Bundesliga Saison 2019/20

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    • Bundesliga Saison 2019/20

      Liebe Freunde des runden Leders,

      bald beginnt wieder die neue Bundesliga Saison - zumindest in Spielklasse 2.
      Muss echt sagen, dass mir die heurige Off-Season gehörig auf den Leim geht.^^ Was wohl auch an meiner Wrestlingunlust liegt. Sprich, die Alternativen sind sehr rar gesät.

      Erwartet ihr euch für die neue Saison die Zeitenwende? Dortmund hat in meinen Augen bislang sehr solide eingekauft und mit Hummels hat man vielleicht auch den heiß ersehnten Abwehrchef verpflichten können.

      In München rumort es derweil. Wird der Deutsche Doublesieger hier etwa etwas kleingeschrieben oder sind die momentanen Bedenken richtig?

      Wie sieht es denn mit den anderen Teams aus? RB Leipzig oder Bayer Leverkusen werden bestimmt wieder um Europa kämpfen wollen und man darf da wohl auch nicht Schalke 04 außer Acht lassen.

      Doch steht der Liga allgemein vielleicht ein Qualitätsabfall bevor? Mit Paderborn wird die Liga nicht attraktiver und auch Union Berlin ist nicht so klangvoll wie der Hamburger SV, VfB Stuttgart und andere abgewrackte Bundesliga-Teams aus meiner Kindheit.
      Union Berlin übt sich darüber hinaus in einer sehr interessanten Transferstrategie und kauft so ein wie ich es mit den Underdog-Teams im alten Fußballmanager gemacht habe^^
    • Tjaaa, ob das mit Sane und Bayern noch was wird? Jetzt fällt er ja wohl erst mal länger aus.
      Fraglich ob man andere auf dem Niveau finden kann.
      Ich bin mir relativ sicher dass der FCB noch ein paar Spieler bis Ende August verpflichten wird, aber bisher muss man als Nicht-Bayern-Fan schon ein wenig dabei schmunzeln, wie unglücklich das alles rüberkommt :D

      Bin froh dass Dortmund früh die meisten Transfers klar gemacht hat...
    • Das ist eine sehr eindimensionale Sichtweise. Die Bayern konnten nichts für die schwächelnde Konkurrenz.
      Hätten die anderen Vereine die letzten 6 Jahre sich ein wenig angestrengt wäre die Meisterschaft auch offener gewesen.
      Hatten die Bayern eine dominantere Mannschaft als in den 70er Jahren oder zur Jahrtausendwende?
      Mitnichten. Aber das Niveau der Liga ist mittlerweile nur noch Durchschnitt und das wird auch nicht besser.
      Wenn die Bayern heuer wirklich ein mieses Jahr haben, dann wird das International große negative Auswirkungen haben für die Bundesliga haben.
      Ich wünsche mir einen Kampf mit offenem Visier und die Chancen stehen heuer für die Liga nicht schlecht.
    • ViRus wrote:

      Das ist eine sehr eindimensionale Sichtweise. Die Bayern konnten nichts für die schwächelnde Konkurrenz.
      Hätten die anderen Vereine die letzten 6 Jahre sich ein wenig angestrengt wäre die Meisterschaft auch offener gewesen.
      Auch du weißt, dass die Bayern seit Jahrzehnten systematisch die Leistungsträger ihrer größten Konkurrenten wegkaufen, notfalls auch um diese gar nicht selbst einzusetzen, t. Und das die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht, nicht nur in der Bundesliga, aber Bayern München hat gar keine Interesse daran TV-Gelder und Co ausgeglichener zu verteilen.
    • Es werden immer gute Spieler von kleinen Vereinen weggekauft.
      Der Dorfverein stöhnt, wenn der Oberligist einen talentierten Jugendspieler verpflichtet
      Der Oberligist ist traurig, wenn der Torschützenkönig es in Liga 3 versucht
      Der Juniorennationalspieler von Arminia Bielefeld wird von Mönchengladbach unter Vertrag genommen.
      Ja, selbst Dortmund kauft gerne junge Talente der Klubs aus der Region weg. Beschweren tut sich da auch niemand
      Selbst die Bayern jammern, wenn sie im Transferpoker mit Real Madrid oder PSG nicht mithalten können.

