Pinned EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #08 online!)

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    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #05 mit RockZau online!)

      Ich mag dieses Format, weil man so einiges über Mit-User erfährt. Bitte fortführen!  :)

      Der gute RockZau ist mir z.B. jetzt ein Stückchen sympathischer geworden, weil ich seine Historie mit der ECW gut nachvollziehen kann. Ging mir so ziemlich genauso, außer der Sache mit Kanada. Dort leben ist ziemlich nuts :cool: - denk ich ^^

      Ich mach auch gern mal mit... wenn ich dann irgendwann ein Diary habe, über das man reden könnte  :D

    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #05 mit RockZau online!)

      Ein Diary ist natürlich nicht zwangsläufig Pflicht. ^^ ViRus wird die nächste Ausgabe mit Balls machen (no pun intended), danach kann ich gerne dich vormerken.
    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #05 mit RockZau online!)

      Großes Lob an pokusa. Du kannst wirklich hervorragend Fragen stellen, das muss man dir auch lassen. Du hättest auch ein journalistisches Talent. Mir gefällt es, wie ihr euch vor allem über das ECW Diary unterhält. Das ECW Diary von RockZau ist auch wirklich ein gelungener Flashback in die ECW Vergangenheit. Ich war leider nie der größte ECW Fan, aber die Darstellung des Diaries ist auf jeden Fall sehr gut.
    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #05 mit RockZau online!)

      Mir ist bei der Frage nach verschenktem Potential auch sofort Raven eingefallen. Der Typ hatte eigentlich alles, um in der damaligen WWE-Zeit bestehen zu können. Aber bekanntlich wurden die meisten einfach aus Prinzip schlecht eingesetzt, so war das leider damals.
    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #05 mit RockZau online!)

      Ja, das stimmt leider. Gerade was die WCW Jungs angeht und dem damaligen Promo, was Sting auch mal ansprach.. "Who are you?" ..
    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #05 mit RockZau online!)

      Ich war von Raven nie soo begeistert. Er war damals in der WWE schon über seinen Zenit. Der Platz war für ihn genauso wenig frei wie damals für Rhyno. Vor allem muss ja nicht alles, was bei der ECW funktionierte auch bei der WWE funktionieren. Er hatte eben seinen Platz in der Hardcore Division, aber die WWE hatte damals so viele Stars. Das musste damals auch ein gewisser Diamond Dallas Page erkennen, welcher den "ehrenvollen" European Titel in seiner WWE Karriere halten durfte.^^
    • Am 31. Juli 2016 entschloss sich unser User „Vampiro“ sein World Championship Wrestling-Diary zu eröffnen. Mittlerweile läuft dieses 7 Monate und hat eine für ein World Championship Wrestling-Diary unglaublich lange Überlebensdauer. Mit seinem kurzen, knackigen Stil kann unser „Vampiro“ vor allem für eine flotte Entwicklung in der ehemaligen Promotion von Ted Turner sorgen.

      @ViRusVielen Dank, dass Du dir die Zeit nimmst einige Fragen zu beantworten. Ich zitiere aus dem Eröffnungspost deines Diaries „Wie lange lief das längste Diary hier? Dieses könnte es toppen! Denn der Fokus liegt auf dem Langzeitdurchdenken dieses Szenarios und ich habe in den letzten Jahren bereits 7 Show-Jahre vorbereitet, die ich nun erstmals veröffentliche!“. Ich muss zugeben, dass ich damals diesen Worten nicht so sehr glauben wollte. Nun gibt es dein Diary noch immer und liefert so regelmäßig Shows, wie kaum ein anderes Diary. Wie bist Du damals auf die Idee gekommen auf EWB ein Diary zu eröffnen?“

