Competition Pro Wrestling - Chapter I: The Early Years

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    • Competition Pro Wrestling - Chapter I: The Early Years



      The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Einleitung


      Wir schreiben das Jahr 1999. Die ganze Computerwelt fürchtet sich vor dem Millennium-Bug, ganz Amerika ist geschockt vom Amoklauf an der Columbine High School und der Kosovokrieg ist im vollen Gange. Im nordamerikanischen Fernsehen tobt ein weiterer Krieg, der die Menschen aber nicht schockiert, sondern eher in Extase versetzt. Vor allem an einem Wochentag in der Woche tobt dieser Krieg und dadurch bekommt er auch seinen Namen: The Monday Night War! Die zwei Kontrahenten WWF und WCW bekämpfen sich unerbittlich im Kampf um Ratings und pushen sich so gegenseitig in nie gekannte Höhen. Neben den beiden großen Promotions ist ECW auch in voller Munde. Genau in dieser ereignisreichen Zeit beginnt die Geschichte von Competition Pro Wrestling. Nur ganz wenige Fans kennen die Geschichte der Promotion aus Ontario wohl komplett. Ich, Tyler Nash, habe mich mit einigen Mitstreitern zusammengetan um die Geschichte dieser Promotion nachzuerzählen. Es werden alle wichtigen Momente genauso gezeigt wie bisher nie veröffentliche Backstageszenen und Geschichten. Dazu ist uns gelungen noch eine große Anzahl an Interviews mit vielen verschieden damals beteiligten Personen zu führen und diese mit in diese Dokumentation einzufließen zu lassen. Bleibt uns nur noch zu sagen, dass ihr hoffentlich viel Spaß mit The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary haben werdet.

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    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Die Gründungsväter

      Competition Pro Wrestling wurde in der Stadt Hamilton in Ontario gemeinsam von Chris Kershaw und Nick Griffin gegründet. Die Beiden sind 1971 bzw. 1972 geboren. Sie lernten sich in der High School kennen und wurden mit der Zeit richtig gute Freunde. Beide teilten die Leidenschaft fürs Wrestling. So gingen sie Anfang der 1990er gemeinsam zum Wrestlingtraining und wurden unter anderem vom ehemaligen WWF Wrestler Ron Hutchison trainiert. Ab 1994 traten sie dann regelmäßig in der Indyszene von Ontario bei Ligen wie z.B. Apocalypse Wrestling Federation, Championship Wrestling International und Border City Wrestling auf. Dabei traten sie hauptsächlich als das Tag Team The Skaters auf und hatten logischerweise ein Skatergimmick. Dazu nannten sie sich auch Chris Hawk und Nick Mullen nach den Skaterlegenden Tony Hawk und Rodney Mullen. Dort traten sie auch unter anderem gegen die späteren WWE Stars Edge und Christian an. Auch einen Auftritt als Security Member bei WWF RAW hatten die Beiden. Ernstzunehmende Ambitionen auch mal in einer der drei großen Ligen zu landen hatten die beiden jedoch nicht, dazu war ihr Talent auch zu durchschnittlich. Im Jahr 1999 entschlossen die Beiden gemeinsam Shows zu veranstalten. Wie es dazu kam, sollen die am besten selber erklären.

      Nick: Wir waren ja zu diesem Zeitpunkt schon ein paar Jahre im Indybereich in Ontario unterwegs und uns missfielen langsam die vielen Kilometer auf der Straße um überhaupt zu den Shows zu kommen.

      Chris: Es verschlang einfach brutal viel Zeit und somit blieb von den Wochenenden oft nicht viel übrig. Deshalb fragten wir uns, wie wir das Problem verbessern konnten. Da war natürlich die logische Folgerung, dass die Fahrtzeiten erheblich geringer wären, wenn mehr Shows in Hamilton oder Umgebung wären. Leider gab es zu dieser Zeit aber relativ wenige Shows. Sieht man mal von den WWF Shows und den Backyard/Undergroundshows ab, gab es maximal 2-3 Shows im Jahr hier in der Umgebung.

      Nick: Es war schon etwas absurd damals, Wrestling war auf einem absoluten Höhepunkt damals und das Faninteresse war ziemlich hoch, aber in der Ontario Indyszene sah es nicht so gut aus. Klar gab es Hochburgen wie Toronto oder Windsor mit Border City Wrestling oder auch die eine oder andere Stadt hatte ihre kleine Promotion, die zumindest ein paar Events im Jahr in der jeweiligen Stadt abhielt, aber viele Landstriche lagen im Gegensatz zu den 70er und 80er Jahren doch wrestlingtechnisch eher brach.

      Chris: So kamen wir dann auf die Idee doch einfach mal selber Shows auf die Beine zu stellen. Die Kontakte zu Wrestlern, Referees und Co hatten wir ja eh. Viele Wrestler waren froh wenn sie eine weitere Möglichkeit hatten etwas Geld zu verdienen und für die Nachwuchswrestler war es eine weitere Chance um Erfahrung zu sammeln.

      Nick: Schwieriger war es dann schon eine entsprechende Location zu finden, die dann auch noch bezahlbar war, denn übermäßig viel Geld hatten wir auch nicht und wir wollten ja kein großes Draufzahlgeschäft draus machen. Dieses Problem konnten wir zum Glück auch lösen.

      Chris: Wir kratzen also etwas Geld zusammen und erarbeiteten ein Konzept. Wir hatten zuerst mal 4 - 5 Shows geplant und dann wollten wir schauen, ob es überhaupt Sinn regelmäßig zu veranstalten.

      Nick: Es fehlte uns noch ein passender Name für unsere Liga, da gab es längere Diskussionen. Mir gefiel es damals sehr wie die Fans E-C-Dub chanteten und so wollte ich auf jeden ein Kürzel, dass sich gut chanten lies.

      Chris: Mir war wichtig, dass es sich von anderen Ligen abhob und nicht zu provinziell klang wie viele kleine Ligen, die den Namen des Bundestaats oder der Region im Namen haben. Wir hatten so manche Idee, aber die meisten waren nicht der Hit.

      Nick: Im Nachhinein kann man über einige Namensideen nur noch grinsen oder froh sein, dass wir die nicht genommen haben weil wir dann irgendwann verklagt worden wären.

      Chris: Am Ende wurde es dann Competition Pro Wrestling oder kurz CPW. Den Namen haben wir einem Spielejoystick entlehnt.

      Nick: Ja das ist kein Witz. Für Computer wie z.B. den C64 oder Amiga gab es einen Joystick mit dem Namen Competition Pro und der lag bei mir noch auf dem Dachboden und inspierierte uns dann zu dem Liganamen.

      Chris: Nachdem wir alle Formalitäten erledigt hatten, konnten die wilde Reise mit unserer Promotion beginnen.

      Nick: Ja mit wilder Reise ist das Ganze glaub ganz gut umschrieben. Wenn man mal zurückblickt, ist schon irre was alles so passiert und wir erlebt haben. Wir könnten da so einiges jetzt erzählen, aber dann würden wir wohl einiges ansprechen, was hier in der Dokumentation vorkommt und da sicher auch besser rüberkommt.  

      Chris: Ja da hast du recht. Bleibt uns eigentlich euch viel Spaß mit dieser Doku zu wünschen.




