Looking Back Special - Sechs Must-See SummerSlam Matches by ViRus & pokusa (Teil #6 online!)

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    • Looking Back Special - Sechs Must-See SummerSlam Matches by ViRus & pokusa (Teil #6 online!)

      Der SummerSlam feiert runden Geburtstag! Am 20. August wird die WWE die insgesamt 30. Auflage des legendären Sommer-PPVs veranstalten, die nach WrestleMania wohl wichtigste Großveranstaltung im Kalenderjahr des Marktführers aus Stamford. @ViRus und @pokusa haben die endlosen Archive dieses Pay-Per-Views unter die Lupe genommen und sechs Matches herausgepickt, die auf ihre ganz eigene Art und Weise absolutes Must-See-Material sind. Viel Spaß!






      Teil #1: The Rock vs. Brock Lesnar (SummerSlam 2002)


      Der SummerSlam 2002 kann wohl ohne Probleme in einem Atemzug mit Veranstaltungen wie WrestleMania 17 oder dem Royal Rumble 2001 genannt werden. Die Zuschauer erlebten einen Abend voller großartiger Matches, angefangen beim legendären Opener zwischen Kurt Angle und Rey Mysterio (Mysterio’s erstes PPV-Match für die WWE überhaupt), über Edge gegen Eddie Guerrero und Chris Benoit gegen Rob Van Dam bis hin zu Shawn Michaels vs. Triple H in einem Unsanctioned Match – HBK’s umjubelte In-Ring-Rückkehr nach rund vier Jahren Auszeit.

      Im Main Event allerdings kam es zu einem Aufeinandertreffen, das historisch betrachtet eine der größten „Fackelübergaben“ überhaupt im Sports Entertainment darstellt: Undisputed WWE Champion The Rock gegen Brock Lesnar! Lesnar feierte sein WWE-Debüt unmittelbar nach WrestleMania X-8 und hinterließ verharmlost formuliert eine Spur der Zerstörung in der WWE: Mit Paul Heyman an seiner Seite vernichtete "The Beast" die Hardy Boyz und krönte sich wenig später mit eindrucksvollen Siegen gegen Bubba Ray Dudley, Booker T, Test und letztendlich Rob Van Dam zum King of the Ring des Jahres 2002. Selbst ein Hulk Hogan erlitt durch Lesnar den wohl schlimmsten Beatdown in seiner gesamten Karriere. Der Weg des Heyman-Klienten führte unaufhaltsam zur Spitze. Durch seinen Erfolg beim King of the Ring Turnier erhielt Lesnar ein Undisputed WWE Championship Match beim SummerSlam – ein Match um ein Gold, das vom absoluten Publikumsliebling The Rock getragen wurde.

      „Rocky“ hatte es allerdings selbst nicht leicht im Jahr 2002. Die Zuschauer haben sich langsam aber sich am immergleichen „Fan Favorite“ sattgesehen. Die Stimmung kippte endgültig, als „The Great One“ nach einer Auszeit für einen Filmdreh zurückkehrte und sich bei Vengeance 2002 die Undisputed WWE Championship wie selbstverständlich zurückeroberte.

      Die dominanten Vorstellungen von Brock Lesnar haben bei den Zuschauern Eindruck hinterlassen: Als das Main Event Match des SummerSlams 2002 am 25. August in anbrach, wurde The Rock, ähnlich wie bei WrestleMania X-8 gegen Hulk Hogan, von den Großteilen der Fans ausgebuht, während der Herausforderer frenetisch bejubelt wurde. Das Publikum in Long Island zeigte sich rauflustig und hat sich ihre Favoriten selber ausgesucht: Wenn der große Star vergangener Tage ausgebuht und das neue Gesicht – unabhängig von jeder Gesinnung – bejubelt wird, ist das nicht nur stark gebookt, sondern auch die einprägsame Eigenschaft einer jeden gelungenen Fackelübergabe im Seilgeviert.

