Looking Back - Triple H's Reign of Terror (Teil 3 online!)

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    • Looking Back - Triple H's Reign of Terror (Teil 3 online!)

      Teil 1



      Triple H genießt bei den Smart Marks einen zweifelhaften Ruf: Er „begräbt“ Talente, stellt sich unabhängig von seiner aktuellen Gesinnung oder Storyline immer über seine Kontrahenten und bringt in erster Linie sich selbst over. Grund für diese Unterstellungen ist die sogenannte „Reign of Terror“, die von 2002 bis 2005 andauerte.

      Nachdem Brock Lesnar beim SummerSlam 2002 The Rock besiegen und sich zum jüngsten WWE Champion der Geschichte krönen konnte, entschied sich „The Beast“ dazu, sein Gold nur noch bei SmackDown! zu verteidigen. Der zu dieser Zeit bereits aktive Brand Split machte dies ohne Probleme möglich. Nun stand allerdings die vermeintliche A-Show Monday Night RAW ganz ohne World Title da, was General Manager Eric Bischoff natürlich nicht akzeptieren konnte. Er reaktivierte am 02. September die ehrwürdige, ehemals in der WCW ausgekämpfte „World Heavyweight Championship“ – und ließ sie zur Verwunderung vieler nicht in einem Turnier oder einem anderen Wettbewerb auskämpfen, sondern übergab sie einfach direkt Triple H, zu der Zeit Top-Heel bei RAW. Immerhin musste er sie am selben Abend noch gegen Ric Flair verteidigen, was einen schönen Bogen zur WCW-Historie des Titels schlug. HHH verteidigte das Gold standesgemäß.

      Der erste Herausforderer auf großer Bühne war Rob Van Dam – eine der wenigen Personen, die von dem vermurksten „Invasion“-Angle profitieren konnten. Mit seinem riskanten Over-the-Top-Stil eroberte „The Whole F’N Show“ die Herzen der Fans und wurde zu einem der Top-Faces von RAW. Van Dam setzte sich in einem No. 1 Contendership Match durch, verlor wenige Wochen darauf jedoch die WWE Intercontinental Championship durch einen Eingriff von Hunter – ein Muster, das uns während der Beleuchtung der "Reign of Terror" noch oft begegnen wird. In einem umkämpften World Heavyweight Championship Match bei Unforgiven setzte sich Triple H letztendlich durch einen überraschenden Turn von Ric Flair gegen das wohl größte Face von Monday Night RAW durch – eine Freundschaft war geboren.

      Rob Van Dam bekam zwar beim No Mercy PPV wenige Wochen später seine Rache gegen Ric Flair, indem er den „Nature Boy“ in weniger als zehn Minuten besiegen konnte. Ansprüche auf ein neuerliches Titelmatch gegen Triple H erhielt der einstige ECW World Champion allerdings nicht – warum auch immer. Und sind wir mal ganz ehrlich: Ein Sieg über Ric Flair im Jahr 2002 war auch nicht mehr besonders viel wert. Stattdessen bekriegte sich Hunter mit Kane, zu diesem Zeitpunkt World Tag Team Champion und noch mit der altbekannten Maske unterwegs. Im Vorfeld verkündete General Manager Eric Bischoff, dass beim No Mercy PPV der World Heavyweight Champion und der Intercontinental Champion in einem Match der Titelvereinigung aufeinandertreffen werden. Zum Zeitpunkt der Ankündigung waren dies Triple H und Chris Jericho, allerdings konnte der angesprochene Kane Y2J bei RAW besiegen und das Midcard-Gold an sich reißen. Somit stand das Match zwischen „The Game“ und „The Big Red Machine“ fest. Die Woche darauf verteidigte Kane im Alleingang die World Tag Team Championship, da zuvor sein Partner The Hurricane Backstage von Triple H und Ric Flair attackiert wurde. Der Plan des neuen Heel-Gespans ging aber wie erwähnt nicht auf, woraufhin Hunter tief, tief in die Vergangenheit des Monsters graben musste, um ihn aus seiner glücklichen Stimmung zu holen. Ja, ich rede von der Katie Vick Affäre.