      Kein Witz - Dieser Spielejoystick war der Namenspate für die Promotion
    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Netter Beginn.
      Ich finde das Projekt sehr spannend und hoffe wirklich, dass Du das gut durchziehst. Dein Schreibstil ist schon mal sehr angenehm zu lesen. Gefällt mir.
      Nette Background-Geschichte der beiden mit ihren Jobbermatches und dann die Idee mit dem Joystick.
      Hört sich nach einem tollen Projekt mit Potenzial an.
    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Die Gründungsphase

      Nachdem zuvor es eigentlich nur lose Gespräche waren, ging es ab April 1999 dann konkrete Planungen in Richtung Gründung der eigenen Promotion und des ersten Events. Eine der Hauptherausforderungen war dabei natürlich eine passende Location zu finden. Nicht jede Location hat genügend Platz und erfüllt die anderen Anforderungen. Der andere Knackpunkt waren die Kosten. Geld war praktisch kaum vorhanden und es war auch nicht zu erwarten, dass es gleich nennenswerte Einnahmen geben wird. So wurde es ein längere Suche. Am Ende fand man mit dem Celtic Pub einen Veranstaltungort. Das Pub hat neben mehreren kleineren Räumen auch einen größeren Raum, der für Familienfeste und kleinere Konzerte genutzt wird. Bis zu 250 Wrestlingfans fanden damals Platz. Die Miete war recht gering, dafür gingen praktisch die kompletten Einnahmen von Getränke und Essen an den Pub Besitzer.  

      Ein ganz wichtiger Punkt waren die Finanzen. Chris Kershaw und Nick Griffin kratzen ihr eigenes Geld zusammen, so dass sie ein Startkapital von 5000 Dollar hatten und damit gründeten sie die Competition Pro Wrestling Corporation. Wichtig war natürlich die Sponsorenaquise, da diese neben den Ticketeinahmen zu Beginn die wichtigste finanzielle Einnahmequelle ist. Neben einigen Kleinsponsoren waren dabei zu Beginn ein lokaler Baumarkt und der Reifenhandel von Chris Kershaws Onkel die Hauptsponsoren, die somit einen nicht geringen Anteil hatten, dass die ersten paar Shows überhaupt stattfinden konnten.

      Es ist gut wenn man Geld und einen Veranstaltungsort hat, aber ohne Ring und Wrestler kann man keine Show auf die Beine stellen. Ganz wichtig war zu Beginn deshalb die Kooperation mit Border City Wrestling. Die Liga wurde 1993 von Scott D´Amore und weiteren Mitstreitern gegründet und konnte sich mit den Jahren einen guten Ruf erarbeiten. Ihren Sitz hat die Liga in Windsor, das auf der kanadischen Seite direkt gegenüber von Detroit liegt. Bestandteil der Liga ist die Can-Am Wrestling School. In dieser Wrestlingschule wurden über die Jahre viele Wrestler ausgebildet. Teil der Kooperation war, dass Competition Pro Wrestling einen Ring von Border City Wrestling für die Shows mieten konnte und dass BCW Wrestler in den Shows von CPW auftreten und so gerade die Nachwuchswrestler zusätzliche Erfahrungen sammeln können. Das weitere Roster bestand komplett aus mehr oder weniger bekannten Wrestlern der Indyszene von Ontario.

      Keine Show würde natürlich nie nur mit den Wrestlern und Referees funktionieren, sondern es braucht auch viele weitere Personen, die On Air in der Show und noch mehr hinter den Kulissen ihre Arbeit machen. Alle können wir hier nicht aufzählen, die sich in der ersten Zeit verdient gemacht, so das wir die wichtigsten 3 aufzählen. Ein ganz wichtige Person war James Monroe, der zu Beginn sowohl Backstage als auch on Air eine wichtige Rolle spielte. Monroe war Anfang der 80ziger selbst als Wrestler ein paar Jahre unterwegs und trat unter anderem bei Maple Leaf Wrestling an. Dort bestritt er unter anderem Matches gegen Jake Roberts, Nikita Koloff und den jungen Bret Hart. Eine Verletzung beendete jedoch seine Karriere sehr früh. Trotzdem blieb seine Leidenschaft fürs Wrestling und so war es keine Frage für ihn sich für CPW zu engagieren, die damals nur wenige Meilen entfernt von seinem Wohnort veranstaltet.  Ein weitere wichtige Person war Lilly Kershaw, die jüngere Schwester von Gründer Chris. Sie war Ringsprecherin und Interviewerin und war Backstage das Mädchen für alles. Die dritte wichtige Person ist Tyler Nash, der auch diese Dokumention initiert hat. Er ist der Cousin von Nick Griffin. Er hat nicht nur die ersten Plakate und Co designed, sondern hat mit seiner Passion fürs Filmen dafür gesorgt, dass die meisten Shows der Anfangszeit überhaupt gefilmt wurden und so für die Nachwelt erhalten sind.

      Im Rückblick wird diese erste Zeit der Promotion direkt nach der Gründung von Experten als die In your Hood Era bezeichnet. Chrakteristisch dafür ist, dass alle Events im Celtic Pub abgehalten wurden und die Events hatten nicht besondere individuelle Namen, sondern wurden alle unter dem Namen CPW In your Hood! abgehalten und wurden chronologisch mit römischen Ziffern aufsteigend durchnumeriert. Der Name In your Hood war vom alten WWF PPV Konzept In your House inspiriert und sollte klar machen, dass es Wrestling nicht nur regelmäßig im Fernsehen gab, sondern direkt in der Nachbarschaft der Fans von Hamilton und Umgebung.

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    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Schön, wie Du die Hintergrundstränge deiner Promotion erklärst. Ich würde es gut finden, wenn Du zu diesen Charakteren noch ein paar Bilder in deinen Berichten hinterlegen würdest, um dem ganzen noch ein wenig mehr Tiefe zu geben. Aber ansonsten bislang sehr gut und unterhaltsam von dir geschrieben.
    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Das Roster

      Einer der wohl wichtigste Bestandteile einer Company ist das Roster. Ohne talentierte Wrestler kann keine Liga gute Shows abliefern. Bei einer kleinen Liga sind logischerweise keine großen Namen am Start, sondern viele für den normalen Fan unbekannte Gesichter. Wir stellen deswegen in 2 Teilen die wichtigsten Wrestler vor, die zu Beginn bei Competition Pro Wrestling in den Ring gestiegen sind:

      Teil 1


      Scott D'Amore

      Geburtsdatum: 08.08.1974
      Größe: 1.75 m
      Gewicht: 110 kg
      Wrestling Debüt: 6/1992
      Finisher: D'Amoralizer, Canadian Crusher
      Gesinnung: Heel

      Viele Fans kennen D´Amore nur als Manager bei TNA und anderen Ligen, dabei war vor seiner Managerkarriere über ein
      Jahrzehnt als Wrestler unterwegs und bestritt auch einzelne Matches in WWF, WCW und ECW. Auch als Trainer begann er sich relativ schnell einen Namen zu machen und zählte Ende der 90ziger zu den bekanntesten Gesichter in der Indyszene von Ontario.


      Eric Young

      Geburtsdatum: 15.12.1979
      Größe: 1.80 m
      Gewicht: 102 kg
      Wrestling Debüt: 10/1998
      Finisher: Young Blood Neckbreaker, Wheelbarrow Suplex
      Gesinnung: Face

      Eric Young ist unter anderem von Scott D´Amore trainiert worden und hatte zu diesem Zeitpunkt nur ein paar Matches absolviert
      und war dementsprechend noch unerfahren. Sein Gimmick zum damaligen Zeitpunkt war das eines Landeies, was auf seinem damaligen Job bei einem Hersteller für Pferdegeschirr basierte.


      The Silver Boys

      Bryan

      Geburtsdatum: 22.11.1976
      Größe: 1.83 m
      Gewicht: 95 kg
      Wrestling Debüt: 1997
      Finisher: Samoan Drop
      Gesinnung: Heel

      Wayne

      Geburtsdatum: 10.5.1978
      Größe: 1.79 m
      Gewicht: 88 kg
      Wrestling Debüt: 1997
      Finisher: Flying Elbow Drop
      Gesinnung: Heel

      Die beiden Brüder haben einige Jahre im Backyardbereich verbracht bevor sie doch noch etwas Wrestlingtraining genossen
      haben. Technisch sind sie relativ limitiert, dafür sind sie ordentliche Brawler und sind für harte Spots bekannt. Ihr Tag
      Team Move ist eine Samoan Drop & Flying Elbow Drop Kombo, den sie den Silver Crasher nennen.