      @VampiroWir alle wissen, Diarys zu schreiben macht einfach Spaß. Ich habe um das Jahr 2000 meine ersten Diarys veröffentlicht sowie ein erstes eigenes BookerBattle-Onlinespiel geschaffen. Das was nach all meinen Erfahrungen ich immer mal machen wollte ist eine Liga wirklich über mehr als 10 Jahre Sackgassen-frei und ohne es mir mit ständigen Wunsch-Debüts leicht zu machen durchzubooken. Vor allem aber mich dabei an ein sehr realistisches, nicht immer einfaches Szenario zu halten. Das jetzige WCW-Szenario lag Jahre lang „in der Schublade“, als ich über einen Link, ich vermute mal im Cyboard, auf diese wunderbare Community gestoßen bin und mich entschied nun doch das auszupacken was ich über Jahre einfach frei zusammen geschrieben hatte.

      @ViRus Du hast selbst erwähnt, dass Du bereits 7 Jahre vorbereitet hast. Wie lange hat es gebraucht um so eine lange Dauer durchzubooken? Und was war der Anreiz dies überhaupt zu machen?

      @VampiroSchon 2001, als klar wurde, dass eine der beiden größten Companies der Welt nie wieder eigenständig existieren wird, obwohl man sie zu einem Schnäppchenpreis von wenigen Millionen Dollars hätte kaufen können (was ich unglaublich finde), hat mich das Thema gepackt. Im ersten Diary, das ich damals schrieb, kamen einfach mal alle WCW-Topstars vor, wie Hogan, Nash, Hall, Sting, Goldberg, DDP, Jarrett, Steiner, Luger, Savage. Das wurde schnell langweilig, da man ja solche Topverdiener auch einsetzen muss und so kaum Platz für Neues blieb und außerdem war das mir selbst irgendwie unrealistisch, da selbst die WWF diese Leute nicht verpflichten konnte.
      Später folgten weitere WCW-Versuche aus denen ich mehr lernte. Ich stellte das Schreiben an jeglichem Projekt irgendwann aus Zeitgründen dann über Jahre hinweg ein. Das änderte sich erst Mitte 2014 als ich mit einer Verletzung mehrere Wochen nicht laufen konnte und aus lauter Langeweile entschied es nochmal mit der WCW zu versuchen, dieses Mal ohne Druck, nur für mich selbst. So konnte ich zeitaufwändige Details aussparen und kam nie zu dem Punkt, wo das Schreiben einem zu viel Arbeit wurde. Ich blieb dabei und entschied dann wie gesagt ganz spontan meine über Jahre erarbeiteten Werke bei euch zu veröffentlichen. Dazu überarbeite ich jede Show vor der Veröffentlichung nochmal, damit der Leser die notwendigen Details erhält. Zum Beispiel stand in der aktuellen NITRO-Ausgabe nur „Mike Awesome speaks out“, was ich jetzt um zwei Absätze Text ergänzt und heute veröffentlicht habe. Das ich noch nie mehr als 18 Show-Monate an einer Liga geschrieben hatte war dieses mal die Motivation es endlich zu schaffen. Mein Traum ist es die Neuzeit mit der WCW eines Tages einzuholen!

      @ViRus Welche Tipps hast Du an unsere Schreiber, um so konsequent zu planen? Hier ist es wohl nicht mit einem einfachen Word-Sheet getan, oder?

      @VampiroIch denke das Medium ist nicht das entscheidende. Du musst dir einfach eine Übersicht zusammen schreiben und dir darin schon frühzeitig überlegen auf welche wichtigen Fehden du in den nächsten Monaten hinaus möchtest. Eine eigene Wrestlemania (bei mir Starrcade) zu haben hilft natürlich das Jahr zu strukturieren. Ein Word-Dokument reicht sicherlich nicht, aber verschiedene Word-Dokumente haben sich tatsächlich als das Mittel der Wahl erwiesen.

      @ViRus Worin besteht für dich die größte Herausforderung an deinem WCW-Diary?