      Um dieses unrühmliche Kapitel kurz zu machen: Triple H beschuldigte Kane des Mordes an einer gewissen „Katie Vick“, die er von einer Party nach Hause fahren wollte. Dabei fabrizierte der laut Triple H alkoholisierte Kane einen Verkehrsunfall, der zum Ableben der bis vor einer Woche noch völlig unbekannten Frau führte. Aber den großen Hammer (hust) packte HHH erst nach seinen Ausführungen aus: Auf der Leiche von Katie Vick wurden Samenspuren des großen roten Monsters gefunden! Da liegt die Vermutung natürlich nahe, dass Kane nicht nur ein recht sozialisiertes, halb verbranntes Monstrum ist, das gerne auf Parties verkehrt, sondern auch eine nekrophile Ader besitzt! Es folgte eines der abartigsten WWE Segmente aller Zeiten, als sich ein als Kane verkleideter Triple H (nur bekleidet mit einer Maske und einem fleischfarbenen Slip) an einer (falschen) Leiche verging, die Katie Vick darstellen sollte. Es wird gar gemunkelt, dass während der Aufzeichnung dieses Segments Vince und Stephanie McMahon hinter der Kamera gestanden und explizite Anweisungen an Hunter gegeben haben sollen. Ich verkneife mir jeden weiteren Kommentar.

      Nach einem unlustigen Marionetten-Segment, in welchem Triple H Kane und Katie Vick weiter veräppelte, trafen die beiden Hünen letztendlich bei Unforgiven aufeinander und ließen Gott sei Dank wieder das Geschehen im Ring für sich sprechen. Man mag meinen, dass sich Kane für all die abartigen Anschuldigungen rächen würde, jedoch setzte sich auch in diesem Aufeinandertreffen der Heel-Champion nach einem großen Durcheinander mit Eingriffen von Ric Flair, The Hurricane und einem ausgeknockten Earl Hebner (auch ein Markenzeichen der Reign of Terror) durch. Triple H war somit nicht nur World Heavyweight und Intercontinental Champion, sondern auch der einzige Singles Champion von Monday Night RAW. Der Hardcore sowie der European Title wurden bereits in den Ruhestand geschickt bzw. in die IC Championship überführt.

      Beim kommenden Survivor Series PPV debütierte das Elimination Chamber Match, das von Eric Bischoff stolz als Mischung aus „Hell in a Cell“, „Royal Rumble“ und „War Games“ Match bezeichnet wurde. Das Teilnehmerfeld bestand aus Champion Triple H, der sein Gold in dieser Konstruktion aufs Spiel setzen musste, Shawn Michaels, Kane, Rob Van Dam, Chris Jericho und Booker T. Es mag zwar nicht das beste Elimination Chamber Match in der Geschichte der WWE gewesen sein, allerdings mit Sicherheit das stimmigste. Man befand sich im Madison Square Garden vor einer euphorisierten Crowd, hatte eine tolle Spannungskurve im Match, viele verrückte Spots und mit Shawn Michaels einen überraschenden Sieger nach einem spannenden Finale. Chris Jericho führt in einem seiner Bücher aus, das vieles im ersten Chamber Match der Geschichte völlig verbotcht wurde und nicht funktionierte. Unter anderem deshalb entwickelte sich bei Kane eine große Wut, die darin gipfelte, dass er Y2J durch die Plexiglaswand einer Kammer schleuderte. Auch der gebotchte Five Star Frog Splash von Rob Van Dam bleibt in Erinnerung: Er sprang vom Dach einer Kammer auf Triple H herunter, traf mit seinem Knie aber Hunters Kehlkopf, woraufhin sein Hals über das Match hinweg immer weiter anschwoll. Erst nach dem Ringgong und im Konfettiregen signalisierte Earl Hebner mit dem „X“-Zeichen, dass eine Verletzung vorlag. Triple H jedoch biss sich auf die Zähne und workte das Match zu Ende. Auch das zeichnet eben einen HHH aus.

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    • Also Kane damals als Leichenschänder zu bringen, ich glaub in der Attitudezeit wäre das sicherlich noch was gewesen. Aber selbst da wäre es schon gewagt gewesen, obwohl ich da erstmal keine Kritik gefunden hätte. Allerdings zu dieser Zeit war Kane schon "kaputt", auch wenn er da noch die Maske hatte. Fand es auch extrem schade, dass man diese genommen hat. Und da kommt man auf das Thema Triple H: Warum gerade er? Warum hat man damit keine neuen Charakter gepusht? In dem Sinne hat es Hunter nichts gebracht, er war ja schon der große und böse Heel. Nur als Kanefan sage ich, dass hätte nie passieren dürfen.

      Ich bin nicht der größte Triple H Fan, aber er hat den Heel gnadenlosen perfekt gespielt. Egal ob er sich alles selbst zurecht gebookt hat, oder nicht, dass Schauspielern hat er drauf. Heute ist es für mich das Gegenteil, er ist in den letzten 3 Jahren extrem alt geworden.