      Mike Legacy

      Geburtsdatum: 6.4.1972
      Größe: 1.83 m
      Gewicht: 102 kg
      Wrestling Debüt: 1994
      Finisher: Tomikaze
      Gesinnung: Face

      Mike Legacy ist einer der erfahrenen Wrestler im Roster und ein guter Techniker. Selber bezeichnet er sich als "The Man
      Who Sets The Standards" und dementsprechend ambitioniert und anspruchsvoll an sich selber.


      Chris Garvin

      Geburtsdatum: 1973
      Größe: 1.98 m
      Gewicht: 115 kg
      Wrestling Debüt: 10/1998
      Finisher: Superstar Destroyer
      Gesinnung: Heel

      Chris Garvin ist ein Hüne und war im Jahr 1999 noch ein etwas stiffer Rookie. Mit seiner Statur, den Tatoowierungen und
      der Lederkutte ist er ein furchteinflößender Biker, der seine Gegner gerne nach Strich und Faden vermöbelt.


      Larry Destiny

      Geburtsdatum: 13.06.1973
      Größe: 1.91 m
      Gewicht: 109 kg
      Wrestling Debüt: 11/1995
      Finisher: Destiny Ridge, Inverted Pedigree
      Gesinnung: Face

      Obwohl man mit seiner Größe von ihm eher ein Powerhouse erwarten würde, ist er mehr ein Techniker, der auch einige High
      Flyer Aktionen im Repertoire hat. Auch er durfte ein paar einzelne WWF Matches bestreiten wie z.B. gegen Billy Gunn. Zu Beginn zählte er unter den Fans zu den beliebtesten Wrestler der Liga.  


      Kwan Chang Lee

      Geburtsdatum: 14.10.1972
      Größe: 1.88 m
      Gewicht: 113 kg
      Wrestling Debüt: 9/1997
      Finisher: Near Death Experience, Dragon Clutch
      Gesinnung: Heel

      Kwan Chang Lee ist in Ontario geboren, hat aber asiatische Vorfahren. In der Indyszene tritt mit einem Gimmick als skrupeloser asiatischer Kampfmeister auf, der seinen Gegnern gerne Green Mist in Augen spuckt und sie mit einem Kendo Stick mishandelt.
    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Teil 2


      Flexx Falcone

      Geburtsdatum: 1978
      Größe: 1.78 m
      Gewicht: 88 kg
      Wrestling Debüt: 1998
      Finisher: Flexx Drive
      Gesinnung: Heel

      Flexx Falcone ist ein gutausehender Jüngling, der als Model arbeitet und darauf ziemlich eingebildet ist. Im Ring sieht er nicht nur gut aus, sondern kann auch durch waghalsige Aktionen beeindrucken.


      Gutter

      Geburtsdatum: 31.10.1976
      Größe: 1.82 m
      Gewicht: 100 kg
      Wrestling Debüt: 1997
      Finisher: Diamond Gutter, Down The Drain, Gutter Cutter
      Gesinnung: Face

      Gutter wurde von Scott D'Amore trainiert und hatte zum damaligen Zeitpunkt schon etwas Erfahrung gesammelt, aber er war dennoch ein relativ frisches Gesicht in der Szene. Sein Stil ist eher brawlastig. Sein Gimmick war damals, dass er in einem Trailer Park in eher ärmlichen Verhältnissen lebt und sich mit Gelegenheitsjob durchschlagen muss- Durch das Wrestling will er ein Star werden und sich irgendwann ein richtiges Haus leisten können .


      Chris Church

      Geburtsdatum: 1975
      Größe: 1.95 m
      Gewicht: 125 kg
      Wrestling Debüt: 1997
      Finisher: Chokeslam
      Gesinnung: Heel

      Alleine mit seiner Statur sticht er natürlich heraus und schüchtert so seine Gegner ein. Er ist zwar nicht besonders technisch versiert, aber ein richtiges Powerhouse. In CPW ist er der persönliche Bodyguard seines Trainers und Mentors Scott D´Amore.


      Quinson Valentino

      Geburtsdatum: 02.06.1970
      Größe: 1.91 m
      Gewicht: 107 kg
      Wrestling Debüt: 1995
      Finisher:  Hangmans Neckbreaker, Running Head Kick
      Gesinnung: Face

      Der Glatzkopf trainerte jahrelang als Kickboxer und absolvierte auch einige Kämpfe. Dann wechselte er ins Wrestling und tritt dort logischerweise weiter mit seinem Kickboxergimmick an.


      Ricky Stardust

      Geburtsdatum: 1975
      Größe: 1.77 m
      Gewicht: 86 kg
      Wrestling Debüt: 1996
      Finisher: Disco Breaker
      Gesinnung: Heel

      Ricky Stardusts Gimmick ist stark von Disco Stu aus den Simpsons inspiriert und als großer Discoliebhaber passend ist Funky Town von Lipps Inc. sein Entrance Theme. Dabei hat er auch keine Scham regelmäßig peinliche Tanzeinlagen im Ring zu vollführen. 


      Bobby Roode

      Geburtsdatum: 11.7.1977
      Größe: 1.83 m
      Gewicht: 110 kg
      Wrestling Debüt: 6/1998
      Finisher: Fisherman Suplex, Northern Lariat, Rolling Cutter
      Gesinnung: Face

      Heute ist Bobby Roode für viele Fans ein bekannter und große Name des Wrestlings, damals war er ein blutjunger Rookie, der gerade ein Jahr im Ring stand und entsprechend noch eher grün war. Seine ersten Schritte in PPW tat er als Babyface mit einem Gimmick als Rookie der seinen großen Wrestlinghelden der Kindheit nacheifern will und auch ein großer Star werden will.


      Derek Wylde

      Geburtsdatum: 8.3.1977
      Größe: 1.80 m
      Gewicht: 86 kg
      Wrestling Debüt: 1996
      Finisher: Inside Out Bomb, Wylde Ryde
      Gesinnung: Heel

      Wylde wurde unter anderem von der Wrestlinglegende Dory Funk Jr. trainiert und ist ein High Flyer gepaart mit gutem technischen Wrestling. Später sollte er auch ein paar Auftritte bei TNA haben. In der Indyszene tritt er als arroganter Heel auf, der sich für das Nonplusultra hält. Er bezeichnet sich selber als The Only Good of this Era.
         

      Desperado

      Geburtsdatum: 16.09.1968
      Größe: 1.78 m
      Gewicht: 101 kg
      Wrestling Debüt: 1991
      Finisher: Desperado Driver
      Gesinnung: Face

      Desperado wurde in Uruguay geboren und hat sich seit 1991 über die Jahre in der Indyszene von Ontario einen Namen erarbeitet. Auch für die WWF und später für NWA-TNA sollte er unter dem Namen El Fuego ein paar Matches bestreiten. Er ist ein guter Techniker und sollte ein paar Jahre später in Toronto seine eigene Wrestlingschule gründen, in der einige bekannte Wrestler ihr Handwerk lernen sollten. In CPW spielte er in den ersten Jahren eine wichtige Rolle und sollte einige starke Fehden und Matches haben.
    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Mir gefallen die knappen Beschreibungen der Wrestler sehr gut. Zusammen mit dem Bild ergibt das schon ein schlüssiges Bild, wenngleich jetzt pauschal keine Akteure besonders herausstechen meiner Ansicht nach (außer natürlich  Ricky Stardust... :D). Interessant ist für mich u.a. Chris Garvin, da ich generell mit Biker-Gimmicks einiges anfangen kann und beispielsweise auch den ABA-Taker und Chuck Palumbo gut fand in den Rollen.