      Es wird immer einen größeren Fisch geben, der den kleinen Fisch was wegnimmt.
      Dieses "Bayern kauft der Bundesliga zum Spaß Talente weg" will ich so für mich persönlich nicht gelten lassen.
      Dieses Argument kann jeder Verein bringen und ich denke selbst, dass die Bayern immer ein höchst vernünftig geführter Verein war. So "Spaß"-Transfers gibt es eigentlich sehr selten.

      Nebenbei ist der FC Bayern der Verein Deutschlands, der am meisten polarisiert. Klar, dass die auch mehr Geld bekommen als Vereine wie Augsburg.
      Die BVB AG ist ja zum Glück auch immer der Verein für Fairness und Gerechtigkeit ;)
    • Die haben so viel Geld, weil sie vor Jahrzehnten genau zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Dinge getan haben. Das macht sich heute alles bezahlt. So gesehen haben sie es sich durchaus verdient dort zu stehen, wo sie sind. Ändert nichts daran das es eingebildete Fatzken sind und nicht damit umgehen können, wenn sie mal nicht #1 sind :P

      Es würde der Liga aber definitiv nicht schaden, wenn die Bayern mal ein paar Jahre durststrecke hätten, damit 2-3 andere auf ein ähnliches Niveau durch nationale und internationale Erfolge gehoben werden können. Das bräuchte die Bundesliga mal. Wird aber leider nicht passieren, der Unterschied zwischen Bayern und dem Rest ist mittlerweile zu groß. Da muss schon gewaltig was schief laufen bei denen.
    • Dann erklär mir mal bitte wieso die Liga von schwächelnden Bayern profitiert.

      Leverkusen hat Deutschland auch super international vertreten als sie als Vizemeister sogar ins CL Finale kamen. Eine Meisterschaft macht den Fußball der Liga nicht besser
      Man merkt, dass momentan einfach die Durchschlagskraft im europäischen Vergleich fehlt. Ich gönne jedem Club in Deutschland seinen Erfolg, aber er wird nicht passieren wenn einfach eine große Mannschaft schwächelt und halt die Teams dahinter abstauben.
      Wobei ich da dem BVB gar nicht die Qualität absprechen möchte. Ich finde die Mannschaft hat ihren Charme in der Zusammensetzung. Aber mir wäre ein Kampf wie letzte Saison sehr recht. Da haben beide Clubs teilweise wirklich Optimum abgerufen...leider halt zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

      Im Gegenteil. Auch wenn man die Bayern als arrogant sieht so sind sie noch immer eine gewisse Antithese zu anderen europäischen Spitzenvereinen, die entweder einen Gönner haben oder Schulden machen.
    • ViRus wrote:

      Dann erklär mir mal bitte wieso die Liga von schwächelnden Bayern profitiert.
      Das ist das Problem der unterschiedlichen Sichtweise: Der Bayern-Fan denkt "profitieren" bedeutet für die Liga, dass man erfolgreich in der Champions League auftritt. Ich denke "profitieren" für die Liga bedeutet, dass die Liga interessanter / spannender wird.

      Ergo: Bayern möchte einen größeren Anteil der zu verteilenden Gelder, andere möchte am liebsten, dass alle Teams ähnlich viel Geld zur Verfügung haben.
    • Interessante Diskussion!

      Nunja, die Frage ist hier, wie das "Profitieren" definiert wird. Inwiefern die Bundesliga an und für sich von einem Champions League-Gewinn des FCB profitiert, das erschließt sich mir nicht auf den ersten Blick. Von der Champions League profitieren zunächst die Bayern selbst. Das Preisgeld wandert ins Geldbörserl, dito das TV-Geld und der CL-Titel steht beim FCB auf dem Briefkopf.
      Die Bundesliga als solche profitiert auf den zweiten Blick allerhöchstens sekundär durch die erzielten Punkte für die 5-Jahres-Wertung, welche die Verteilung der Europapokalplätze regelt... ABER darein fließen auch die Zähler der anderen deutschen EP-Teilnehmer und spielen diese mies, dann hilft auch der CL-Sieg der Bayern nichts...