      Aber in dieser Zeit war Triple H überall vertreten. Und wenn er mal nicht im Main Event stand, hatte er trotzdem einen wichtigen Stand im Roster wo er aufgefallen ist. Generell ist das Thema Triple H sehr gewagt. Die einen sagen er ist einer der besten Heels, die Andere nennen ihn Erbschleicher. Ich glaub schon das er den Vorteil ausgenutzt hat, kann mich aber auch irren.
    • Ich denke, dass Triple H teilweise selbst nichts fürs damalige Booking konnte.
      RAW wirkte in der Ruthless Aggression Era vor allem 2003 teilweise sehr träge und vorhersehend. Im Grunde gab es auch kaum tragbare Gegenspieler für Hunter. Im Roster etablierte sich doch erst mit Batista jemand, der Triple H ebenbürtig war. Selbst in der Fehde von Shawn und Hunter hatte eigentlich immer Hunter schon aufgrund der Evolution den großen Vorteil.
      Die Dominanz von HHH passte einfach nicht ganz nach der Epoche der Attitude Era.

      Wieder sehr fein geschrieben, pokusa. Ich habe mir beim Threadtitel mehr HHH-Bashing erwartet. Das war es dann zum Glück doch nicht.^^
    • Ich bin zwar kein besonders großer Triple H Fan und gebe ihm hier und da gerne mal einen mit. Allerdings muss man vor allem diese Ära von Hunter differenziert betrachten. In Foren sagen die einen ja gerne, dass HHH seine Macht missbraucht und Talente begraben hat, die er nicht auf einem Level mit sich gesehen hat. Die anderen hingegen meinen, dass einzig das Writing Team sowie Vince McMahon das so gewollt haben. Letztendlich ist es wohl eine Mischung aus beidem. Ein paar Sachen waren sehr fragwürdig und grundlos einseitig, auf andere Dinge hatte Triple H aber gar keinen Einfluss, sodass der Titel nicht wirklich durch sein Zutun wieder bei ihm landete.
    • Teil 2



      Triple H genießt bei den Smart Marks einen zweifelhaften Ruf: Er „begräbt“ Talente, stellt sich unabhängig von seiner aktuellen Gesinnung oder Storyline immer über seine Kontrahenten und bringt in erster Linie sich selbst over. Grund für diese Unterstellungen ist die sogenannte „Reign of Terror“, die von 2002 bis 2005 andauerte.

      Für Shawn Michaels wurde der „Boyhood Dream“ bei der Survivor Series 2002 ein zweites Mal wahr: Nach einem Pinfall über Triple H verließ HBK die Elimination Chamber als World Heavyweight Champion und wurde zum gejagten Mann bei RAW. Hunter setzte sogleich alles daran, sein Rückmatch gegen Michaels zu bekommen, wobei das Titelgold tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Acht Tage nach dem PPV verteidigte Shawn Michaels bei RAW den Gürtel gegen Rob Van Dam erfolgreich – allerdings nur durch Hilfe von Triple H, der offensichtlich unbedingt gegen seinen alten D-Generation X Partner in den Ring steigen wollte, um sich für die empfindliche Niederlage im „Unsanctioned Match“ beim SummerSlam 2002 – HBKs Comeback-Match – revanchieren zu können (wenngleich Hunter HBK nach dem Match einen Schlag mit dem Sledge Hammer verpassen und zuletzt lachen konnte). Eine Woche darauf bezwang Triple H Rob Van Dam in einem No. 1 Contendership Match und das große Rückmatch zwischen HHH und HBK wurde besiegelt. General Manager Eric Bischoff konnte es mit Hinblick auf die geschichtsträchtige Vergangenheit der beiden aber nicht bei einem normalen Match belassen und wandelte die Paarung kurzerhand in ein „Three Stages of Hell“ Match um – ein Street Fight, ein Steel Cage und letztendlich ein – sollte es 1:1 stehen – Ladder Match.

      Während der gleichen Episode von RAW attackierten Triple H und sein neuer bester Freund Ric Flair Jeff Hardy, was Shawn Michaels für einen Save auf den Plan rief. Der „Nature Boy“ ergriff sogleich das Wort und stellte klar, dass wenn HBK nicht freiwillig die „Fackel“ an Hunter übergeben würde, er bei Armageddon „getötet“ werde. Abgeschlossen wurden die letzte Ausgabe von RAW vor Armageddon mit einem ausschweifenden Brawl zwischen Triple H und Shawn Michaels, wobei HBK die Oberhand behalten und HHH nach einem Schlag mit einer Mülltonne in einen Container befördern konnte. Michaels stieg auf einen Anhänger und sprang mit einem Diving Elbow Drop auf seinen einstigen DX-Compagnon. Konnte Michaels bei Armageddon nun beweisen, dass er besser als Triple H ist?

