir geblieben? Ein Studium an der Texas University wie Steve, der sein Geld genauso schnell wieder ausgab, wie er es einnahm? Klar, immerhin etwas. Doch im Vergleich zu Princeton stinkt Texas ab.

    Sophie hatte ich immer noch an meiner Seite. Sie ging zwar nicht an das gleiche College wie ich, doch sie studierte in der Nähe, so dass wir uns regelmäßig sehen konnten. Es lief bestens. Doch dieses Wochenende sollte nur für uns Jungs sein. Freitag zocken, Samstag Wrestling und danach Party in unserer 3.000 Dollar Suite. 3.000 Dollar pro Nacht, wohlgemerkt. Wir hatten sogar eine verdammte Bowlingbahn in unserer Suite! Wie geil war das denn?

    Nach der fulminanten Show, die uns geboten wurde, gingen wir noch eine Runde zocken. Im vollen Zockerrausch trennten sich unsere Wege. Kevin und ich fanden uns beim Blackjack wieder und wir hatten mal mehr Glück, dann mal wieder Pech. Steve hingegen versuchte sich am Crabs Table. Und er hatte eine wahre Glückssträhne. Zwei Sunden später kam er zu uns und prahlte mit seiner Glückssträhne. Aber er war nicht allein. Er war von drei leicht bekleideten Damen umgeben. „Steve, der alte Schwerenöter“, dachten wir uns mal wieder. Er berichtete uns davon, dass der die drei Damen am Crabs Table aufgerissen habe. Sie wollten mit uns einen draufmachen. Nun gut, gingen wir eben in den Space Club, der ansäßigen Diskothek im Ceasar’s Palace. Wir tanzten und hatten Spaß. Dank unserer gefälschten Ausweise bekamen wir sogar Alkohol. Natürlich verlagerte sich die anfängliche Party in unsere Suite. Wir probierten unsere Bowlingbahn aus, hörten Musik und tranken Champagner, als es plötzlich an der Tür klopfte. Draußen stand ein kräftig, gebauter Mann im Anzug und mit einem grimmigen Gesichtsausdruck. Er wollte für jede der drei Damen 2.000 Dollar haben. Nun war mir klar, dass es sich bei den Damen um Prostituierte handelte. Wie konnten wir nur so dumm sein? Vor allem Steve musste das doch merken, als ihn die drei Damen am Spieltisch angequatscht hatten.

    Wir steckten die Köpfe zusammen und mussten uns beraten, denn der Mann im Anzug sah nicht gerade freundlich aus. Und insgesamt 6.000 Dollar war eine Menge Geld, selbst für uns, da wir kurz davor im Space Club 2.000 Dollar ausgegeben hatten und natürlich noch für die teure Suite aufkommen mussten. Klar, wir hatten Geld durch unser Business, doch so viel Geld auf einmal? Da ich ziemlich gut pokern konnte, beschlossen wir, natürlich aus reiner Verzweiflung, dass ich das Geld durch Pokern unten im Casino gewinnen sollte. Uns fehlten ungefähr 2.000 Dollar. Ich setzte das ganze Geld ein, was wir hatten. Ich bluffte, ich spielte und verlor zu Beginn. Natürlich war das eine ganz andere Pokerrunde als zu Hause, wenn ich mit Kumpels spielte. Doch ich fand schnell wieder in den Rhythmus hinein und durchschaute meine Gegner. Gott sei Dank konnte ich einige Pots einstreichen, so dass wir die Prostituierten schlussendlich bezahlen konnten und uns sogar noch ein kleines Plus übrig blieb.

    Ein insgesamt tolles Wochenende mit meinen beiden Kumpels in Las Vegas ging zu Ende. Endlich sah ich die Jungs wieder. Wir erlebten eine WWF Show hautnah, machten Party in einem angesagten Club, hatten Spaß am Spieltisch und genossen das bunte Treiben am Las Vegas Strip. Irgendwie hatte ich damals schon so ein Gefühl, dass die Stadt noch nicht fertig mit mir war. Ein paar Jahre später sollte es mich wieder in diese wundervolle Stadt verschlagen. Und nicht nur das. In Las Vegas sollte ich meine erfolgreichen Anfänge im Wrestlingbusiness beginnen.


    SONG DES TAGES
    Elvis Presley - Viva Las Vegas

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  • Mit dem aktuellen Kapitel habe ich einen kleinen Zeitsprung von ungefähr zwei Jahren vorgenommen. Tyler McAllister geht nun aufs College. Ein kleiner Startschuss für seine Karriere. Auch für mein Diary ein kleiner Startschuss, denn ab jetzt wird es immer mehr um Wrestling gehen. Natürlich kommen die Hintergrundgeschichten rundum Tyler McAllister & Co. trotzdem nicht zu kurz. Aber ein großer Fokus wird auf Wrestling liegen, denn das ist es ja schlussendlich auch. Ein Wrestling Diary.