Bobby Eaton's Ring Of Honor

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      Ring Of Honor – Road To The Title (28.07.2001)

      aus der Welsh-Ryan Arena in Evanston, Illinois
      Zuschauer: 4.500

      Zu Beginn der Show gibt es kleines und kompaktes Hype-Video, welches uns noch einmal die acht Teilnehmer des heutigen Turniers um die ROH Heavyweight Championship zeigt. Direkt zum Ende des Videos landen wir allerdings in einem Büro und dort sitzen Bobby Eaton und Jim Cornette. Im Vergleich zur letzten Show hat man die richtigen Schlüsse gezogen und lässt diesmal Cornette reden. Dieser gibt bekannt, dass dies soeben ein nettes Hype-Video war. Leider Gottes haben er und Bobby als Verantwortliche dies nun jedoch über den Haufen zu werfen. Seit dem Ende der letzten Show habe Niemand mehr Vampiro oder auch Dustin Rhodes gesehen. Beide sind auch bis jetzt nicht in der Halle. Dementsprechend müssen Beide vom Turnier abgezogen. Es liegt jedoch eine Botschaft von Vampiro vor, welcher sich im Laufe der Show äußern möchte. Die beiden japanischen Stars Gedo und Jado werden an deren Stelle ins Turnier rutschen. Zusammenfassend also ein False Advertisment. Den Fans wurden Rhodes und Vampiro in Matches versprochen, stattdessen sehen wir nur Gedo und Jado. Sofern die Storyline dadurch ins Rollen kommt, kann man es durchgehen lassen, so etwas sollte aber nicht zum Regelfall werden.

      Der angesprochene Gedo ist schließlich auch direkt Teil des Openers. Er trifft auf seinen Landsmann Shinsuke Nakamura. Es entsteht ein sehr flottes Match, welcher stark im Puro-Styles geführt wird. Man versuchte im Match zwar Alles um Gedo möglichst lange als gleichwertig darzustellen, doch durch seine Nachnominierung und die unterschiedliche Positionierung der beiden auf den bisherigen Cards war das Ende abzusehen. Nakamura kann letztlich den Kinasha durchbringen und ins Halbfinale einziehen. (Winner: Shinsuke Nakamura – Time: 07:00 – Rating: ***)

      Nach einer Werbepause steht bereits das zweite Match des Turniers auf dem Programm. Der zweite Nachnominierte Jado steht dabei im Ring und duelliert sich mit Christopher Daniels. Den Fallen Angel kann man hier den riesigen Siegeswillen anstehen, denn ein Match gegen Nakamura würde im Halbfinale folgen. Ein Match gegen den Mann, welcher ihn bei der ersten Show ins Gesicht spuckte. Dementsprechend ist dieses Match eine noch klarere Angelegenheit als der Opener. Jado verfehlt letztlich mit einer Top Rope Aktion und muss die Angels Wings einstecken. Das folgende Cover ist dann die Endstation. (Winner: Christopher Daniels – Time: 06:00 – Wertung: ** 3/4)

      Bison Smith befindet sich kurz darauf im Ring und fragt wer seine Open Challenge angenommen habe. Er hat jeden Big Men des Wrestlinggeschäfts herausgefordert und sei bereit Vollgas zu geben. Es erscheint Jerry Tuite (bekannt als The Wall aus WCW) im Eingangsbereich und nimmt die Herausforderung an. Tuite stapft zum Ring und die beiden Kolosse blicken sich tief in die Augen. Smith geht in die Seile und setzt zu einem Shoulderblock an, doch Tuite bleibt einfach stehen und beginnt zu Grinsen. Tuite verlässt daraufhin wieder den Ring und wirft Bison nur ein „Next Week“ zu. Ein ganz nettes Big Men Segment, welches Beiden etwas Scheinwerferlicht gab. Keiner von Beiden musste viel reden, sondern sie konnten mit ihrem gewaltigen Auftreten überzeugen.