      Nein. Das Gold wechselte zurück zu Hunter, der das außerordentlich harte, blutige und mit einigen interessanten Spots gespickte Three Stages of Hell Match nach fast 40 Minuten gewinnen konnte. Hervorgehoben werden muss auf jeden Fall die Tatsache, dass uns Shawn Michaels on-air als Wrestler der Vergangenheit und Triple H als Wrestler der Gegenwart verkauft wurden, was relativ befremdlich wirkte. Wie dem auch sei: Mit breiter Brust feierte Triple H daraufhin bei RAW eine „Appreciation Ceremony“ auf sich selbst und hielt eine seiner berüchtigten, nicht enden wollenden Promos, in denen er mit Pflastern im Gesicht gebetsmühlenartig wiederholte, dass er wirklich so „verdammt gut“ sei - ein Markenzeichen der "Reign of Terror". Unterbrochen wurde die zähe Angelegenheit von Scott Steiner, dessen WWE-Comeback im Vorfeld groß aufgezogen wurde: Sowohl Eric Bischoff als auch Stephanie McMahon, die General Manager von RAW bzw. SmackDown!, buhlten um die Dienste des „Genetic Freaks“. Zunächst schien es so, als wäre Steiner beim blauen Brand untergekommen. Doch nachdem Stephanie die Forderungen von Steiner nicht erfüllen wollte, sicherte sich Steiner einen attraktiven Vertrag bei RAW, der ihm sogleich ein World Title Match zugesichert hat.

      Da es bis zum Royal Rumble 2003 allerdings noch einige Wochen dauerte, trafen World Heavyweight Champion Triple H und Herausforderer Scott Steiner in zweifelhaften „Challenges“ gegeneinander an: Wer kann beim Armdrücken gewinnen? Wer macht den besten Eindruck beim Bodybuilder-Posing (inklusive körperbetonender, blauer Beleuchtung)? Wer schafft mehr Liegestütze? Es handelte sich bei diesen Segmenten um unfreiwillig komische Aufeinandertreffen zweiter Super Heavyweights, die eigentlich mit härteren Bandagen hätten vorgehen sollen. Das Publikum quittierte dieses ulkige Schauspiel mit Desinteresse. Vor allem der berüchtigte „Posedown“ zwischen Hunter und Steiner genießt einen höchst zweifelhaften Ruf bei den Fans, da das gesamte Schauspiel selbst für Wrestling-Verhältnisse überaus homoerotisch daherkam. Beim angesprochenen Liegestütz-Wettbewerb hingegen attackierte die Jury auf einmal Scott Steiner, da sie offensichtlich von Triple H gekauft wurde. Der Herausforderer schickte jedoch jeden aufmüpfigen Prügelknaben mit Belly to Belly Suplex Manövern auf die Matte – vorbei waren die mehr oder minder aussagekräftigen „Vergleiche“.

      Die Matches zwischen Triple H und Scott Steiner beim Royal Rumble und No Way Out sind zurecht als unterirdische Aufeinandertreffen zweier mit Steroide vollgepumpter Muskelmänner in die Geschichtsbücher eingegangen, die sich ohne jegliches Pacing und ohne jeglicher Dramaturgie Schläge und Slams verpassten. Beide Superstars waren zu diesem Zeitpunkt in keiner besonders guten Form, doch allen voran Scott Steiner botchte etliche Aktionen (u.a. die legendäre Double Underhook Power...WTF was that?), vergaß offensichtlich Teile der Matchabläufe und verpasste Hunter gefühlt dutzende Belly to Belly Suplexe, um irgendwie diese 15 Minuten Matchzeit hinter sich zu bringen. Steiner bezwang Hunter beim Rumble via DQ und unterlag dann im Rückmatch bei No Way Out, was ihn den Weg in die Midcard ebnete – und dort ging es weiter mit den Taten, die die „Steinermania“ begründen sollten (Botchamania-Fans wissen Bescheid).

      Gerüchte besagen, dass ein drittes, finales Match zwischen Triple H und Scott Steiner bei WrestleMania XIX stattfinden sollte. Aufgrund der „Qualität“ ihrer vorherigen Aufeinandertreffen und der Tatsache, dass Hunter bei No Way Out gar bejubelt wurde, wurden die Pläne allerdings über den Haufen geworfen und Booker T sicherte sich mehr oder minder überraschend bei RAW den No. 1 Contender Spot auf die World Heavyweight Championship, indem er eine 20-Man Battle Royal siegreich beenden konnte. Durch den Run mit Goldust als Tag Team, mit etlichen unterhaltsamen Segmenten, stieg die Popularität von Booker T bei den Fans spürbar an, weshalb das sympathische Duo Ende 2002 aufgelöst wurde, um den einstigen „G.I. Bro“ Richtung Main Event pushen zu können.