      Trotz seines weniger guten Standing bei den Fans legte The Rock eine beherzte Performance aufs Parkett: Mit dem Ertönen der ersten Sekunde seines Theme Songs sprintete der Champion zum Ring ließ seinem Catchphrase „Layeth the SmackDown“ Taten folgen. Doch Brock Lesnar gestaltete die ersten Minuten dieser Paarung genauso dominant wie seine unzähligen gewonnenen Matches vorher: Mit harten Slams, Schlägen, Shoulder Blocks und gar einigen Würgegriffen und Rippentretern von Paul Heyman, seinem Manager, schien es für den Titelträger aussichtslos zu sein. Nach einer gelungenen Ausweichaktion ließ „The Great One“ den Herausforderer allerdings gegen den Ringpfosten klatschen, was einen Wendepunkt in diesem Titelmatch darstellt. „Rocky“ konnte einiges an Momentum aufbauen und Paul Heyman gar eine verdiente Rechte ins Gesicht schmettern, doch selbst diese hinderte dem schmierigen Manager nicht daran, einen vielversprechenden Sharpshooter seitens des Champions durch das Betreten des Rings zu unterbrechen. Durch diese Ablenkung ergriff Brock Lesnar wieder die Oberhand in dem bis dato wichtigsten Match seiner Karriere. Er nutzte den Steel Chair, den Heyman in den Ring befördern konnte, für einen harten Schlag gegen die Rippen von The Rock, woraufhin ein langanhaltender Body Lock Clinch die restliche Luft aus dem Körper des Champions zu saugen schien.

      Unter lauten Buhrufen kämpfte sich der Undisputed WWE Champion allerdings doch wieder zurück auf die Beine und zeigte mit einem anschließenden Low Blow, dass er, da er jetzt schon die Fans an seiner Seite verloren hat, alles für eine erfolgreiche Titelverteidigung tun würde. Das Geschehen verlagerte sich nach draußen, wo The Rock Brock Lesnar via Catapult effektstark gegen den äußeren Ringpfosten befördern konnte. Daraufhin setzte es die große Vergeltungsaktion für Paul Heyman: Der schmierige Manager an der Seite des Herausforderers wurde via Rock Bottom durch das Kommentatorenpult befördert und endgültig außer Gefecht gesetzt

      Zurück im Ring wollte Rocky diesen Abend endlich mit einem Erfolg krönen, doch es folgte das Unfassbare: Brock Lesnar kickte aus dem Rock Bottom aus und zeigte aus dem Nichts den F5! Doch der Titelträger konnte mit einem knappen Kick-Out beim 2-Count kontern und daraufhin den Spinebuster anbringen, auf welchen natürlich immer der People’s Elbow folgt! Rocky nahm unter nach wie vor äußerst negativen Reaktionen Anlauf – aber Brock Lesnar sprang auf seine Beine und fing den künftigen Hollywoodstar mit einer scheppernden Clothesline ab! The Rocky taumelte mit weit aufgerissenen Augen völlig entkräftet in die Arme des Herausforderers, der den finalen F5 zum Titelgewinn durchführte und sich zum bis dato jüngsten World Champion in der WWE-Geschichte krönte.

      Es mag kein hochklassiges Match gewesen sein. Auf dieser hochwertigen SummerSlam Matchcard handelte es sich möglicherweise sogar um eine der etwas schwächeren Paarungen. Doch die einzigartige Stimmung im Nassau Coliseum in Long Island, der unvergleichbare, kometenhafte Aufstieg von Brock Lesnar und der leise Abgesang von The Rock, der sich im Jahr 2003 allerdings wieder völlig neu erfinden und die Fans zurückerobern sollte, ließen dieses Main Event Match des SummerSlam 2002 zu einem wahrlich historischen Moment heranwachsen. Selten wurde eine Fackelübergabe so konsequent, so stimmig und so mitreißend gebookt wie diese. Die Zuschauer haben Brock Lesnar als neuen Top-Star akzeptiert und gleichzeitig den alten Helden vergangener Tage fallengelassen, was zu einem idealen Setup für dieses Titelmatch gesorgt hat. Ein Must-See-Match, ohne Wenn und Aber.

      The post was edited 2 times, last by pokusa ().

    • Dieses Match war richtig geil. Zu der Zeit lief ja kein Wrestling im TV, ich sah den PPV etwas später und wurde so auf Lesnar aufmerksamer (sah ihn damals auf der WWE Tour, gegen Crash Holly, zum ersten Mal). Das Match hatte wirklich alles und das Ende war einfach der Schocker. Wie er plötzlich am Ende aufsprang und Rock den F-5 verpasste, dass Match musste man gesehen haben. Es war auch für mich der Anfang der Lesnar Ära. Auch das die Fans gegen The Rock waren, man merkte das die Zeit von The Rock ein Ende genommen hatte.

      Freue mich über diese Kolumne. Der SummerSlam hat viele Matches gehabt, die einen Gedanken hinterlassen haben. TLC Matches dürften hier auch schon fix in der Wahl stehen.
    • Aktuell bin ich mir noch nicht ganz sicher, welche zwei weiteren Matches ich noch genauer beleuchten werde. Generell hatten Vince und ich mal wieder das Problem mit einem zu hohen Ruthless-Aggression-Anteil...das ist ja fast typisch. :D Ich freu mich schon auf den ersten Teil vom Kollegen.