      Eine ausgeglichene Bundesliga mag andererseits für die Fans an Attraktivität gewinnen, denke aber nicht, dass dies dann für etwaige Sponsoren interessanter wird. Als Beispiel nehme man da die 1980er Jahre, als es verschiedene Meister gab und das Geld dennoch knapp und die Stadien kaum gefüllt waren. In dieser Zeit ist die Bundesliga ein Zulieferer für Italien gewesen. Denke, das ist auch die Perspektive der Bundesliga. Mindestens für den Moment. In den Niederladen und in Frankreich ist das seit Jahren gang und gäbe. "Ausbildungsliga" vornehmlich für die Premier League.

      Die Wurzel allen Übels ist mMn aber weder bei den Bayern, noch bei der Bundesliga zu finden. Erstere drohen auf lange Sicht, zweitere sind international bereits abgehängt worden. Woran liegts? Ich fasse mich kurz, vielleicht kommt noch eine weitere Diskussion in Gang:

      1. Die horrenden Geldsummen, die da mittlerweile im Spiel sind. Seien es Mäzene, sei es TV-Geld, seien es Prämien... ich wundere mich, dass sie finanzielle Seifenblase des Weltfußballs noch nicht geplatzt ist. Die Bundesliga besitzt nicht die internationale Strahlkraft einer Premier League, um ähnlich hohe TV-Summen aufstellen zu können. Überrascht aber auch nicht: Die Premier League erfreut sich aus historischen Gründen im Commonwealth größter Beliebtheit, ist aber auch schon in den 90er Jahren frühzeitig nach Asien expandiert. Das hat die Bundesliga verschlafen. Der Versuch sich in den USA zu etablieren ist nach hinten losgegangen. Das liegt aber vielmehr am angebotenen Produkt selbst.

      2. Das Bosman-Urteil (12/1995). Als Folge des Bosman-Urteils sind durch die auferlegte Freizügigkeit die Gehälter ins Unermessliche gestiegen. Vor 1995 gab es quasi einen Fahrplan (eine Deckelung), nach welchem Transfererlöse berechnet wurden. Das war in etwa: Altes Gehalt + neues Gehalt /2 multipliziert durch einen Faktor (Höchstens 5 bei einem gestandenen Nationalspieler). Zudem wurde auch bei einem ausgelaufenen Vertrag eine Ablöse fällig. Davon haben sich v.a. die kleinen Vereine refinanzieren können. Dies ist durch das Urteil komplett weggefallen. Zwar besteht formal eine Ablösefreiheit nach Vertragsfreiheit, allerdings sind die Ablösesummen nicht verschwunden. Diese zirkulieren nun nicht mehr zwischen den Vereinen, sondern als Handgeld zwischen Vereinen und Spielern. Lustigerweise sind es v.a. die Bayern gewesen, die vor der Machtverschiebung zu den Spielern (und ihren Agenten) gewarnt haben.

      3. Als Folge regeln nun nicht mehr die Vereine Angebot und Nachfrage, sondern die Spieler wählen den höchstbietenden Verein. Man schaue sich mal die Topverdiener der Bundesliga an:
      - 1970er: Franz Beckenbauer (FCB, 350.000 DM)
      - 1980er: Rudi Völler (Werder, 550.000 DM)
      - 1990er: Lothar Matthäus, Stefan Effenberg (FCB, je 4.000.000 DM)
      - 2012: Bastian Schweinsteiger (FCB, 10.000.000 EUR)
      Ich muss schon staunen, wenn heutzutage für einen Mittelklassespieler 25 mio Euro geblecht werden, während du in den 80er/Anfang der 90er Jahre noch mit 250.000 DM weggekommen bist.

      Das ist der Wahnsinn, der gestoppt werden muss. Dass Bundesliga-Spieler in ihrer kurzen Profi-Karriere vielleicht mehr verdienen (müssen?) als der Otto Normalverbraucher leuchtet u.U. ein, aber nicht die Tatsache, dass ikonenhafte Multimillionäre geschaffen werden müssen, weil es der Wettbewerb verlangt.