      Im Vorfeld zu WrestleMania XIX hielt Triple H eine höchst kontroverse Promo, in welcher er zwar eigentlich auf Booker Ts kriminelle Vergangenheit einging, die on-air thematisiert wurde, um die Underdog-Rolle vom Herausforderer zu stärken und somit Sympathien beim Publikum zu schüren. Allerdings hatte die ganze Angelegenheit einen unangenehm rassistischen Unterton, vor allem als Triple H feststellte, dass „Leute wie Booker T“ die World Championship nicht verdienen würden. Zurückzuführen ist dies sicherlich auf unglückliches Writing und eine noch unglücklichere Ausdrucksweise von Triple H. Trotzdem wurden die entsprechenden Rollen von Champion und Herausforderer weiter gestärkt, sodass eigentlich alles für einen „Against all Odds“ Babyface-Underdog-Sieg seitens Booker sprach.

      Doch erneut spielte die WWE mit den Erwartungshaltungen der Fans und Triple H bezwang Booker T nach rund 20 Minuten durch einen blitzsauberen Pinfall in der Mitte des Rings. Natürlich griff Hunters Manager Ric Flair mehrfach ein, so wie er es immer während den wichtigen Titelmatches tat. Die Deutlichkeit der Niederlage wurde aber dahingehend unterstrichen, dass Triple H Booker T erst 40 Sekunden (!) nach seinem Pedigree – dem ersten im Match – erfolgreich gepinnt hat, sodass der Herausforderer beinahe eine geschlagene Minute den Finishing Move des Champions am Ringboden sellen musste, nachdem Booker selbst sein gesamtes Arsenal ohne größere Auswirkungen auf den Gegenüber abfeuerte (sogar den Harlem Hangover).

      Seither wird in den Wrestling-Foren dieser Welt rege über dieses Match und dem dazugehörigen Aufbau diskutiert. Zweifelsohne hätte sich Booker T mit einem World Title Gewinn auf der größtmöglichen Bühne auf die nächste Stufe katapultiert. Er hätte vor allem aber auch Rache für die verbalen Beerdigungen seitens Triple H nehmen können: Woche um Woche musste der Meister des Spinnaroonies mehr oder minder wortlos dabei zuhören, wie HHH seine WCW-Karriere und seine Erfolge als unwichtig abstempelte, ihn nicht als ebenbürtig und schlicht als Abschaum betrachtete.

      Dennoch bleibt festzuhalten, dass 1.) es sich bei Booker T immer noch um einen der letzten großen WCW-Stars gehandelt hat und dies wohl bis zum letzten Tage von Vince McMahon ein empfindliches Thema bleiben wird und 2.) seine Babyface-Reaktionen maximal „okay“ gewesen sind und keine absolute Notwendigkeit bestand, den Titel wechseln zu lassen. Vor allem mit Hinblick auf das anstehende WWE-Debüt eines weiteren WCW-Urgesteins, das nach WrestleMania XIX endlich stattgefunden hat…

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    • Ich denke, dass es sehr interessant geworden wäre, wenn RVD World Champion geworden wäre und die Road to WrestleMania ein munteres Hin und Her zwischen den 3 Wrestlern geworden wäre. Ich denke, dass RVD dadurch auf Jahre hin der Topstar der WWE geworden wäre.
      Und die Matchpaarungen Triple H vs. RVD, HBK vs. RVD oder RVD vs. HHH vs. HBK wären total spannend gewesen.
      Cool war es jedenfalls, dass damals interessante neue Matchkonzepte geboren wurden und es eigentlich immer eine emotionale Rivalität zwischen der General Manager gab. Das vermisst man doch irgendwie alles heutzutage.
      Schade, dass Steiner damals so schwach war und ich glaube er selbst hatte keinen wirklichen Bock auf WWE. Bei TNA war er dann doch wieder wesentlich aufregender. Triple H hatte vor allem die ersten zwei Jahre nach seiner langen Auszeit mit massiven Mängeln im Ring zu kämpfen. Erst 2004 sollte er wieder in besserer Form kommen.
      Und na ja Booker T war einfach auch nicht so interessant wie in der WCW. Es lag auch am bescheidenen Booking. Ich glaube wäre Booker T mehr Richtung Peoples Champion gegangen, er wäre doch eine Alternative gewesen.
      Im Grunde muss man sagen, dass weder Kane, noch Booker T oder Scott Steiner damals nur irgendwie auf der ähnlichen Overness wie Triple H unterwegs waren.
    • Das Match gegen Scott Steiner, ich erinnere mich. Wie schnell die Fans sich gegen Steiner gewand haben, aber das ist er selber schuld gewesen. Als würde er das erste Mal in einen Ring steigen, so hat das bei ihm ausgesehen. Botch für Botch und er wiederholte praktisch jeden Move. Und das die Fans ihn ausbuhten, dass hat Steiner sichtlich auch nicht gepasst. Bei dieser Story kann man Hunter keinen Vorwurf machen, ich glaub er selbst hat mit dieser Steiner-Leistung nicht gerechnet. Dabei war das Steiner Comeback cool gemacht.