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    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Die letzten Vorbereitungen

      - Bevor wir zum Verlauf der ersten Show gehen, haben wir noch ein Vorwort von dem renomierten Wrestlingjournalist Bill Apter, der sich zum Roster und den ersten Shows äußert.

      Bill Apter: Zuerst muss ich klarstellen, dass ich die allerersten Shows nicht live, sondern nur in Nachhinein von den Videos kenne. Einige Wrestler habe ich in der damaligen Zeit bei anderen Indyshows gesehen. Aus heutiger Sicht ist das Niveau der Matchqualität natürlich nicht ganz oben anzusiedeln. Dazu muss man sagen, dass im Allgemeinen bei fast allen Ligen das durchschnittliche Niveau damals niedriger war als heutzutage. Zum anderen muss man sich nur mal das Roster anschauen. Von einzelnen Ausnahmen abgesehen waren die meisten Wrestler höchstens 2-3 Jahre aktiv und über 50 absolvierte Matches waren da eine Seltenheit. Ein guter Teil der Shows war also eine bessere Rookieshow. Das Niveau der Matches schwankt dementsprechend stark, aber man sieht schon damals, wer das Potential für mehr hat und wer eher limitiert ist. Zum Booking kann ich sagen, dass man versucht hat 2-3 größere Hauptstorylines als Gerüst für die Shows zu nehmen und der Rest dann darum zu drapieren. Dementsprechend hat man bei den Matches drauf geachtet, das man immer 2-3 Hauptmatches hatte, die qualitativ eine sichere Bank sein sollten und in der Undercard durften sich dann die Rookies und restlichen Wrestler austoben. Schön finde ich es wie man bei einigen Wrestlern eine Charakterentwicklung über die Shows mitverfolgen kann. Auch wenn man kein Fan von Competition Pro Wrestling war, ist es dennoch hochinteressant von Wrestlern, die später nationale und internationale Stars wurden, Auftritte von ihrem Beginn der Karriere zu sehen.

      - Die erste Show wurde für den 14.08.1999 angesetzt. Rund 40 Plakate in der ganzen Stadt und näheren Umgebung beworben die Show und es gab auch weitere Werbeaktionen. Dabei wurden 3 Matches für die Show angekündigt. Der Main Event ist ein Titelmatch um den BCW Can-Am Heavyweight Championship, der durch die Offiziellen von Border City Wrestling auch legitimiert wurde. Scott D´Amore trägt diesen Titel schon seit einiger Zeit und wird ihn nun gegen Desperado verteidigen müssen. Der Uruguayern steht seit 8 Jahren aktiv im Ring und konnte in dieser Zeit mehrere Titel holen. Nun will er sich auch diesen Belt sich unbedingt sichern. Es wird also sicher keine einfache Aufgabe für D´Amore werden.

      BCW Can-Am Heavyweight Championship
      Scott D'Amore (c) vs Desperado

      Singles
      Derek Wylde vs Mike Legacy

      Singles
      Gutter vs Kwan Chang Lee

      + Larry Destiny, Chris Garvin, Quinson Valentino, The Skaters und einige weitere Wrestler live in Action!

      The post was edited 1 time, last by Stan ().

    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Dein Projekt hat wirklich eine Menge Charme, vom Interview mit den Gründern, über die Entstehungsphase bis zum Roster und dem Vorwort von Bill Apter. Alles wirkt klein aber gemütlich, ich denke mal das war auch deine Intention hinter dem Auftakt. Jetzt bin ich aber sehr gespannt wie du den Verlauf der CPW beschreiben wirst, ich denke einzelne Shows wird es eher selten geben, oder?
      Ich bin gespannt, bis her ein sehr sympatisches Diary  :)
    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Competition Pro Wrestling
      In your Hood! I
      Hamilton, Ontario

      14.08.1999


      Die Show beginnt mit dem Entrance von Derek Wylde, der sich ein Mikro geben lässt und gleich mal den Fans gratuliert, dass sie ihn heute sehen dürfen, denn alles andere sei inzwischen ja nur noch Crap. Als Beispiel führt es dann die Musik auf, was es früher für großartige Musiker gab und heutzutage sind Versager wie Britney Spears, TLC und Ricky Martin an der Spitze der Charts. Dagegen sei hier in Competition Pro Wrestling klar, dass er völlig zurecht die Nummer 1 sei, denn er ist der einzige Gute dieser Epoche.

      Singles
      Derek Wylde vs Mike Legacy
      Mit Mike Legacy hat Wylde aber einen harten Brocken vor sich, der ordentlich dagegen hält. So entsteht ein sehr ausgeglichenes Match, das erst kippt als Wylde den Finisheransatz von Legacy in einen krachenden DDT kontern kann und dann mit einem Running Neckbreaker und dem Wylde Wylde Ryde den Sack zumacht.  
      Winner via Pinfall: Derek Wylde (13:14)

      Wylde feiert seinen Sieg, kann es aber dennoch nicht lassen noch auf dem Weg in den Backstagebereich ein paar Fans anzupöbeln.

      Singles
      Bobby Roode vs Flexx Falcone
      Im zweiten Match des Tages trifft der Rookie Booby Roode auf Flexx Falcone, der die größeren Anteile am Match hat, aber dann den Fehler macht und zu lange in Richtung der weiblichen Fans posiert und so überraschend von Roode zum 3 Count eingerollt wird.  
      Winner via Pinfall: Bobby Roode (9:26)

      Falcone ist natürlich stinksauer, aber Roode macht sich schnell aus dem Staub, so dass Falcone ihm nichts mehr tun kann. Anschließend erscheint Scott D'Amore mit dem BCW Can-Am Heavyweight Championship auf den Schultern und lässt sich von Lilly Kershaw zum heutigen Titelmatch und Main Event interviewen. Er erklärt, dass Desperado nie eine Chance haben wird. Desperado sieht das natürlich anderst und erscheint deshalb in der Halle. Er gibt dem Champion ordentlich Kontra. Großmäulig meint D´Amore dann, dass sie das auch jetzt gleich klären können. Despardo macht sich kampfbereit, wird dann aber hinterrücks von einem Hünen attackiert. D´Amore ist sicherlich amüsiert und gemeinsam mit dem Hünen vermöbelt er Desperado. Dann setzt es noch einen Chokeslam vom Hünen für Desperado und der Herausforderer wird von Betreuern gestützt in den Backstagebereich gebracht. D´Amore stellt den Hünen als seinen Bodyguard Chris Church vor und macht dann noch eine Open Challenge, die Quinson Valentino animmt.

      Singles
      Chris Church (w Scott D'Amore) vs Quinson Valentino
      Church dominiert mit seiner Kraft das Match, was D´Amore sichtlich gefällt. Der Kickboxer Valentino hält jedoch dagegen und gibt nicht so einfach klein bei, aber am Ende muss er sich nach einem Big Boot gefolgt von einem krachenden Chokeslam geschlagen geben.
      Winner via Pinfall: Chris Church (5:50)

      D´Amore zeigt sich sehr zufrieden und zieht dann mit seinem Bodyguard von dannen.