      Lesnar gegen Rock hat mich damals auch vom Hocker gerissen. Ein sehr, sehr stimmiges Match, das durch die Namen lebt und trotzdem ein paar wirklich coole Spots hat. Es ist schon beeindruckt, wie ein Brock Lesnar nach fünf Monaten total ebenbürtig gegenüber einem The Rock aussah.
    • Ich muss sagen, dass The Rock vs. Brock Lesnar wohl auch eines der Matches von diesen Part-Time Wrestlern wäre, das ich gerne noch einmal sehen würde, weil ich finde, dass die Geschichte hier noch nicht zu Ende erzählt worden ist.

      2002 war der Stern von The Rock leider etwas am Sinken. Ich würde sagen, dass es das schwächere Jahr in Rockys aktiver Karriere war. Kaum zu glauben, wie er sich dann 2003 wieder neu erfinden konnte.
      Für Lesnar war es die Krönung eines unglaublichen Sommers. Mit dem Sieg über The Rock war er nun also tatsächlich The Next Big Thing. Kaum zu glauben, dass sich damals so ein blutjunger Rookie als Topstar positionieren konnte und dies in einer Phase wo es gefühlte 10 Main Event Wrestler gab.
      Das Match habe ich einmal auf der "History of WWE Championship"-DVD gesehen und es hat mich selbst nicht so fasziniert. Mir gefiel der Stil von Rocky 2002 einfach nicht mehr so gut. Aber historisch betrachtet ist es der Startschuss einer beeindruckenden Karriere eines unglaublich starken Wrestlers.
    • Also SummerSlam Matches, so spontan:

      - Hogan vs. Michaels 2005 (Kein schönes Matches durch das Selling von HBK, aber man hatte Big Time Feeling)
      - Edge & Christian vs. Dudley Boys vs. Hardy Boys (Bockstarkes TLC Match)
      - Undertaker vs. Undertaker 1994 (Coole Story, Coole Show im Main Event mit der Urne)


    • Teil #2: Bret Hart vs. British Bulldog (SummerSlam 1992)

      Wir schreiben den 29. August 1992. Ein historischer Tag für die World Wrestling Federation. An genau jenem Abend sollte nämlich einer der größten Pay Per Views der Firmengeschichte stattfinden. Über 80.355 Menschen hatten sich damals im altehrwürdigen Wembley Stadion zu London eingefunden, um Zeuge eines schier unglaublichen Spektakels zu werden, welches aus Wrestlern Legenden machen sollte.

      Die Wrestlingwelt befindet sich in einer aufregenden Phase. Legenden wie Hulk Hogan, Randy Savage oder Andre The Giant weichen allmählich einer jüngeren, frischeren Garde. Die „Young Guns“ wie Shawn Michaels, The Undertaker, Tatanka und allen voran British Bulldog und Bret „The Hitman“ Hart sollten sehr bald das Geschehen der WWF dominieren. Teil des SummerSlam 1992 waren sie ohnedies schon.

      The Face of the 90s: Bret Hart

      Kaum zu glauben, dass Vince McMahon die großartige Idee hatte Bret Hart im Jahr 1985 als Cowboy in die World Wrestling Federation zu bringen. Die Karriere des kanadischen Edeltechnikers wäre wohl niemals so brillant verlaufen wie in der Realität.
      Das Tag Team gemeinsam mit seinem Schwager Jim „the Anvil“ Neidhart unter dem Decknamen „Hart Foundation“ sollte für den Durchbruch des 1957 geborenen Wrestlers sorgen. Große Jahre sollten dem Fan-Idol bevorstehen.
      Ein Jahr vor der „Schlacht von Wembley“ konnte Bret Hart zum ersten Mal den Intercontinental Titel von Mr. Perfect erringen. Doch das Jahr sollte für Bret noch besser verlaufen, als er sich einen Monat später zum King of the Ring krönte.
      Weniger rühmlich gegen begann dann das Jahr 1992 mit einer Fehde gegen den kanadischen Polizisten „The Mountie“ mitsamt Verlust der Intercontinental Championship. Allerdings konnte der Hitman bereits bei WrestleMania diesen Titel von Roddy Piper zurückgewinnen. Und kurz vor dem SummerSlam sollte dem Kanadier mit einem Sieg im aller ersten Ladder-Match der WWF-Geschichte gegen Shawn Michaels ein weiterer großer Wurf gelingen. Der Sohn von Stu Hart war also bereit für eine große Schlacht beim SummerSlam gegen seinen Schwager British Bulldog.