      Das man Booker T abgestuft hat, wundert mich nicht. Bei der WCW wurde er am Ende zur Nummer 1, da waren Sting und Co. fast schon Nebensache. Mit der Story gegen Steiner und Jarrett kam Booker ganz groß raus, auch wenn er dank Russo hässlige Gimmick Matches erleben musste. Vince wollte zwar Booker T in der WWE haben, aber nicht mit diesem WCW Status. Das war dumm, da man den Main Event Status in der WWE manifestieren hätte können.
    • Teil 3



      Triple H genießt bei den Smart Marks einen zweifelhaften Ruf: Er „begräbt“ Talente, stellt sich unabhängig von seiner aktuellen Gesinnung oder Storyline immer über seine Kontrahenten und bringt in erster Linie sich selbst over. Grund für diese Unterstellungen ist die sogenannte „Reign of Terror“, die von 2002 bis 2005 andauerte.

      Nach einem in Fachkreisen als unrühmlich geltenden Sieg über Booker T bei WrestleMania XIX, den Triple H rund 40 Sekunden nach einem einzigen Pedigree, den letzten Move im Match, via Pinfall einfahren konnte, haben es er und Ric Flair bei RAW weiter auf den 5-fachen WCW Champion abgesehen. Ric Flair griff bei RAW unfair in ein Match zwischen Booker T und Chris Jericho ein, was dazu führte, dass Flair, Y2J und letztendlich auch Champion Triple H, der zum Ring marschierte, den 5-fachen WCW Champion gemeinsam attackierten. Shawn Michaels, der Chris Jericho bei WrestleMania XIX besiegen konnte, wollte den Save machen. Sein Eingriff verpuffte allerdings und HBK fand sich in den Walls of Jericho wieder. Für die folgende Episode von RAW wurde ein Tag Team Match zwischen Triple H & Chris Jericho auf der einen und Booker T & Shawn Michaels auf der anderen Seite festgelegt. Überraschenderweise konnte Booker tatsächlich den Pinfall gegen Hunter durchbringen und das Match für sein Team entscheiden, allerdings griffen daraufhin Jericho und Hunters Manager Ric Flair erneut ein, was schlussendlich zum überraschenden Comeback eines weiteren WCW-Urgesteins führte: Kevin Nash!

      Flashback: Anfang 2002 plante die WWE eine Neuauflage der nWo, allerdings verletzte sich der frisch zurückgekehrte Kevin Nash am Bizeps. In seinem Comeback-Match im Sommer des gleichen Jahres, ein 6-Man Tag Team Match bei RAW, kam es dann zu einer neuerlichen Verletzung – nach nur zwei Aktion riss der Quadrizeps von Nash und ein Running Gag für die Ewigkeit war geboren.

      Im nun dritten Anlauf hatte Kevin Nash verletzungstechnisch mehr Glück, alle Körperteile schienen zu halten. Ein anderes Problem: Der einstige Diesel war anno 2003 schon lange nicht mehr der große Draw, den man noch aus den 90er Jahren und den Monday Night Wars kannte. Tatsächlich hatte der mehrfache WCW World Heavyweight Champion bereits gegen Ende seiner WCW Zeit sein Haltbarkeitsdatum überschritten. Zwar bemühte sich die WWE um eine halbwegs interessante Fehde gegen Triple H, in die Nashs Eingreifen letztendlich gipfelte. Trotzdem wirkte das Publikum unheimlich desinteressiert an den lauen Segmenten rund um Triple H, Kevin Nash, Shawn Michaels und irgendwelche „Clique“-Andeutungen, die on-air nie ganz aufgeklärt wurden.

      Auf das 6-Man Tag Team Match bei Backlash zwischen Triple H, Chris Jericho & Ric Flair auf der einen und Kevin Nash, Shawn Michaels und Booker T auf der anderen Seite, das Hunter dank dem Sledgehammer (wie kann es anders sein) für sein Team entscheiden konnte, folgte ein acht-minütiges Übergangs-Titelmatch zwischen HHH und Nash beim nächsten PPV Judgment Day, in welchem nur wenig stimmte. Hunter verteidigte den Titel, indem er Ringrichter Earl Hebner mit dem Vorschlaghammer ausschaltete, sodass Nash zwar den Sieg, aber nicht das Gold davonziehen konnte. Highlight dieser Angelegenheit ist sicherlich der anschließende Beatdown gegen Triple H gewesen, der via Jackknife Powerbomb durch das Kommentatorenpult befördert wurde. Im Gegensatz zu den vorherigen Fehden gegen Rob Van Dam, Scott Steiner und Booker T versuchte Hunter gegen Kevin Nash außerdem die Taten seines Gegners mal ordentlich zu sellen – wobei das mit Hinblick auf die Freundschaft und „Clique“-Vergangenheit der beiden nicht groß verwunderlich ist. Auch Jim Ross‘ Kommentar während dieser gesamten Fehde muss – wenngleich sie noch nicht zu Ende erzählt ist – einmal wieder hervorgehoben werden. Der Mann kann einem wirklich alles als absolut sehenswert, denkwürdig und historisch wichtig verkaufen.