      @VampiroDas ist ganz klar die realitätsnähe. Ich verkörpere einen Investor, der den Kaufpreis von einer Hand voll Millionen aufbringen konnte und der Company erstmal einen strikten Sparkurs verordnet. Wenn du Nash, Sting, Steiner, Goldberg und Co auf einen Schlag verlierst, dann ist das eine große Herausforderung, die ich mir noch schwerer machte, in dem ich keine große Neuverpflichtung machte, selbst Free Agent RVD als einer meiner Lieblingsspieler wurde mir von Vince McMahon weggeschnappt. Die Idee mit einem ganz frischen neuen Champion aus dem Nichts und einer fingierten ECW-Invasion direkt in die erste Show zu starten und dann auf richtig talentierte Leute wie AJ Styles oder Monty Brown zu setzen war meine Antwort darauf. Man braucht ständig einen Langzeitplan, um die wichtigsten Ansetzungen nicht zu verpulvern und dann Verstärkungen holen zu können, wenn Topleute frei werden, z.B. aktuell Sting von seinem Time Warner-Vertrag.

      @ViRus Du hast für viele WCW-Fans hier wohl einen Maßstab gesetzt. Kaum zu glauben, dass die Promotion auch knapp 16 Jahre nach ihrem Ende noch immer genügend Fans im deutschsprachigen Raum hat. Welche Charaktere machen dir in deinem Diary am meisten Spaß?

      @VampiroIch bin sehr glücklich, dass nun endlich Sting wieder „zu Hause“ ist, da er einer meiner absoluten Lieblingswrestler ist und das gesamte Produkt aufwertet. Mike Awesome ist der Mann in der WCW-Midcard, in dem ich das absolute Main Evener-Potential gesehen habe, weswegen habe ich ihn über fast ein Jahr hinweg konsequent aufgebaut habe mit der Vernichtung des Team Canadas und dem Krieg gegen die komplette Hardcore Invasion zum Titelgewinn bei Starrcade und nun einem spektakulären Heelturn. Ansonsten entwickle ich AJ Styles nach dem Ende seines ersten Cruiserweight Titelruns aktuell, der zwar aussieht wie ein Feigling, was natürlich einen Hintergedanken hat. Natürlich möchte ich auch Vampiro nennen, der nun mit „Father“ James Mitchell einen wirklichen Horror-Gegenspieler bekommen hat, welcher Kurgan in die WCW brachte, ein beeindruckendes Monster, 2,08 Meter groß und später Star von Filmen wie 300. Wer dieses ungeschlagene, aber ferngesteuerte Tier aufhalten kann und ob sich Vampiro nach der Niederlage wieder erholen kann sind spannende Fragen. Auch Monty Brown und RHINO machen Spaß und stehen beide unmittelbar vor dem nächsten Schritt ihrer WCW-Karriere. Um DDP und Jeff Jarrett als meine beiden einzigen ex-World Champions zum Start kam ich natürlich nicht herum, doch sie sollen vor allem mittelfristige neue Stars aufbauen.

      @ViRus Was ist dir in deinem Diary wohl bislang am besten gelungen? Die Hardcore-Invasion der ECW war für mich eine sehr spannende Entwicklung.

      @VampiroGanz klar der erwähnte Langzeit-Aufbau von Mike Awesome, bei dem die ganze Zeit der Plan feststand ihn im Dezember zum Champion zu machen, nur um ihm dann den drohenden „Langeweileeffekt“ des Happy Ends zwei Wochen später wieder zu nehmen. Ansonsten bin ich ein Fan der „ich bin in deinem Kopf“-Geschichte um James Mitchell und Schützling gegen den nun anscheinend daran zerbrochenen Vampiro. Das ist natürlich noch lange nicht ausgezählt. Die Hardcore Invasion der verfügbaren ECW-Stars, welche nun Team Franchise heißt war natürlich im ersten Jahr der rote Faden im Programm schlecht hin, wobei ein Highlight sicherlich war wie sie Commissioner Roddy Piper aus den Shows drängten und dann Mike Awesome im Krieg die Wende für Team WCW brachte. Das die LWO die Cruiserweight Division aufwertete war eine fruchtbare Sache, genau wie Shane Helms Idee mit dem Hurricane-Gimmick als Antwort hierzu zu bringen.