      6 Men Tag Team
      The Silver Boys (Bryan Silver & Wayne Silver) & Ricky Stardust vs The Skaters (Chris Hawk & Nick Mullen) & Eric Young
      Ricky Stardust fordert zu Beginn seine Gegner Chris Hawk zu einem Tanzduell auf und legt eine Tanzeinlage hin. Dafür kassiert er aber nur eine harte Clothesline und das Match kann richtig starten. Die Heels können dann lange Eric Young isolieren, aber der schafft irgendwann dann das Hot Tag. Am Ende bricht das totale Chaos aus und die Skaters und die Silver Boys befödern sich gegenseitig aus dem Ring. Young nutzt die Situation und kann Stardust nach Wheelbarrow Suplex erfolgreich pinnen.  
      Winner via Pinfall: The Skaters (Chris Hawk & Nick Mullen) & Eric Young (12:51)

      Die Faces feiern noch etwas bevor es eine kurze Pause gibt. Nach der Pause kommt einer mittelalter Mann in einem Anzug zum Ring und er stellt sich als James Monroe vor. Er ist der Präsident des Booking Committee von CPW und damit habe er die Entscheidungsgewalt in dieser Show. Die Aktionen von Scott D´Amore könne er nicht gut heißen. Desperado sei von der Attacke angeschlagen, so dass er noch nicht weiß, ob die Ringärzte Desperado die Freigabe für das heutige Match erteilen. Monroe hoffe natürlich das Beste und wünscht den Fans noch viel Spaß an der weiteren Show.  

      Singles
      Damien Truth vs Chris Garvin
      Damien Truth ist mit 185 cm und fast 120 kg nicht gerade schmächtig gebaut, aber gegen fast 2 Meter großen grimmigen Biker Garvin ist er körperlich unterlegen. Garvin geht extrem aggressiv und brutal zur Sache. So bekommt Truth fast null Offensive und muss sich nach dem Superstar Destroyer geschlagen geben.
      Winner via Pinfall: Chris Garvin (3:28)

      Chris Garvin hat nach seinem Sieg noch nicht genug und verpasst Truth einen noch stifferen zweiten Superstar Destroyer, so dass Truth auf einer Trage aus der dem Ring gebracht werden muss.

      Singles
      Larry Destiny vs Mike Van Tastic
      Die Fans sind in diesem Match klar auf der Seite von Larry Destiny, der auch mehr Anteile am Match hat und am Ende das Match via Destiny Ridge für sich entscheiden kann.
      Winner via Pinfall: Larry Destiny (7:49)

      Destiny schnappt sich ein Mikro und wendet sich Scott D´Amore zu. Dieser solle lieber dafür beten, dass Desperado die Freigabe der Ärzte bekomme, andernfalls werde er selber nämlich zum Main Event in den Ring kommen und D´Amore ordentlich den Arsch versohlen. Es sei ihm dann auch egal ob das ein Titelmatch wäre oder nicht.

      Singles
      Gutter vs Kwan Chang Lee
      Nach einem ausgeglichenen Beginn kann Chang die Überhand gewinnen und maltretiert Gutter ordentlich. Gutter kann sich dann mit einem Suplexkonter etwas Luft verschaffen und das Match wieder offen gestalten. Am Ende ist Gutter sogar am Drücker, aber als der Referee zu Boden geht, spuckt Lee Gutter Green Mist ins Gesicht. Es folgt ein Running Knee und die Near Death Experience. Der Schiri zählt etwas benebelt den Sieg für den Asiaten durch.
      Winner via Pinfall: Kwan Chang Lee (11:17)

      Scott D´Amore kommt nun mit Chris Church in den Ring und hält eine Promo, dass es ihm sehr leid tue, aber der Main Event müsse wohl ausfallen, da sein Gegner ein Weichei sei und wohl besser die Sportart wechseln soll. D´Amore fährt weiter mit seinen provokanten Aussagen weiter bis plötzlich die Musik von Desperado ertönt und dieser zum Ring kommt.

      BCW Can-Am Heavyweight Championship
      Scott D'Amore (w Chris Church) (c) vs Desperado
      D'Amore ist etwas überrascht, dass Desperado doch zum Match antritt und so ist Desperado zuerst am Drücker, aber dann merkt man, dass Desperado an der Schulter angeschlagen ist und D´Amore nutzt das natürlich aus und bearbeitet systematisch die Schulter. Desperado hat jedoch ein großes Kämpferherz und kommt zurück. Mehrmals stehen beide Männer kurz vor dem Sieg, aber der Gegner kickt im letzten Moment aus. Am Ende hat Desperado D´Amore im Ansatz zum Desperado Driver als Church auf das Apron steigt und so den Referee ablenkt. D´Amore befreit sich und verpasst Desperado einen Low Blow. Es folgt der D'Amoralizer und der 3 Count.  
      Winner via Pinfall: Scott D'Amore (w Chris Church) (16:46)

      D´Amore feiert mit seinem Bodyguard, aber dann wendet er sich Desperado zu und weist Church an Desperado noch einen Chokeslam zu verpassen. In diesem Moment kommt Larry Destiny mit einem Stuhl bewaffnet zum Ring gesprintet und vertreibt die Heels aus dem Ring. Präsident James Monroe erscheint nun und teilt den 4 Wrestlern mit, dass bei der nächsten Show im Oktober sie in einem Tag Team Match aufeinander treffen und dort ihren Disput regeln können. Mit dieser Ankündigung geht die Show zu Ende.
    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Die Reise geht also zum Glück noch weiter.

      Die Zusammenstellung deines Roster

      - Da kennen wir vor allem Bobby Roode, welcher damals noch ein Blondschopf war.^^ Ansonsten sind das irgendwie alles interessante Charaktere, die du wohl sehr gewissenhaft ausgewählt hast.

      Bill Apter

      Nett, dass du da einen Wrestlingjournalisten aus einer retroperspektive zu Wort kommen lässt. Das mag ich eigentlich immer sehr gerne.
      Auch die Cardzusammenstellung liest sich sinnvoll. Klar, dass es am Anfang halt nicht so einfach war gute Wrestler zu finden. Das kann man ja auch kaum mit heute vergleichen. Durch die Worte von Apter kann man sich besser darin hineinversetzen, wie die Cards der ersten Events wohl waren und wie es so ankam.


      Am 14.8.1999 kam es also zur ersten Show. Vielleicht nimmst Du ja auch etwas mehr Referenz auf die damalige Zeit. Was war im Sommer 1999 so gerade Thema? Ich glaube das würde der Geschichte vielleicht noch mehr Wirkung verleihen. Damals kam es ja zum Leistungsabfall in der WCW, Chris Jericho debütierte bei der WWF und die Welt sah sich dem Jahrtausendwechsel langsam entgegen. Große Sportkarrieren begannen und endeten.

      Dann kommen wir auch schon zur ersten Show

      Derek ruiniert mir dann meinen Kritikpunkt in dem er die grausige 90er-Musik erwähnt.^^ Da musste ich schon Schmunzeln.
      Ansonsten ist es doch schon ein wenig schwierig die Debütshow zu deuten dafür sind die Matches doch sehr kurz und einfach einige Gesichter doch sehr unbekannt. Wir befinden uns hier immerhin in der Independent Szene der späten 90er-Jahre.
      Klar fällt das Line Up des Main Events auf. D'Amore ist wohl eher noch als Team Canada Manager bekannt bei TNA. Aber ja er war damals auch noch Wrestler. Schlussendlich gibt es noch eine Erklärung des Ligachefs und wir dürfen uns auf eine Ansetzung bei der nächsten Show freuen.
      Insumme also eine Show, die zwar ihre Elemente hatte, aber zu der man schwierig etwas sagen kann, da erste Shows immer etwas Entwicklungsbedarf haben. Ich bin gespannt, ob bei dir auch ein paar Old Stars der 80er Jahre auftreten werden. Der Free Agents Markt war damals ja nicht so gut bestückt.
    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      August / September 1999

      - Die erste Show in der Geschichte von Competition Pro Wrestling war also geschafft und die Gefühlslage war sehr gemischt. Einerseits war man froh und stolz, dass man die erste Show geschafft hatte. Andererseits hatte man auch etwas Zweifel, was man alles besser machen hätte könnte. Man war auch enttäuscht darüber, dass man zwar eine solide Crowd hatte, aber darunter waren nur 94 zahlende Zuschauer. Finanziell enstand also ein Verlust von mehreren 100 Dollar. Chris und Nick wussten, dass sie solche Verluste nicht lange stemmen konnten und möglichst schnell mehr Fans zu den Shows kommen müssten um eine finanziell solide Basis zu haben. Positiv war zumindest, dass in einer lokalen Zeitung über den Event berichtet wurde und er dort nicht so schlecht weg kam. Wie die Aktiven selber den Event sahen, soll Scott D´Amore am besten selber erzählen.