      Das finale Aufeinandertreffen zwischen Triple H und Kevin Nash gab es beim folgenden Pay-Per-View Bad Blood (Fun Fact: dem ersten Brand-only PPV aller Zeiten) in einem Hell in a Cell Match, in welchem Mick Foley als Special Guest Referee fungierte. Und tatsächlich bildet dieses Titelmatch im Käfig der Hölle einen überraschend starken Abschluss für diese ansonsten laue Fehde: Es gab einige heftige Aktionen, viel Waffengewalt, knappe Spots und schöne Interaktionen mit Foley. Kritiker meinen, dass Hunter mal wieder zu dominant agierte, doch zieht man den Doppelstrich muss festgehalten werden, dass Nash zwar ein glaubhafter, aber wenig spannender Nachfolger für die World Heavyweight Championship geworden wäre. Und ohnehin hat sich bereits alles auf Triple H gegen Goldberg fokussiert. Letzterer bezwang bei Backlash The Rock und setzte sich auch bei Bad Blood gegen Chris Jericho durch.

      Ein weiterer Fun Fact: Eigentlich war für Bad Blood lange ein Titelmatch zwischen Triple H und Goldberg geplant gewesen und ein entsprechendes PPV-Poster kursierte bereits im Internet (das bis zum heutigen Tage auch mit dem PPV in Verbindung gebracht wird, wenngleich ein alternatives Poster angefertigt wurde). Trotzdem hielt man es für unangebracht, solch eine vermeintlich große Paarung bei einem genauso vermeintlichen B-PPV zu booken - zumal ein Hell in a Cell Match auf jeden Fall stattfinden sollte. Die WWE schien davon auszugehen, dass Menschen - warum auch immer - den Namen Bad Blood mit Hell in a Cell Matches assoziieren. Ja, das erste Match dieser Art fand bei einem "In Your House"-PPV mit der entsprechenden Tag Line statt. Nur dachten die Fans bereits im Jahre 2003 eher an den King of the Ring 1998, wenn man das Thema "Hell in a Cell" anspricht.

      Wie dem auch sei: Beim SummerSlam 2003 kam es nicht zum One on One zwischen Champion Triple H und Herausforderer Goldberg, sondern zu einem Elimination Chamber Match, in welchem neben den beiden angesprochenen Akteuren auch Chris Jericho, Kevin Nash, Randy Orton und Shawn Michaels teilgenommen haben. Dieses Match wurde mehr oder weniger aus der Not heraus geboren, da sich Triple H zuvor bei einer Houseshow – lustigerweise in einem Match gegen Goldberg – eine Leistenzerrung zuzog. Dies ist auch der Grund für das seltsam anmutende Attire von Hunter in der Zeit gewesen, denn statt den altbekannten „Trunks“ trug HHH schwarze Shorts, die aber nicht davon ablenken konnten, dass der Champion eigentlich kein wirkliches Match bestreiten, geschweige denn längere Zeit auf beiden Beinen stehen konnte. Und ja, die Shorts waren so verflucht eng, dass Triple H – laut einem Artikel auf WWE.com – mehrere Helfer brauchte, um überhaupt in sie hineinzukommen.

      Im Elimination Chamber Match zeigte Triple H so gut wie gar keine Aktionen und zog am Ende nur dank eines Eingriffes seiner Allzweckwaffe Ric Flair, der seine zweite Allzweckwaffe - einen Sledgehammer - in den Käfig beförderte, den Sieg davon. Auch die restliche Evolution, die zu dieser Zeit übrigens immer mehr Spotlight in den Shows bekam und nach dem angesprochenen Bad Blood PPV erstmals mit einem eigenen Theme und Titantron aufgetreten ist, attackierte Goldberg harsch. Der vermeintliche Superathlet Goldberg wurde in der WWE nicht mehr als übernatürliche, unbesiegbare Kampfmaschine gebookt, sondern bestritt mehr oder minder ganz „normale“ Back-and-Forth-Matches, wie z.B. gegen Chris Jericho. So wurden auch seine teils eklatanten Schwächen im Ring für jedermann sichtbar, die er zwar während seines WCW-Runs durch viel Disziplin zumindest teilweise ablegen konnte (man erinnere sich an sein Match gegen DDP bei Halloween Havoc 1998). Nur nach mehr als zwei Jahren Auszeit ist der Mann mit der längsten Winning Streak im Sports Entertainment wieder in alte Muster verfallen. Und wenn wir mal ehrlich sind hat der Goldberg-Charakter bereits mit dem Ende der angesprochenen Streak erste Ermüdungserscheinungen gezeigt. Dass Goldberg dann auch noch – unter welchen Umständen auch immer – bereits vor seinem ersten großen One on One Titelmatch von Triple H gepinnt wurde, war nicht besonders förderlich für die Fanreaktionen. Überhaupt konnte die Zuschauerschaft nur noch wenig mit Goldberg anfangen, der auch schon im Vorfeld vereinzelt gegen (einen zugegeben brillant aufspielenden) The Rock und Chris Jericho ausgebuht wurde.