      @ViRus Und was würdest du am liebsten wieder in deinem Diary ungeschehen machen, wenn Du die Gelegenheit hättest?

      @Vampiro Da ich aus Erfahrung ständig 6-12 Monate für die Hauptfehden voraus blicke gibt es da zum Glück nicht zu viel davon. Ein großer Fehler war es auf jeden Fall bei Starrcade 2001 RHINO einen Titelshot im Money in the Bank-Style für 2002 gegeben zu haben, diesen jedoch niemals verwendet zu haben. Auch das die Damen-Division erst nach 2 Jahren an den Start geht würde ich im Nachhinein anders machen, aber so eine abgetrennte Division in einer 2 Stunden-Show gut zu gestalten und alle anderen Fehden weiterhin reinzupacken ist halt anspruchsvoll, zumal mit dem Hauptgedanken, dass mir für 2001 kaum verfügbare Frauen einfielen, die ich gut genug kannte und den WWF-Damen das Wasser hätten reichen können.

      @ViRusKlar, das Diary läuft jetzt im Jahr 2002. Es wäre bestimmt interessant zu wissen, wie deine Promotion 7 Jahre später aussieht. Wohin würde sich wohl World Championship Wrestling 2007 hinbewegen. Hast Du vielleicht einen kleinen Spoiler, den du uns verraten möchtest. Vielleicht ein amtierender Titelträger im Jahr 2007 oder ein Wrestler, der nicht mehr in deinem Roster ist?

      @VampiroWorauf ich mich freue sind die Debuts von in den nächsten Jahren „frei werdenden“ Superstars, alles analog zur Realität, wie z.B. die von Kurt Angle oder Scott Steiner … und einem Haufen großartiger Tag Teams, die diese Division wirklich fantastisch machen werden. Auch die Damendivision wird Anfang 2003 starten, wozu nach und nach richtig gute Frauen kommen werden.
      2007? Nun gut, ich warne an dieser Stelle vor Spoilern … und freue mich im Jahr 2007 auf absolute Traummatches wie Doug Williams vs. Kurt Angle in London um den Titel, AJ Styles vs. Scott Steiner, Team 3D vs. Motor City Machine Guns, RHINO vs. Vampiro oder bei den Frauen Angelina Love vs. Gail Kim.

      @ViRus Wohin würdest du dich gerne selbst mit deinem Diary entwickeln. Hast Du eine spezielle Wunschvorstellung? Soll die WWF bezwungen werden oder soll die WCW eine Entwicklungsplattform werden? Wirst Du auch noch richtig große WWF Wrestler in dein Roster holen?

      @Vampiro Mein Wunsch ist es, dass die WCW einfach nicht den „TNA-Fehler“ macht und auf den Konkurrenten blickt, sondern einfach seinen Fans ein geiles Produkt anbietet und sich stets weiterentwickelt. Der Rest kommt von selbst. Dabei machte es mir auch weiterhin nicht leicht, denn es wird das Geld auch nicht so zum Fenster rausgeknallt wie man selbst es früher oder wie später TNA es machte.
      Wie gesagt möchte ich eines Tages die Realzeit einholen, doch nicht auf die „einfache Art“. Große Wrestler hole ich nur, wenn es realistisch ist. Sting z.B. debütierte zu dem Zeitpunkt, wo er auch in der Realität wieder ein Booking hatte (WWA) oder Kurt Angle dann wenn er auch wirklich die WWE verließ.

      @ViRusWieso sollten die Leser gerade dein Diary lesen? Du hast hier die Möglichkeit kurz einmal Eigenwerbung zu machen.