      The British Sensation

      Die Karriere von British Bulldog begann ebenso wie jene seines Schwagers Bret Hart im Jahr 1985 in der WWF. Gemeinsam mit Dynamite Kid debütierten die beiden Briten für Vince McMahon’s World Wrestling Federation und sollten sogleich für viel Furore sorgen.
      Im Jahr 1962 wurde Davey Boy Smith im weitentfernten Golborne in Lancashire geboren. Das wuchtige Kraftpaket in Form von 120 Kilogramm und 180 Zentimeter Körpergröße wurde einst von Bruce Hart entdeckt und sollte im legendären Hart Dungeon zu einem großen Akteur seiner Zunft reifen.
      Die ersten Jahre verbrachte der British Bulldog genauso wie sein Schwager Bret Hart in der Tag Team Divsion innerhalb der World Wrestling Federation.
      Zwischen 1988 – 1990 versuchte sich Davey Boy Smith abermals in Japan und Kanada. Jedoch sollte er bereits 1990 in die WWF zurückkehren und dort endlich den Weg als Einzelwrestler einschlagen. Mit der Ausstrahlung von WWF-Shows auf dem britischen Sky-Sender sollte die Popularität des British Bulldogs enorme Höhen erreichen und ihn damit auch passenderweise zum neuen Herausforderer Bret Hart’s beim SummerSlam 1992 machen, welcher ja im besagten Wembley Stadion in London stattfand.

      Der Tag an dem die Intercontinental Championship alles überstrahlen sollte.

      Bereits das Intro zu jener Großveranstaltung aus London sollte große Lust auf diesen Event machen und umso mehr ist es sehr schade, dass die WWE diese Idee von einem britischen Big PPV niemals wirklich so gut umsetzen konnte, wie an jenem 29. August im Jahr 1992. Zum Intro übrigens noch ein „Fun Fact“. Einige dieser Sequenzen sollte man nämlich einige Jahre später im Titantron Video von William Regal wiederfinden.
      Bereits vor dem Main Event sollte es der Federation sehr gut schaffen diesen Kampf als anzuheizen. Bret Hart hält kurz vor dem Main Event eine tolle Promo mit Gene Okerlund. Dazu sollte auch noch die Einbindung von Diana Hart für zusätzliche Spannung sorgen. Einzig das Fake-Dudelsack spielen von Roddy Piper sollte der Stimmung vor dem Main Event etwas schaden.
      Der British Bulldog sollte dann wohl die Pops seines Lebens bekommen, als seine Theme erklingt und der Brite unter den Klängen von „Rule Britannia“ frenetisch in die Halle einzieht. Dabei begleitete ein gewisser Lennox Lewis den Herausforderer.
      Bret Hart hingegen marschierte hier als Fremder ein und das konnte man dem Kanadier auch deutlich ansehen. Das Heimspiel des British Bulldog sollte dann stolze 25 Minuten andauern.

      Für großen Jubel sollte die erste gewonnene Kraftprobe von Davey Boy Smith sorgen. Der British Bulldog konnte Bret Hart damit überraschen und ihn aus dem Ring werfen. Der Intercontinental Champion selbst versuchte sich eher mit guter Technik zu beweisen und tatsächlich konnte er seinen Kontrahenten anfänglich neutralisieren.
      Auch danach sollte der Kanadier die Oberhand in diesem Kampf haben. Ein typischer Bret Hart-Fight sollte entstehen. Oftmals mit längeren Pausen, schön ausgeführten technischen Moves allerdings ohne große Trademark Moves und Nearfalls. Immer wieder musste Diana Hart eingeblendet werden, um so mehr Dramatik im Kampf zwischen ihrem Bruder und ihrem Ehemann zu erleben.

      Nach minutenlanger Bearbeitung seines Rückens und mehreren Holds, sollte es dem British Bulldog endlich gelingen sich aus einem Sleeper Hold zu befreien. Er schleuderte Bret gegen die Ringecke und konnte dann auch noch einen Whip In des Intercontinental Champions ausweichen.
      Plötzlich konnte der britische Muskelmann das Ruder übernehmen. Sogar der Running Powerslam konnte perfekt sitzen. Die Menge war bereits von ihren Stühlen erhoben, doch gerade vor dem dritten Aufschlag des Ringrichters schaffte es Bret Hart sich noch einmal zu befreien. Der Kampf sollte beiden Männer viel Substanz kosten. Aber auch dem Kanadier sollte nach Suplex mit anschließender Brücke beinahe der Sieg gelingen. Jede Aktion des British Bulldog musste wie ein Sieg der Fußballweltmeisterschaft gefeiert werden. Der German Suplex vom Turnbuckle sollte aber auch noch nicht den erhofften Sieg bringen. Doch auch der Intercontinental Champion fightete wie ein Löwe und setzte zum Sharpshooter an. Aber hier konnte sich der britische Kontrahent mit letzter Mühe in die Ringseile retten.
      Der Kanadier konnte sich nun noch einmal seinen Gegenspieler packen und ihn gegen die Seile schleudern. Doch Davey Boy Smith hatte den Braten bereits gerochen und konterte den Einroller von Bret Hart. Tatsächlich sollte er den Champion bis zum 3-Count schultern können und damit neuer Intercontinental Champion werden.