      D´Amore: Für eine Debütshow unter den gegebenen Umständen fand ich es ganz ordentlich. Man persönliches Lieblingsmatch der Show war ganz klar der Opener, da waren einfach zwei gute Wrestler im Ring. Beide wussten wie man ein interessantes Match auf die Beine stellt und zeigten das hier auch. Church vs Valentino und Garvin vs Truth waren mehr oder weniger Squasches, die nur dazu dienten den beiden Gewinnern Glaubwürdigkeit beim Publikum zu geben. Roode vs Falcone war überraschend solide, das 6 Men Tag hatte ein paar kleinere Upfucks drin. Destiny und und van Tastic sind in ihren Stilen einfach zu unterschiedlich, was die beiden hier hinderte ein besseres Match auf die Beine zu stellen. Gutter gegen Lee zählt sicherlich zu den besseren Matches aus dem Jahr 1999 in Ontario und der Asiate zog auch gleich ordentlich Heat. Mein Main Event mit Desperado gefiel mir dann ganz gut, denn Desperado zählte sicherlich zu den Top 5 damals in Ontario und durch die Segmente über die ganze Show waren die Fans auch recht gut dabei, was sonst bei nicht allen Matches gegeben war. Es war auf jeden Fall ein würdiger Main Event für eine solche Show und mit dem Tag Team Match wurde auch gleich geschickt der Main Event für die nächste Show aufgebaut.

      - Am selben Tag wie die erste Show von CPW hielt damals WCW ihren PPV Road Wild auf dem Bikertreffen Sturgis ab. Mit 5500 Zuschauern hatte WCW doch ein paar Zuschauer mehr als CPW. Betrachtet man jedoch, dass auf dem ganzen Festival damals geschätzt rund 325.000 Biker anwesend waren, dann zeigt das schon, dass das Interesse an der WCW deutlich am sinken war, zumal im Vorjahr auf dem Festival mit über 10.000 Zuschauern bei selben PPV noch fast die doppelte Anzahl anwesend war. Auch die ersten WCW Stars verliesen damals die Company. Nach The Giant Anfang 1999 gab mit Chris Jericho im August 1999 der zweite größere Namen sein Debüt in der World Wrestling Federation. Beim Summerslam 1999 gewann Mankind im Main Event den Titel in einem Triple Threat gegen Stone Cold und Triple H. Ansonsten gab es so einige komische Matches wie zum Beispiel ein Lion's Den Weapons Match zwischen Shamrock und Blackman, einen Love Her Or Leave Her Street Fight zwischen Test und Shane McMahon und ein Kiss My Ass Match zwischen The Rock und Billy Gunn, der damals als Mr. Ass antrat. Im Nachhinein kann man über einige Matchideen durchaus schmunzeln.

      - Für ECW schien der Sommer 1999 nicht so schlecht zu laufen. Man konnte sich endlich einen nationalen TV Deal bei TNN sichern und mit Raven kam einer der größten Stars der Company wieder zurück. Gleichzeitig verliesen jedoch mit den Dudleys 2 der größten Draws die Liga in Richtung Stamford. Aber auch ohne die Dudleys konnte man im September mit Anarchy Rulz einen guten PPV auf die Beine stellen, der circa 6000 Fans in Illinois zog. Das zeigt nochmal auf, dass Wrestling damals trotz der langsam aufkommenden Probleme bei WCW richtig hot war.

      - Für Competition Pro Wrestling richtete sich die Aufmerksamkeit dagegen voll auf die zweite Show, die für den 16.10.1999 angesetzt war. Durch die Ereignisse der Debütshow stand der Main Event mit einem Tag Team Match zwischen Scott D´Amore und Chris Church auf der einen Seite und Desperado und Larry Destiny auf der anderen Seite fest. Außerdem gab es zwei Rematches von der ersten Show. Flexx Falcone hat Bobby Roode zu einem Rematch aufgefordert, da er die aus seiner Sicht die Schmach aus dem ersten Match tilgen will. Roode hat akzeptiert. Das zweite Rematch hat Präsident James Monroe angesetzt, dem der unfaire Sieg von Kwang Change Lee gegen Gutter überhaupt nicht gefallen hat. Als viertes Match wurde außerdem ein Tag Team Match zwischen den The Skaters und The Silver Boys beworben.

      Card

      Tag Team
      Scott D'Amore & Chris Church vs Desperado & Larry Destiny

      Singles
      Gutter vs Kwan Chang Lee

      Singles
      Bobby Roode vs Flexx Falcone

      Tag Team
      The Skaters (Chris Hawk & Nick Mullen) vs The Silver Boys (Bryan Silver & Wayne Silver)

      + Mike Legacy, Derek Wylde, Chris Garvin, Eric Young und einige weitere Wrestler live in Action!

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    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Schöner neuer Teil.
      Ich kann mir gut vorstellen, dass der Anfang bei diesem Projekt doch schwierig ist. Die Wrestler ziehen halt noch nicht so und müssen wohl erst wachsen. Leider hat mir bei den EWR Backyard to Global Challenges immer die Lust verlassen. Ansonsten klingt es wirklich interessant wie sich die Promotion am Anfang entwickelte.
      Ich gehe mal davon aus, dass die Promotion ihre finanziellen Probleme überwinden konnte ;)
      Schön, dass Du dich auf die damaligen Probleme der WCW beziehst. Der Stern war schon am Sinken und wir alle wissen ja, dass es aber noch wesentlich schlimmer werden sollte.
      Wusste gar nicht, dass die ECW damals sogar mehr Leute zog, wobei ich finde, dass die Promotion auch 1999 bei weitem nich mehr den Spirit hatte wie noch 2 Jahre zuvor.
      Freue mich schon auf den nächsten Teil, du hast wirklich einen angenehmen Schreibstil.
    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Competition Pro Wrestling
      In your Hood! II
      Hamilton, Ontario
      16.10.1999



      Flexx Falcone eröffnet die Show und hält gleich eine Promo, dass seine Niederlage von der letzten Show ein absoluter Zufallstreffer war und Nichts anderes. Genau das werde jetzt beweisen und Roode im Rematch klar besiegen.

      Singles
      Bobby Roode vs Flexx Falcone
      Falcone will gleich Roode attackieren, aber bei den ersten Versuchen wird er vom Youngster ausgekontert und muss erst mal ein paar Hip Tosses einstecken. Erst ein Stich in die Augen bringt Falcone den Vorteil für die nächsten paar Minuten. Roode kommt zurück, macht dann aber den Anfängerfehler, dass er auf die Ringecke steigen will obwohl sein Gegner nicht genügend angeschlagen ist. Falcone nutzt das zu einem Superplex gefolgt vom Flexx Drive zum Sieg.
      Winner via Pinfall: Flexx Falcone (9:44)

      Larry Destiny und Desperado erscheinen in der Halle und lassen sich nun von Lilly Kershaw interviewen. Desperado kommt gleich auf die letzte Show zu sprechen und die hinterhältige Attacke von D´Amore und seinem Handlanger. Obwohl er angeschlagen war, hatte er D´Amore an dem Rande einer Niederlage und nur ein weiterer Eingriff von Church verhinderte, dass er jetzt hier als BCW Can-Am Heavyweight Champion stehen würde. Larry Destiny erklärt, dass heute der Tag der Revanche sei und er schon heiß darauf sei heute D´Amore und Church das Maul zu stopfen. Heute werden sie gewinnen und irgendwann wird auch einer von ihnen D´Amore seinen Titel abnehmen.