      @VampiroEs ist authentisch, realitätsnah und konsequent hart zu mir selbst. Und vor allem ist es Langfristig. Ich hasse es mich auf Diarys einzulassen, nur um dann festzustellen, dass sie ein paar Wochen später ins Nichts laufen und niemals Auflösung finden. Darum habe ich auch mit der Veröffentlichung erst gestartet als ich viele Jahre weiter war und würde mir ein (in kleinerem Maßstab) ähnliches Vorgehen auch von anderen Ligenstarts wünschen. Ein plötzliches Ende wird euch mit „meinem Baby“ nicht passieren.
      Ja, es stimmt, die WCW bewegt sich schnell fort, aber dafür in einer Form in der ihr mit sehr wenig Zeitaufwand am Ball bleiben könnt. Der Fokus ist halt die Langfristigkeit und nicht immer die Detailverliebtheit. Man kann neue Stars wachsen und die Liga sich weiterentwickeln sehen in Richtung Neuzeit.

      @ViRusWorld Championship Wrestling ist wohl der größte Feind der WWE gewesen, den es jemals gab. Was macht vor allem für dich der Reiz an der WCW aus? Wie bist Du selbst zum WCW-Fan geworden?

      @VampiroEs war ganz einfach eine großartige Zeit rund um die Monday Night Wars, Attitude Ära und nWo. Die WCW war die Liga, die nicht nur die großen Stars holte, sondern auch die den nächsten Innovationsschritt machte mit den besten Cruiserweights aus der ganzen Welt und großen Talenten. Das Wrestlingbusiness veränderte sich dann von heute auf morgen Anfang 2001 zum Schlechten. Dass es nicht einen Investor gab, der ein paar Millionen für eine der zwei großen Companys ausgeben wollte, finde ich kaum zu glauben. Die Wrestlingwelt war nicht mehr die Selbe, die WWF ging in Richtung gähnende Langeweile und die Frage „Was wäre wenn …“ ist so faszinierend.

      @ViRusWas ist dein Lieblingsmoment aus der History von World Championship Wrestling und was war an diesem Moment so besonders für dich?

      @VampiroDas war Sting`s Rückkehr nach einem Jahr Pause, um die nWo zu bekämpfen und Hollywood Hogan endlich den Titel abzunehmen. Ich habe in dieser Zeit angefangen Wrestling intensiv zu verfolgen und das Crow-Gimmick war unfassbar fesselnd und faszinierend. Das Match an sich war überhaupt nicht gut, doch der ganze Hype bis dahin war einfach nur unnachahmlich.

      @ViRus Denkst Du, dass es heutzutage wieder eine Konkurrenz zur WWE geben könnte? Was würde eine WCW der Wrestlingneuzeit für dich benötigen, um mit der WWE konkurrieren zu können?

      @VampiroDas ist schwer zu sagen. In Sachen Starpower mit WWE gleichzuziehen, wie TNA es getan hat, reichte nicht aus. Viel Innovativer zu sein als WWE oder einen besseren Produktionsstil zu haben, wie Lucha Underground, reichte nicht aus. Bessere Wrestler wie RoH einst, war auch nicht genug. Einen zweiten Monday Night War anzetteln zu wollen war sogar eine katastrophale Idee. Ich würde sagen kein Konzept kann dir diesen Erfolg garantieren und WWE ist 2017 dermaßen größer und umfangreicher als alles andere, das man am besten es erst gar nicht darauf anlegt sich mit WWE zu messen. WWE wird sich mit neuen Companys, z.B. einem UK-Roster und dann einem Roster in China, tatsächlich weiter sogar selbst Konkurrenz machen.
      Ein prominenter Sendeplatz bei einem sehr großen Network mit gigantischer Marketingkampagne ist vielleicht die einzige Grundlage, um ganz groß, also WWE-groß zu werden. Und siehst du das kommen?!

      @ViRus Welche Wrestlingpromotions verfolgst Du heutzutage und was macht für dich der Reiz am Professional Wrestling aus?