      Der Sieg des British Bulldog sollte wohl der emotionalste Intercontinentaltitelgewinn aller Zeiten werden. Getragen von einer euphorischen Crowd sollte dieser großartige Kampf mit einem Handschlag und Umarmung der beiden Schwager enden.

      Epilog

      Kurzum: Für beide Wrestler war es ein Meilenstein in ihren Karrieren. Während Bret Hart sogar noch im selben Jahr seinen ersten WWF Heavyweight Titel von Ric Flair am 12. September 1992 bei einer Ausgabe von WWF Superstars erringen konnte, sollte es für den British Bulldog der größte Moment seiner Karriere bleiben. Bei Saturday Night’s Main Event am 8. November 1992 sollte der Brite den Titel wiederum an Shawn Michaels verlieren. Für Smith war die WWF-Karriere dann auch jäh beendet nach dem bekannt wurde, dass der Kraftprotz Wachstumshormone zu sich nahm. Nach einem kurzen Abstecher in die WCW kehrte der British Bulldog 1994 wieder zur WWF zurück und blieb dort fast ausschließlich bis zum Ende seiner aktiven Karriere. Der British Bulldog konnte jedoch niemals an diesen magischen Abend in Wembley anknüpfen. Leider sollte er im Alter von nur 40 Jahren im Jahr 2002 an einer Herzattacke versterben.
      Bret Hart hingegen wurde zu dem Gesicht der World Wrestling Federation. Mehrfache World Titelgewinne und das wohl kontroverseste Match der Wrestling-Geschichte sollten auf seiner Vita stehen. Im Jahr 1997 wurde der Kanadier Opfer des Montreal Screwjobs nach dem er der WWF schier zu teuer geworden war.
      Enttäuscht brach Bret mit seiner alten Wirkungsstätte und sollte erst 13 Jahre später im Jahr 2010 wieder in einem WWE Ring stehen.

      The post was edited 1 time, last by Mr. McMahon ().

    • Wenn Shawn Michaels Mr. WrestleMania ist, ist Bret Hart Mr. SummerSlam.
      Das 92er Match mit dem Bulldog war grandios, aber auch das 91er IC Titelmatch mit Mr. Perfect oder das 94er Cage Match mit Owen waren absolute Showstealer. Auch Brets letzter SummerSlam als aktiver 1997 gegen den Undertaker war richtig stark, ebnete in gewisser Hinsicht nur leider den Weg für den späteren Montreal Screwjob.

      Trotzdem kann ich verstehen warum ihr euch für das Duell in Wembley entschieden habt, sicher ein Meilenstein für alle beteiligten und auch heute noch ein tolles Match.
    • Bret Hart vs. Undertaker 1997 halte ich für relativ überbewertet. Hart selbst spricht ja sogar von einem Klassiker (wobei das aus seinem Munde nicht so viel heißen mag), doch meine persönliche Sicht ist eher die, dass es sich um ein ordentliches Match handelt - aber nicht mehr.
    • Owens vs. Hart fand ich leider auch nicht so dolle. Es war ne Fehde mit Emotion, aber das Match war selbst war einfach solide. Nur zu den Zeiten hatten ein Cage Match noch Bedeutung und dann halt dieses Bruder vs. Bruder. Das Standing der Fehde war höher, als das Standing des Matches selbst.

      Im übrigen bin ich noch dafür, dass unsere Kolumnen und Co. eine eigene Sektion erhalten. Ich sprach schon mit Pokusa drüber, es muss ja nicht gleich eine HP haben. Finde nur, dass sie hier etwas "untergehen". Dabei macht mir das Lesen mehr Spaß, als aktuelle Diaries durchzugehen. Aber so ne Nebensektion im Forum? Nur so als Idee.
    • Ist echt ne sehr gute Idee von dir!
      Auch die JBL Kolumne ist noch nicht zu ende, ich finde nur zurzeit keine Zeit dafür.^^

      Ja, ich muss sagen, dass ich Bret Hart's Wrestlingstil sowieso nicht so mochte. Teilweise ist da immer so viel Stückwerk dabei gewesen. Da fand ich den durchaus dynamischeren Stil von Shawn Michaels schon wesentlich besser und aufregender.
    • Den Hype um Hart werde ich eh nie verstehen. Er wird immer als größter Techniker zu der Zeit angesehen, aber nennt mir ein Match wo es zu Technik kam. Für meinen Augen war er ein solider Wrestler, der einen Submission Move berühmt machte und eine enge Bindung zu den Fans hatte. Und ohne den Screw Job, wäre er nicht so in Erinnerung geblieben. Die Aktion war scheiße, aber noch heute spricht er in den Interviews darüber.