      Viertelfinale Nummer 3 folgt. EZ Money und Steve Corino treffen dabei aufeinander. Sowohl Money und Corino sind bisher noch ungeschlagen bei Ring of Honor und haben ihren Platz im Turnier verdient. Es entsteht ein nettes Match und der erfahrenere Corino schafft es immer wieder androhende Offensivaktionen von Money clever zu unterbinden. Nach einiger Zeit landet Money aber mit einer spektakulären Springboard Clothesline. Es soll das Crash Landing folgen, doch Corino kontert mit einem Small Package und kann Money mit einem Griff an die Hose bis drei auf der Matte halten. Nettes Match, mit einem Ende, welches zu Corino passte, aber das Match letztlich nicht verdiente. (Winner: Steve Corino – Time: 07:00 – Wertung: ** 3/4)

      Wir schalten erneut ins Büro von Bobby Eaton und Jim Cornette. Diesmal spricht Eaton (Cornette wäre auch hier besser gewesen). Beautiful Bobby gibt bekannt, dass bei der nächsten Show nicht nur ein ROH Heavyweight, sondern auch ROH Tag Team Champions gekrönt werden. Acht Teams werden in zwei Four Way Tag Team Elimination Matches aufeinandertreffen. Die siegreichen Teams duellieren sich im Anschluss um die Titel. Bobby wünscht allen Beteiligten viel Erfolg.

      Das letzte Viertelfinalmatch folgt an dieser Stelle. Low Ki und Bryan Danielson treten dabei erstmals in Single Comeptition und nicht in einem Triple Threat Match an. Es entsteht das bisherige Match des Abends und vor allem Danielson möchte endlich seinen ersten Sieg einfahren. Es geht viel Hin und Her und es ist die längste der vier Viertelfinalpaarungen. Zum Ende des Matches kann der Warrior Low Ki die Kontrolle übernehmen und einen harten Double Foot Stomp vom Top Rope landen. Es soll der Ki Krusher 99 folgen, doch Danielson kann sich freikämpfen und bringt aus dem Nichts einen brutalen Dragon Suplex in die Ringecke durch. Der zurückfallende Ki wird direkt mit einer Oklahoma Roll eingerollt und bis drei auf der Matte gehalten. Uff. Erste Überraschung des Abends. Low Ki war einer der Turnierfavoriten. Mit einem Sieg des bisher sieglosen Danielson war nicht unbedingt zu rechnen. (Winner: Bryan Danielson – Time: 12:00 – Wertung: *** 1/2)

      Wir sehen an dieser Stelle einen Videoeinspieler. Dustin Rhodes ist an einen Mast gekettet und Vampiro umkreist ihn. Rhodes ergreift auf Wunsch von Vampiro das Wort und sagt, dass er verdammt enttäuscht ist. Er habe es sich selbst und allen Kritikern beweisen wollen, doch wie so oft in seinem Leben habe er versagt. Er konnte nie die Fußstapfen seines Vaters füllen, er war ein schlechter Ehemann und Vater und wird nie eine Ikone in diesem Business werden. Vampiro hat ihm gezeigt, dass er nicht bereit dazu sei. Vampiro ergreift nun das Wort und erwähnt die Seven Deadly Sins (Sieben Todsünden). Dustin werde alle sieben dieser Sünden durchlaufen und danach entsteht ein neuer und nicht mehr aufzuhaltender Dustin Rhodes. Der immer noch festgekettete Rhodes nickt nur zum Abschluss des Segments. Diese Wandlung habe ich eher nicht kommen sehen. Ich dachte sie wollen Dustin Rhodes wirklich als Dustin Rhodes etablieren. Nun geht man aber wieder in eine Weirdo-Schiene. Lassen wir die Storyline erst einmal anlaufen. Das Segment war auf jeden Fall sehr stark, da mit Dustin und Vampiro zwei verdammt starke Talker sind und das Segment getragen haben.