      Beim folgenden PPV Unforgiven kam es allerdings zum großen Titelmatch zwischen World Heavyweight Champion Triple H, der sich nach wie vor eigentlich von seiner Leistenzerrung hätte erholen müssen, und Herausforderer Goldberg. Es herrschte kein besonders großes Interesse an dieser Paarung und im Wissen darüber verpasste die WWE diesem Match noch die Stipulation, dass Goldberg im Falle einer Niederlage zurücktreten müsse. Nun wusste jeder Bescheid und es traf auch so ein: Nach zähen 15 Minuten wechselte die World Heavyweight Championship von Triple H zu Goldberg und niemand wusste so wirklich, wie man das nun einzuordnen hat. Das Gold war zwar vorerst weg vom Mann, der die Zuschauerschaft regelmäßig mit ausschweifenden, nicht zum Punkt kommenden Promos, zerfahrenen Matches und einer unangenehmen Dauer-Dominanz im Unterton zermürbte. Nun aber hatten wir einen Champion, der bereits zu diesem Zeitpunkt eher wie ein Fremdkörper im Titanland wirkte.

      Zumindest schien jedoch die Reign of Terror vorbei zu sein, oder…?

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    • Das Comeback von Kevin Nash fand ich damals cool, dass hat mich als WCW Fan einfach gefreut. Aber es wurde nichts großes draus, da Nash sich verletzte. Es war keine besondere Fehde, aber Triple H stand durch Nash auch wieder im Mittelpunkt. Es kam eine "neue" Person und Hunter wird gleich der erste Fehdengegner.

      Bei Goldberg.. ich hatte so einen Mark Out als er kam. Und dann wurde seine Streak auch noch durch Triple H beendet, da war ich dann extrem angepisst. Das war wieder eine Aktion, die weder Hunter noch ein anderer Altstar hätte gebrauchen können. Ich mein das war damals Ende 2003, es gab doch genug junge Burschen.
    • Also ehrlich gesagt konnte ich mit Kevin Nash noch nie etwas anfangen, zu gar keinem Zeitpunkt und in gar keiner Liga. Natürlich bringt er einen gewissen Look mit, nur im Ring wirkte er immer etwas unbeholfen und wirklich dran arbeiten wollte er wohl auch nicht. An wirklich guten Tagen, die er selten hatte, kam vielleicht ein ganz solides Match bei rum. Ansonsten brauchte er immer absolute Top-Gegner wie den Undertaker, Shawn Michaels oder Bret Hart, damit es wirklich Main Event tauglich wurde. Spontan fällt mir nicht mal ein sehenswertes WCW-Match mit seiner Beteiligung ein. Er war immer damit beschäftigt, seine Haare cool nach hinten zu werfen und sich zum World Champion zu booken. Trotzdem hat er dank der nWo und der Clique seinen Platz in der Geschichte sicher. Ansonsten sehr overrated.
    • Kevin Nash war auch zu einer Zeit WWF Main Eventer, wo die WWF richtig schlecht war. Ich denke aber, dass Kevin Nash gerade als Kevin Nash zu Atittude Zeiten gut in den WWF Main Event gepasst hätte. In der Ruthless Aggression Era war dann der Lack merklich ab. Und ja, er ist kein großer Name. Im Grunde ist er eher ein Uppercarder und auch ein sehr talentierter Backstage-Politiker. Aber im Vergleich zu zb. Scott Hall hat ihm als Big Men der gewisse Unterhaltungsfaktor gefehlt und Scott Hall fehlte einfach das Hirn.
    • Also Backstagepolitiker war er einer der größten Drecksäcke, in der WCW. Ich war so empört, als ich hörte das Nash sich selbst für Titelmatches bookte und Goldberg die Streak beenden ließ. Das war auf eine Doku, also WCW hatte unter Nash zu leiden. Aber im Ring war er einer der Gesichter der Company, man merkte nicht das er privat ganz schmierig gewesen ist.

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