      Bei WCW hatte er eh keinen Stellenwert, um ihn drehte sich nur alles um Mitleid. Hat aber trotzdem die 90er Jahre in der WWF geprägt, kann ich dem Mann nicht abstreiten.


    • Teil #3: John Cena vs. Daniel Bryan (SummerSlam 2013)


      Die Geschichte des Daniel Bryan in der WWE ist wohl die perfekte „Cinderella Story“ im Sports Entertainment. Der Mann, der vor seinem Run in Stamford überspitzt formuliert in jeder Turnhalle und Arena dieser Welt ins Seilgeviert gestiegen ist, entwickelte sich über die Jahre mit seinem tollen In-Ring-Stil, seinen ganz eigenen Unterhaltungswerten und seinem ungewöhnlichen Look zum absoluten Publikumsliebling, zum ultimativen Underdog, den die Massen ganz oben sehen wollten.

      Die WWE sah dies allerdings ganz anders: Wenn es einen Wrestler gibt, der der McMahon’schen Idealvorstellung eines Top-Superstars in jeglicher Hinsicht widerspricht, ist es wohl Daniel Bryan, der trotz aller Bemühungen und trotz all der Popularität keinen guten Stand beim Office hatte. Ja, der Marktführer erkannte zwar die Beliebtheit Bryan’s bei den Fans und tatsächlich sicherte sich der Mann, der vor seinem WWE-Run unter seinem bürgerlichen Namen Bryan Danielson in den Ring stieg, im Rahmen eines Money in the Bank Koffer Cash-Ins die World Heavyweight Championship. Allerdings verkümmerte er zumeist in der Midcard und unterlag z.B. Sheamus bei WrestleMania 28 in wenigen Sekunden. Im Jahre 2013 ist die Popularität letztendlich explodiert und die WWE erkannte, dass man zumindest im Sommer den Fans das geben müsste, was sie wollen: Daniel Bryan im World Title Picture.

      John Cena hingegen rehabilitierte sich mit einem Sieg über The Rock bei WrestleMania 29 – inklusive WWE Championship Gewinn - wieder, nachdem er „The Great One“ bei WrestleMania 28 noch unterlag und ein verhältnismäßig „schlechtes Jahr“ voller „Rückschläge“ durchlaufen musste. Tatsächlich gipfelten diese unter anderem auch On-Air getätigten, völlig übertriebenen Äußerungen allerdings in genau – gar nichts. Stattdessen fertige Cena nach seinem Sieg über The Rock Ryback und Mark Henry in wenig bedeutungsvollen Übergangsmatches ab, woraufhin er nach Money in the Bank 2013 die Chance bekam, seinen Gegner für den SummerSlam frei wählen zu dürfen. Seine Wahl fiel, konsequenterweise, auf Daniel Bryan, was den Fans nur allzu gut gefallen hat.

      Im Vorfeld zu ihrem SummerSlam Match um die WWE Championship läuteten bei Mr. McMahon allerdings sämtliche Alarmglocken. Im Vorhaben darin, nach dem SummerSlam einen „Corporate Champion“ zu haben, und er Daniel Bryan als auch John Cena (hust) als nicht fähig dazu ansah, versuchte er dem einstigen „American Dragon“ ein „Corporate Makeover“ zu verpassen. Cena ist ja so anti und cool, dass es bei ihm wohl kein Sinn gemacht hätte…Manchmal ist es schon lustig, was uns die WWE da zu verkaufen versucht.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Daniel Bryan riss sich den Anzug vom Leib und rasierte sich auch nicht seinen Bart ab. Er sei er selbst und das sei auch gut so. McMahon und der damalige General Manager Brad Maddox versuchten alles, um Daniel Bryan bis zum SummerSlam das Leben so schwer wie möglich zu machen. Unter anderem agierte Maddox in einem Match zwischen Daniel Bryan und Wade Barrett (eine Mini-Fehde, die sich auf dem Weg zum SummerSlam entwickelte, als der Brite den Bart von Bryan abrasieren sollte) als Special Guest Referee und screwte den Publikumsliebling via Fast Count. Triple H griff letztendlich allerdings schützend ein, verpasste Maddox einen Pedigree und ernannte sich kurzerhand selbst zum Ringrichter für das anstehende World Title Match zwischen Titelträger John Cena und Daniel Bryan beim SummerSlam.