      Ich lehne mich mal aus dem Fenster und werfe eine These ein: Werden Gehälter und Transfersummen wieder auf das System vor 1995 umgestellt (wobei noch die Situation um großspuriges Mäzenentum à la PSG oder Premier League erörtert werden müsste), dann profitiert die Bundesliga einerseits durch einen ausgeglicheneren und attracktiveren Wettbewerb einerseits und durch mehr internationale Konkurrenzfähigkeit andererseits.
      "Volle Energie – und fertig ist die Ramrod-Infanterie!“
    • ScandinavianFlick wrote:

      Werden Gehälter und Transfersummen wieder auf das System vor 1995 umgestellt (wobei noch die Situation um großspuriges Mäzenentum à la PSG oder Premier League erörtert werden müsste), dann profitiert die Bundesliga einerseits durch einen ausgeglicheneren und attracktiveren Wettbewerb einerseits und durch mehr internationale Konkurrenzfähigkeit andererseits.
      Das würde ich geil finden, da dann etliche Vereine um Topspieler mitbieten können, aber erscheint mir total unrealistisch, denn

      1. Könnte man rechtlich Gehälter deckeln und Firmen weltweit vorschreiben was sie maximal bezahlen dürfen? Und wenn ja wer könnte das, die korrupte FIFA oder UEFA bzw. DFB im internationalen Wettbewerb?

      2. Sind es nicht die reichen Topclubs, die heutzutage das meiste zu sagen haben, und wenn ja welches Interesse sollten diese daran haben die Schere zu verkleinern? Siehe Etatunterschiede in einer Liga heute im Vergleich zu früher.

      3. Würde Scheich XY, unendlich reich, ein solches Agreement irgendwie interessieren, wenn er die Chance hat einen Messi einzukaufen?

      4. Würden sich das die mächtigen Spieler gefallen lassen?
    • Natürlich ist das nicht realistisch, denn das Rad der Zeit lässt sich (leider) nicht mehr so einfach umstellen. Zumal eine Umstellung kein rechtliches Fundament hat. Der Denkfehler des EuGH war meines Erachtens, dass ein Sportverein mit einem Wirtschaftsunternehmen gleichgesetzt wurde. Profi-Sportler sind in meinen Augen aber keine Angestellten ihres Vereins, sondern vielmehr für einen bestimmten Zeitraum angeheuerte Freelancer.

      1. Die Idee einer Deckelung ist tatsächlich immer mal wieder im Umlauf (siehe Kalle Rummenigge). Problematisch steht da das Bosman-Urteil im Weg, das eine Umsetzung unmöglich machen dürfte. Es sei denn es würde auf dem EU-Rechtsweg eine Neubewertung angestoßen werden. Wie schon gesagt, hat das Urteil meinem Verständnis nach Profi-Fußballer falsch betrachtet.

      In der NBA wird beispielsweise durch das Collective Bargaining Agreement die Laufzeit der Verträge, die Spielergehälter (gemessen an Jahren in der Liga) und der Pozentsatz des Etats festgelegt, der für die Spielergehälter aufgebracht werden darf, festgelegt. Aber ja, das ist ein anderer Rechtsraum.

      2. Ja, die ECA lässt sich natürlich nicht die Butter vom Brot nehmen. Seit gut 20 Jahren drohen die Herrschaften immer wieder mit einer europäischen Superliga, sodass der Modus der Champions League zig mal zu Gusten der Topclubs abgeändert wurde.
      Das ist auch die Krux an der Sache: Das Eigeninteresse hat bei den Topclubs freilich priorität, andererseits sind es z.B. gern wieder die Bayern, die über die geschaffenen Verhältnisse jammern, an denen sie ja selbst beteiligt sind (als Mitglied der ECA).

      3. Gegenfrage: Hätte er eine andere Wahl, wenn es ein solches Agreement geben würde? Die Financial Fairplay-Geschichte von der UEFA im Hinterkopf... Sanktionen wie der Ausschluss aus dem Europapokal sind auch für Scheich XY nicht außer Acht zu lassen.

      Das Mäzenentum ist keine Sache der letzten 15 Jahre. Wenn ich an den SSC Neapel denke, die haben 1984 Diego Maradona für sagenhafte 24 Mio DM vom FC Barcelona losgeeist. Eine unerhörte Summe damals (bei der bis heute noch nicht klar ist, wie sie zusammen getragen wurde... hm, Mafia? :D). Problem: 1984 waren diese Transfers ungleich riskanter, da es keinen finanziellen Fallschim in Form hoher TV-Gelder oder hoher Europapokalprämien gab.

      Möglicherweise braucht es dann auch keine Agreements, wenn die Marktlage solche Geschäfte zu einem Highlight machen?