      Tag Team
      Eric Young & Mike Legacy vs Ricky Stardust & Mike Van Tastic
      Stardust kann es nicht lassen und bringt wieder eine Tanzeinlage zu Beginn, was sogar seinem Tag Team Partner auf den Nerv geht. Van Tastic sorgt dafür, dass die Heels Young erstmal bearbeiten können, aber Young schafft das Hot Tag und Legacy räumt ordentlich auf. Am Ende kann Legacy Stardust den Tomikaze verpassen und so den Sieg holen.
      Winner via Pinfall: Eric Young & Mike Legacy (9:17)

      Nachdem der Ring wieder frei ist, kommt ein eher klein gewachsener Mann zum Ring, er stellt sich als Bobby Clancy vor und meint, dass auch wenn er nicht mal ganz 1.70 Meter erreicht, sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Es käme schließlich nicht auf die Körpergröße an, sondern auf die Größe des Kämpferherzes an. Er würde es mit jedem Gegner aufnehmen.

      Singles
      Bobby Clancy vs Chris Garvin
      Clancy muss seine Worte ziemlich schnell bereuen, denn Chris Garvin kommt als Gegner zum Ring. Der Biker domniert das Match und die kurze Gegenoffensive ist schnell mit einen harten Slam beendet. Mit dem Superstar Destroyer ist dann das Match ziemlich schnell beendet.  
      Winner via Pinfall: Chris Garvin (3:42)

      Garvin wirft dann seinen Gegner noch im hohen Bogen aus dem Ring, so dass dieser sich sichtlich weh tut. Das interessiert den Biker jedoch wenig und er zieht grimmig von dannen.

      Lilly Kershaw hat nun Scott D'Amore und Chris Church als Interviewgast. Thema ist natürlich der heutige Main Event und D´Amore teilt den Fans mit, dass sie mal beide Teams vergleichen sollen. Auf der einen Seite ist ein vor Kraft strotzender 2 Meter Hüne und der BCW Can-Am Heavyweight Champion, der seit über 4 Jahren diesen Titel hält und der beste Wrestler in ganz Kanada ist. Auf der anderen Seite ist ein weinerlicher Latino, der nach einem Chokeslam und ein paar Tritten sich schon am liebsten 3 Monate krank schreiben lassen will. Als Partner hat er dann noch einen Kirmeswrestler, der noch nie einen halbwegs bedeutsamen Titel gewinnen konnte. Jeder halbwegs kompetente Fan erkennt sofort, wer heute das Match gewinnt.     

      Singles
      Gutter vs Kwan Chang Lee
      Dies ist ein Rematch von der ersten Show und Lee nutzt wieder dieselben dreckigen Tricks wie beim letzten Mal. Gutter ist aber dieses Mal etwas besser vorbereitet und so entsteht ein enger Fight. Lee will Gutter einen German Suplex verpassen, aber Gutter blockt und kann aus dem Nichts den Gutter Cutter zum Sieg zeigen.
      Winner via Pinfall: Gutter (14:06)

      Kwan Chang Lee ist kein guter Verlierer und attackiert Gutter nach dem Match gleich mit einem Kendostick. Auf Gutters Rücken zeichnen sich Striemen ab und erst als der Kendostick total kaputt ist, lässt Lee von Gutter ab und verlässt unter großer Heat die Halle.

      Tag Team
      The Skaters (Chris Hawk & Nick Mullen) vs The Silver Boys (Bryan Silver & Wayne Silver)
      Die Skaters legen gut los, werden dann aber jäh gestoppt und Mullen wird eine Weile isoliert, kann aber nach einem Drop Toe Hold Konter und einem Bulldog den Wechsel schaffen. Es entwickelt ein enges Match. Hawk hat Wayne Silver im Full Nelson Ansatz, aber der befreit sich mit einem Eselstritt und zeigt den Hammerlock DDT. Mullen will das Cover noch brechen, aber Bryan Silver kann ihn am Bein festhalten.
      Winner via Pinfall: The Silver Boys (Bryan Silver & Wayne Silver) (10:23)

      Derek Wylde kommt nun zum Ring und schnappt sich ein Mikro. Wie beim letzten Mal kommt er darauf zu sprechen, dass es nichts Gutes mehr geben würde, man müsse nur zum Beispiel ins Kino gehen. Früher gab es innovative und tolle Filme, heutzutage trotz besserer Technik nur noch Müll oder billige Fortsetzungen wie z.B. von Star Wars, Toy Story 2 und James Bond. Deswegen könne er den Fans nur gratulieren, dass sie heute hier her gekommen sind und nicht ins Kino, denn hier bekommen sie mit ihm wenigstens die einzige gute Person dieser Epoche zu sehen, die ihr Geld noch wert sei.   

      Singles
      Derek Wylde vs Quinson Valentino
      Wylde muss heute gegen Valentino antreten und beide Wrestler schenken sich nichts und es gibt einen abwechselungsreichen Fight. Wylde lässt am Ende seinen großen Worten auch Taten folgen und kann mit der Inside Out Bomb den Sieg holen.
      Winner via Pinfall: Derek Wylde (11:56)

      Wylde feiert den Sieg garnicht groß, scheinbar ist es für ihn eine Selbstverständlichkeit. Anschließend machen D´Amore und Church ihren Entrance für den heutigen Main Event. D´Amore hat seinen Titel auf den Schultern und pöbelt auf dem Weg zum Ring einige Fans an. Entsprechend feindlich sind die Fans gegenüber den beiden Heels eingestellt und die Faces werden bei ihren Entrances von den Fans bejubelt und freundlich abgeklatscht.

      Tag Team
      Scott D'Amore & Chris Church vs Larry Destiny & Desperado
      Während Desperado gleich D´Amore im Ring haben will, wechselt der lieber gleich seinen Bodyguard Church ein. Church spielt dann seine Kraftvorteile zuerst aus, was D´Amore sichtlich gefällt. Irgendwann gelingt den Faces dann doch Church zu überlisten und es ensteht ein abwechselungsreiches Match mit einigen Nearfalls. D´Amore hat dann Destiny auf der Ringecke im Ansatz zum Superplex, aber Destiny wehrt sich noch. Church will Desperado währendessen mit einer Clothesline aus dem Ring befördern, aber Desperado duckt sich und zieht das oberste Ringseil runter und so segelt Church nach draußen. Desperado verpasst D´Amore sofort ein paar Schläge auf den Rücken und befördert ihn mit einer Powerbomb vom zweiten Ringseil. Church kommt draußen wieder auf die Beine, wird aber sofort von Desperado mit einem Plancha wieder niedergerissen. Destiny sitzt noch auf der Ringecke, sieht den am Ringboden liegenden D´Amore und zeigt dann einen Frog Splash, der zum 3 Count reicht.  
      Winner via Pinfall: Larry Destiny & Desperado (20:22)

      Während Church seinen angeschlagenen Chef aus dem Ring zieht und stützend aus der Halle bringt, lassen die Faces sich zum Showabschluss richtig von den Fans feiern.
    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Backstage Inside: Der Job des Bookers in der Anfangsphase von CPW

      Wrestlingligen können sich in vielen Bereichen voneinander unterscheiden, aber eine Sache muss jede Liga haben, nämlich einen Verantwortlichen, der die jeweiligen Shows zusammenstellt. In den größeren Ligen gibt es hierfür ein ganzes Team von Writern, die sich nur darum kümmern. In Competition Pro Wrestling war Nick Griffin als Headbooker dafür zuständig. Der Unterschied zwischen einem Writer und einem Booker ist, dass der Writer eine Show mit einem fixen Pool an Wrestler erstellen muss, während ein Booker oft ein Budget hat und damit eigenständig das Roster für seine Shows zusammenstellt und so oft selbstständig mit den Wrestlern die Gagen aushandelt. Ein Booker hat also eine deutliche größere Verantwortung. Dabei sind die Herausforderungen für einen Booker einer kleinen Liga, die gerade gegründet wurde, ein ganz andere wie für einen Verantwortlichen einer großen Liga. Nick Griffin erzählt nun über die damalige Zeit als Headbooker von CPW.