      Die Emotionen kochten vor dem Pay-Per-View noch einmal hoch, als Cena und Bryan verbal aneinandergerieten. Laut dem Herausforderer gäbe es in Japan eine Tradition die besage, dass man seinen Gegner ins Gesicht schlagen solle, um das Beste aus ihm herauszuholen. Cena verdiene allerdings nicht einmal eine Ohrfeige, da er für Bryan kein Wrestler sei, sondern ein Showman. Der „Champ“ antwortete mit einem Schlag seinerseits – und alles war angerichtet für die große Paarung beim SummerSlam.

      Um es vorwegzunehmen: Es handelt sich bei diesem Match gewiss um eines der besten Begegnungen in der Geschichte des SummerSlams. Die Fans waren heiß und die Chants kochten bereits hoch, als noch keine Note vom Daniel Bryan Theme gespielt wurde. Woran erkennt man, dass die Zuschauer wirklich Lust auf ein Match haben? Richtig, wenn bereits zwischen den Einzügen lautstarke Sprechchöre zu hören sind. Genau dies war der Fall. John Cena kassierte zwar wie gewohnt Heat während seines Entrances, doch die negativen Stimmen wurden rasch heruntergeschraubt. Man kann den WWE-Posterboy für vieles kritisieren, doch in wirklich glorreichen Momenten mit Cena-Beteiligung wie diesen stehen eher seine Gegner im Vordergrund – und er tut dann auch alles dafür, die Kontrahenten dabei gut aussehen zu lassen. Nicht oft, aber selbst ein Cena erkennt diese Situationen, in denen es sich lohnt, das eigene Ego hinten anzustellen.

      Das Match startete mit behutsamem Chain-Wrestling. John Cena workte im Match eine legitime Schulter-Verletzung, woraufhin sich Daniel Bryan natürlich sofort auf diese Schwachstelle stürzte. Cena konterte wenig später mit Aktionen, die Bryan großartige sellte: Unter anderem ein Suplex von den Steel Steps und eine Powerbomb zum Nearfall. Die Fans reagierten durchgehend nach jeder Aktion mit Jubel, Buhrufen und Applaus. Nach einem geglückten Comeback ging es im Seilgeviert hin und her, bis Daniel Bryan Cena’s STF in einen eigenen kontern konnte. Die Aktion des Matches lieferte gewiss Daniel Bryan, der John Cena vom Top Rope einen Superplex verpasste, allerdings nicht zu Boden fiel, sondern sich an der Ringecke festklammerte und in einer Tree of Woe Position zurückblieb. Er „hulkte“ sich zurück auf das oberste Seil und verpasste dem Champion einen scheppernden Diving Headbutt. Die Crowd explodierte vor Freude, ein unvergesslicher Moment.

      Die Zuschauer erlebten ein Match voller toller Szenen, etlichen Nearfalls und stimmungsvollen Spots. John Cena packte sein A-Game aus und lieferte mit Daniel Bryan ein Match, das mindestens zu den besten ihrer jeweiligen WWE-Karrieren gehört. Nach etwas mehr als 25 Minuten setzte Cena zum Attitude Adjustment an, doch Daniel Bryan befreite sich aus diesem Ansatz und coverte den Champion via Small Package. Der „Champ“ kickte zwar aus, doch Bryan marschierte geistesgegenwärtig zur Ringecke, nahm Anlauf und streckte seinen Gegner mit einem großen Running Knee zu Boden – 1…2…3! Daniel Bryan besiegt John Cena völlig clean in der Mitte des Rings und ließ dabei gleichzeitig seinen neuen Finishing Move debütieren. Was für ein Match!

      Die Fans bejubelten frenetisch ihren neuen Helden und Special Guest Referee Triple H streckte den Arm des frischgebackenen WWE Champions nach oben. Plötzlich ertönte aber das Theme von Randy Orton, dem damaligen Träger des Money in the Bank Koffers. Bryan schien bereit für den Kampf zu sein, bis er plötzlich von Hunter den Pedigree abbekam! HHH verhalf Orton zum erfolgreichen Cash-In, sodass das Titelgold nach nur wenigen Augenblicken erneut wechselte. Dies ist der Moment, in welchem Randy Orton zum „Corporate Champion“ mutierte, Triple H Heel turnte und zusammen mit seiner Frau Stephanie McMahon kurz darauf die berüchtigte „Authority“ gründete – die Gruppierung, die über Jahre hinweg in wechselnder Besetzung das Geschehen bei RAW bestimmte.