      4. Vor dem Bosman-Urteil hätten sie keine Wahl gehabt. Heute ist auch das natürlich nicht mehr so einfach: Die Spieler sind ikonenhafte Millionäre und in ihrer Position durch die Rechtssprechung gestärkt. Provokant gefragt: Wenn aber kein Verein mehr 6 mio EUR monatlich an Lionel Messi abdrücken will oder kann, was bleibt dann dem Spieler für eine Wahl?
      "Volle Energie – und fertig ist die Ramrod-Infanterie!“
    • Ich finde die Diskussion sehr spannend, kann da aber wohl fachlich gar nicht mithalten und z.B. keine Vergleiche aus anderen Ligen (anderer Sportarten) heranziehen. Was ich als 0815-Fan mitnehme: Das Fußballgeschäft ist mehr oder weniger unreguliert und durch diesen Umstand zu diesem billionenschweren Kommerz-Produkt geworden. Da kochen so viele Köche in so vielen Töpfen mit, und alle haben dabei noch ihre eigenen Interessen im Hinterkopf, dass wir anno 2019 eben das Ergebnis dieser Konstellation haben: Horrende Summen, eine riesige Kluft zwischen den Top 8 und dem Rest - und korrupte Kontrollinstanzen, die regelmäßig auf ganzer Linie versagen.

      Man hätte es nicht so weit kommen lassen müssen, hat man aber. Und warum? Des Geldes wegen natürlich. Geld, Geld, Geld, darum geht es und um nix anderes. Ältere Herren stecken es sich in die Taschen, Scheichs und andere Mogule pumpen es hinein und die Blase wird größer, größer und größer. Und sie wird auch nicht so schnell platzen, da das gesamte System einfach so stabil aufgestellt ist, dass da Erschütterungen locker abgefangen werden. Jeder spielt mit und hält die Klappe. Wenn man sich auch nur 15 Minuten mit den FootballLeaks beschäftigt, kann einem da ja manchmal nur das Mittagessen hochkommen.

      Der "einfache Fan" bekommt davon nix mit, aber wie lange wird er sich noch mit dem Fußball identifizieren können? Die Jugend von heute betrachtet Fußball doch weitaus emotionsloser und nüchterner als damals. Fußballer sind zumeist eindimensionale, glattgebügelte Multimillionäre, keine Sympathieträger oder Vorbilder (mehr). Eigentlich sind es doch nur fürstlich entlohnte Schachfiguren. Wir haben den Manager-Modus von FIFA (bzw. dem Ultimate Team) doch längst schon in der Realität.

      ABER ich schweife aus und möchte einmal anmerken, dass Freiburg sich heute vor die Bayern geschossen hat und somit ein durchaus ernstzunehmender Meisterschaftskandidat ist. :D Im Ernst: Bayern, Dortmund, Leipzig - das klingt doch sehr gut da vorne und darf von mir aus so weitergehen. Enttäuscht war ich gestern von Leverkusen, da ich sie eigentlich zum erweiterten Favoritenkreis auf die Schale gezählt habe. Das wird aber wohl wieder nur eine Saison zwischen Platz 5 und 8, wie immer eigentlich. Die Bayern gefallen mir aktuell nicht wirklich. Das Spiel ist sehr statisch und vorhersehbar, total auf die individuelle Klasse zugeschnitten. Es erinnert mich etwas an Leverkusen unter Heiko Herrlich, die auch stets Sand im Getriebe hatten und nur im Ansatz haben erkennen lassen, dass da noch viel mehr geht.

      Kovac tut sich auch keinen Gefallen damit, Countinho drei Minuten vor Schluss einzuwechseln, Champions League am Mittwoch hin oder her. Ein paar mehr solcher Entscheidungen und die Bude bricht wieder über ihn ein. Leipzig ist ein Titelkandidat und Bayern hat gestern keine Punkte auf sie gut machen können. Das ist für mich die Realität.

      Genauso real ist meine Hertha auf dem letzten Tabellenplatz. Sie betreiben einen Riesenaufwand, belohnen sich aber nicht und geraten nun so langsam in den gefürchteten Negativstrudel. Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, warum es in der Offensive immer so hakt bei Berlin. Covic war eine riskante Entscheidung, da er faktisch gegenüber Dardai keine Verbesserung darstellt, bis auf ein leicht offensiveres Denken. Wird das nix, wird auch Preetz gehen müssen. Gegen Paderborn, Düsseldorf und Köln müssen sechs bis neun Punkte her, Hertha hat immerhin für fast 35 Mio. € eingekauft.

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