      Nick Griffin: Als Headbooker zu dieser Zeit war natürlich das Hauptthema das Geld. Das Budget war sehr limitiert und so konnte ich den Wrestlern natürlich nur ziemlich wenig Geld geben. So bekam kaum ein Wrestler mehr als 100$ pro Show, Rookies und andere Undercarder bekamen sogar nur 25$ rum, was in vielen Fällen nur etwas mehr als die Sprintkosten waren. Dadurch, dass es keine feste Verträge gab, war es für mich als Booker auch nicht ganz einfach langfristige Storylines zu schreiben. Mit der Zeit findet man schon heraus auf wen man sich verlassen kann und auf wen nicht, aber gerade am Anfang war das immer ein großes Thema, welcher Wrestler für welche Show überhaupt zur Verfügung stand. Auch musste ich stark auf die Grenzen einiger Wrestler achten. Die Kunst ist dabei möglichst die Schwächen der Wrestler gut zu kaschieren und die Stärken hervorzuheben. Eine Inspiration für mich war dabei Paul Heyman. In der ECW gab es ja auch einige recht limitiere Wrestler und sobald ich selber Booker war, schaute ich ECW Tapes besonders in Bezug darauf wie die limitierten Wrestler dargestellt wurden.

      Ein großes Problem war auch, dass wir am Beginn kaum Wrestler hatten, die auch nur über etwas Drawingpower verfügten. Die Hauptstars waren D´Amore und Desperado, ansonsten waren noch Wrestler wie Wylde, Legacy und Destiny da, die zwar etablierte Namen in der Indysszene waren, aber keine wirklichen Indystars. Heutzutage denkt man, dass es ja kein Problem sein sollte etwas mehr Geld zu investieren und damit zusätzlich 2-3 etablierte Indywrestler zu holen bzw. 1-2 ehemalige WWE/WCW/ECW Wrestler als Gastwrestler zu verpflichten. Damals war jedoch die Situation ganz anders. Der Wrestlermarkt war praktisch leergefegt. WWF hatte mindestens 50 Wrestler im Hauptroster unter Vertrag, dazu einige Wrestler, die in den Farmligen aktiv waren. WCW hatte ein riesiges Roster in den Shows und dazu kommen noch einige Wrestler, die nie im TV zu sehen waren, aber teilweise mehrere Jahre unter Vertrag standen. Experten schätzen, dass WCW stellenweise gleichzeitig deutlich über 150 Wrestler unter Vertrag hatten. Die 2 großen Promotions hatten also den Markt schon ziemlich leergefegt und sobald die eine Promotion einen Wrestler nicht mehr wollte, war die Chance nicht gering, dass er dann von der anderen großen Liga verpflichtet wurde. Dazu kam dann noch ECW, die auch einige Wrestler unter Vertrag hatten. Was diese 3 Ligen dann noch übrig liesen war nicht viel. Wer von diesen Wrestlern dann entweder einen guten Namen hatte, eine beeindruckende Statur besaß oder ein guter Wrestler war, der bekam Angebote aus Japan oder Mexiko und konnte dort auch recht gutes Geld verdienen.

      So blieben eigentlich nur noch 2 Typen von "Stars" übrig. Der eine Typ sind Wrestler, die bei namenhafteren Indyfederations im Main Event stehen. Das Problem bei diesen ist, dass sie zwar in ihrer Region recht bekannt sind, aber hier in Ontario kennt sie dann doch kaum jemand und auf Grund der weiteren Fahrstrecke wäre die Gage auch nicht gerade billig. Der andere Typ sind die Altstars der WWF, WCW oder anderer Territorien aus den 80er und frühen 90er. Wrestlerisch kann man da aber von vielen nicht mehr viel erwarten. Wer mir das nicht glaubt und unbedingt einen eigenen Blick drauf werfen will, der soll sich Heroes of Wrestling anschauen. Die Show fand im Oktober 1999 statt und viele der damals als Free Agent verfügbaren Altstars treten dort auf. Der Event wird nicht ohne Grund heutzutage als heißer Kandidat für den schlechtesten PPV aller Zeiten angesehen. Neben den meist dürftigen Leistungen der Altstars kommen die recht happigen Gagenforderungen, selbst von Leuten, die damals maximal Midcard waren. Teilweise wollten die mehr Gage haben wie die anderen Wrestler alle zusammen bekamen. So blieb nichts anderes übrig als mit den Wrestlenr, die man zur Verfügung hatte, möglichst interessante Shows zu machen und damit dann mühsam mittel- und langfristig eine größere Fanbase aufzubauen. Nur eine Ausnahme gab es am Anfang bei CPW, denn einen alten bekannten Namen konnten wir doch verpflichten. Dabei half uns ein Sponsor, der persönlich ein großer Fan dieses Wrestlers in den Achtzigern war und einen guten Teil der Antrittsgage übernahm. Den Namen verrate ich aber nicht, damit ich nicht die Spannung von den Shows nehme.
    • RE: The Journey of Competition Pro Wrestling - The Ultimate Documentary

      Ich hoffe, dass Du verstehst, dass es relativ schwierig ist sich in deine Shows hineinzuversetzen. Indy-Szene 1999 ist halt auch ein sehr gewichtiges Thema. Wenn man sich die Matches ansieht, dann sind die sehr kurz, um sie wirklich richtig zu bewerten zu können.
      Ich finde deinen Schreibstil dennoch sehr angenehm und es hat mir auch gefallen, dass Du immer wieder schöne Interviewsequenzen gebracht hat. Fakt ist, dass eine Show mit so wenig Budget natürlich keine großen Segmente bringen kann. Ich würde mir für die Zukunft schon ein paar bekanntere Gesichter wünschen.

      Das Thema mit der Bezahlung finde ich sehr realistisch. Ich glaube, dass Justin Credible damals als Jobber in der WWF auch nur 250 € Dollar für einen Kampf verdiente. Die Gagen waren damals gering.
      Und ja, der Indy-Bereich war damals leer. Heroes of Wrestling fand ja damals auch statt und war ein furchtbares Projekt mit Free Agents wie Yokozuna, Jim Neidhart oder Jake Roberts.
      Durch die damalige Konkurrenzsituation war jeder halbwegs talentierter Wrestler in der WWF oder WCW und ein paar gute Indystars waren eben bei ECW und das wars mit dem Rest muss man erst mal auskommen vor allem, wenn man keine Kohle hat.

      Und jetzt muss ich gerade schmunzeln, du erwähnst wirklich Heroes of Wrestling. Wir kennen also den schwierigen Umstand ::D
      Aber vielleicht holt die CPW auch einen jungen un(d) talentierten Wrestler wie The Prototype ^^

      Achja, Brakkus wäre bestimmt auch auf dem Markt ^^