      Halbfinalzeit. Shinsuke Nakamura vs. Christopher Daniels. Holla die Waldfee. Welch starkes Match direkt in der dritten Show. Und die Beiden gaben auch Vollgas. Man nahm den Beiden auch direkt ab, dass sich innerhalb der kurzen Verweilzeit der Promotion schon einige Spannungen zwischen den Beiden entwickelt haben. Daniels ging mit viel Aggression gegen Shinsuke vor und konnte auch früh die Kontrolle übernehmen. Zwei stärkere Phase von Nakamura wurden immer durch die eingreifende Allison Danger unterbunden und der Fallen Angel übernahm wieder die Kontrolle. Genau dieses Szenario sollte beim dritten Versuch jedoch schief gehen. Daniels und Danger kollidierten und Nakamura kam direkt mit dem Kinshasa angeflogen. Das Cover ging bis drei und Nakamura konnte das erste Duell mit Daniels für sich entscheiden und zeitgleich ins Finale um die ROH Heavyweight Championship einziehen. Starkes Match, aber auch hier überrascht mich der Sieger. Nakamura ist nicht fulltime bei Ring of Honor und steht nun im Finale. Das lässt den finalen Ausgang des Turniers etwas vorhersehbar erscheinen. Nach dem Match schlägt Daniels einen feiernden Nakamura nieder und spuckt auf diesen um sich zu revanchieren. (Winner: Shinsuke Nakamura – Time: 16:00 – Wertung: ****)

      Wir sehen einen weiteren Einspieler. Erinnert sich noch Jemand an Coach. Also nicht an Jonathan Coachman, sondern an den tatsächlichen Coach? Er war kurzzeitig Manager von Mr. Perfect Curt Hennig und heißt mit richtigem Namen John Tolos. John „Coach“ Tolos wie er sich jetzt nennt ist auf einem Trainingsplatz und im Hintergrund sehen wir Scoot Andrews auf einer Laufbahn joggen. Der Coach sagt, dass man ausschließlich mit harter Arbeit zum Erfolg kommt. Er habe nur Champions trainiert. Er korrigiert sich. Er hatte mal einen Schützling namens Curt Hennig und dieser hat im entscheidenden Moment versagt. Er sei nie ein World Champion gewesen. Dieses Versagen sei dann auch auf ihn zurückgefallen. Er wolle nun seinen Namen wieder reinwaschen und die nächsten Superstars kreieren. Die Tolos Squad wird Ring of Honor schon sehr bald dominieren. Nettes und überraschendes Segment. Tolos ist solide am Mikrofon. Schön auch wie man dessen Vergangenheit bei der WWE eingebunden hat.

      Main-Event Time. Steve Corino vs. Bryan Danielson. Ein verdienter Main-Event, da Beide im Viertelfinalmatch leistungstechnisch abgeliefert haben. Eigentlich wurde hier mit Corino vs. Ki gerechnet. Das Match hatte ein gutes Tempo und Danielson hatte verdammt viele Near-Falls gegen den erfahreneren Corino. Mit seinem schönen Suicide Dive konnte Danielson auch die erscheinenden CW Anderson und Simon Diamond ausschalten und im Anschluss Corino in seine Cattle Mutilation (einen Underhook Crossface Submission Move) nehmen. Corino schreit vor Schmerzen und es sieht hier nach einem Tapout aus. CW Anderson kann den Ringrichter jedoch einen kleinen Schubser geben, sodass dieser in die Cattle Mutilation fällt und den Move unterbindet. Die Ablenkung nutzt Diamond zu einem Slingshot gegen Danielson. Corino folgt mit einem brutalen DDT. Der Ringrichter zählt den Pinfall durch und der King Of Old School steht im Finale. Ein erwartetes Ende eines guten Main-Events. Die Beiden haben eine starke Chemie. Corino ist aufgrund seines Standings der richtige Sieger und Danielson wurde ebenfalls gestärkt. (Winner: Steve Corino – Time: 18:00 – Wertung: ****)

      Meinung des Bookers:

      Solide dritte Show. Die Matchqualität war wieder gut. Das Roster funktioniert wirklich. Die Storylines haben auch gut „Heat“ und daher steigen die Ratings. Das Turnierfinale wird jetzt noch mal wichtig. Da will ich eigentlich, dass Corino und Nakamura eine Bombe raushauen. Auch die sonstigen Storys mit Vampiro vs. Dustin, die jungen Wilden mit Danielson und Ki, der Aufbau von Daniels zum Heel und auch die Etablierung einer Big Men Division funktioniert ganz gut. Mal sehen wie die nächste Show so ankommt.