      Das anschließende Booking um Daniel Bryan machte daraufhin klar, dass die WWE nicht daran interessiert gewesen ist, Bryan wieder zum Champion zu machen. Viel mehr zeigte der Marktführer aus Stamford den Fans ein ums andere Mal den Mittelfinger direkt ins Gesicht: Bryan lieferte sich über den Herbst ein Programm mit Randy Orton, der das Titelgold beim folgenden Night of Champions PPV zwar wieder verlor. Doch die Authority nahm Bryan das Gold sogleich bei RAW wieder ab. Nach langem hin und her besiegte Randy Orton Daniel Bryan im finalen Hell in a Cell Match beim gleichnamigen PPV und der nach wie vor frenetisch gefeierte „YES!“-Man rutschte in eine belanglose Fehde mit der Wyatt Family ab. Doch die WWE hat die Rechnung nicht mit den Fans gemacht, die kaum noch Interesse am regulären Programm der WWE zeigten und schon gar nichts mit der anschließenden Main Event Fehde zwischen Randy Orton und John Cena (der mal wieder unpassenderweise den Anti-Part zu einer Heel-Gruppierung spielen musste) anfangen konnten.

      Mit aufdringlichen Yes-Chants, die es sogar in die Mainstream-Landschaft und großen Sportveranstaltungen geschafft haben, ruderte das Office letztendlich zurück und schmiss das Main Event Programm für WrestleMania 30 über den Haufen. Statt eines Main Events zwischen WWE Champion Randy Orton und Batista drehte sich beim runden Geburtstag der Supershow alles um Daniel Bryan, der im Opener Triple H besiegte und am gleichen Abend ein Triple Threat Match gegen die beiden angesprochenen Superstars gewann, um erneut WWE Champion zu werden.

      Das großartige SummerSlam Match gegen John Cena ist gewissermaßen der endgültige Startschuss für den unvergleichlichen Siegeszug von Daniel Bryan und den Fans gewesen, was sich insgesamt zu einer der spektakulärsten Geschichten der gesamten WWE-Historie entwickelt hat.

    • Hm.. also mit der Wahl hab ich jetzt nicht gerechnet. Es war der Startschuss einer großen Karriere, die leider bei Bryan nur sehr kurz anhielt. Keine Frage, dass Match und die Stimmung war sehr gut. Auch von der Story her, so sogar Orton wieder zum Leben erwachte. Aber ich hätte dieses Match nicht in die Top 5 gewählt? Ich weiß es nicht.
    • Wir wollten aus jeder Epoche etwas dabei haben und Cena vs. Daniel Bryan ist gewisse in großartiges Match gewesen mit einer tollen Crowd und historischer Relevanz. In ein paar Jahren wird man die tollen Matches aus der Zeit von 2009 bis 2013/2014 - auch wenn es nicht all zu viele waren - schon richtig einschätzen denke ich.

      Randy Orton kam als Corporate Champion tatsächlich ganz gut. Seine kalte, berechnende Art war hier einmal angebracht und generell performt er als Heel einfach deutlich unterhaltsamer.
    • Das traurige nur an dieser Story ist, dass sie am Ende für Bryan nichts gebracht hat. Es war der Anfang des großen Pushes und dann diese Rückendeckung der Fans, die ihm diesen WM Moment geschenkt haben. Das ist so bitter, er wäre heute der wirkliche Nachfolger von John Cena.

      Zu dieser Zeit sicher ein Raritäten-Match, aber mir persönlich kein Match mit Geschichte die kleben bleibt. Okay ihr wolltet aus jeder Zeitraffe etwas dabei haben, kann man ja auch machen.

      Es war Ortons 2ter Frühling, alles danach war nur noch belanglos. Hätte man mit der Fehde gegen Wyatt noch retten können, aber diese lebte auch nur für ein Segment.
    • Ich bin mir gar nicht so sicher, ob Daniel Bryan seine grenzenlose Popularität hätte aufrecht erhalten können. Er war eben der ideale Jäger und Underdog. Als Gejagten hat man ihn nie wirklich gesehen, da er sich ja relativ schnell seine finale Verletzung zugezogen hat. Von daher nur reine Spekulation. WrestleMania 30 war der große Pay-Off für die Ewigkeit. Nach seinem Kurzzeit-Comeback im IC-Picture hatte er nach wie vor tolle Reaktionen, aber schon nicht mehr auf dem Level von 2013/2014.