      @Vampiro Verfolgen tue ich vieles in Deutschland und den USA in der Form, dass ich mich tagtäglich über das Geschehen informiere. Das ich mir wirklich Content komplett ansehe ist bei WWE und wXw der Fall, gelegentlich schaue ich auch bei anderen Ligen rein, z.B. LuchaUnderground ist ein total fantastisches Produkt, das hoffentlich von Tele 5 bald groß vermarktet wird.

      @ViRus Vielen Dank für das Interview. Abschließend möchten wir noch von dir noch ein paar Antworten aus einem Word-Rap wissen.

      WWE oder WCW?: WWE
      TEW oder EWR?: EWR
      Die drei besten PPVs: Sorry, das kann ich nicht auf drei beschränken.
      Die drei besten Wrestler: The Rock, AJ Styles und Sting
      Das Match muss man gesehen haben: Lokalpatriotisch nenne ich einfach mal John Morrison vs. Bad Bones @ wXw SoW
      Der größte Fehler, den ein Diary-Schreiber machen kann: Nicht zwei Meter weiter denkend in eine Sackgasse rennen, aufgeben und schon wieder etwas neues starten, Repeat …
    • Ich finde dieses Format immer wieder aufs neue sehr gut. So bekommen die Leute hinter dem Nick etwas mehr Charakter. Außerdem spricht er genau das an, was mir am Anfang oft die Lust genommen hat und wodurch ich schlussendlich gefühlt unzählige Dairy-Versuche hatte. Ich lese sein WCW Dairy sehr gerne und bin froh zu lesen, das es noch lange weitergehen wird.
    • Vampiro war wirklich ein sehr kompetenter Interviewpartner.
      Es ist inspirierend mit jemanden zu schreiben, der so eine langfristige Planunungslust hast. Dieses riesige Projekt verdient sich jegliche Aufmerksamkeit.
      Insgeheim beneide ich @Vampiro für sein Projekt und hätte gerne ein ähnliches.^^
      Danke für das tolle Interview, hat wirklich Spass gemacht.


    • Ausgabe #7 mit @pokusa

      Frage: Es ist natürlich eine besondere Ehre den "Erfinder" von ewbattleground.de @pokusa zu interviewen. Vor allem wird es unsere Leser wohl selbst sehr interessieren, wie man ein gutes Diary führen kann und da bist du - zweifelsohne - die richtige Ansprechsperson. Freust Du dich in deinem Diary "WWE 2006 - Big Time!" denn schon auf deine WrestleMania?

      Besten Dank für die Einladung und die Blumen zur Begrüßung. :D WrestleMania ist natürlich immer ein großer Meilenstein in einem WWE-Diary und die Show, in welcher man als Schreiber abliefern muss, sowohl matchtechnisch als auch aus kreativer Sicht. Aber letztendlich ist es für mich persönlich eher eine Bürde, zumal mein WWE 2006 Diary ja eher durch Unbeständigkeit und großen Abständen zwischen den Shows glänzt. Dies führt sicherlich auch dazu, dass die Erwartungen an WrestleMania noch einmal steigen.

      Frage: Was wird dieses Event so besonders für dich machen? Deine Diaries sind ja immer sehr gekennzeichnet vom Realismus. Auch deine WrestleMania Card beinhaltet viele Wrestler, die damals tatsächlich aktiv im Ring standen.

      Abseits dessen, dass ich in meiner bisherigen Laufbahn als Diary-Schreiber noch keine WrestleMania schreiben konnte und WrestleMania 22 somit schon ein recht besonderes Erlebnis in meinem Hobby darstellt, gipfeln natürlich auch die meisten meiner Storylines bei der Show – und mit Hulk Hogan vs. John Cena sowie Bret Hart & Shawn Michaels vs. Mr. McMahon & Triple H sind das zwei meiner bisher wohl aufwendigsten Handlungsstränge, die ich jemals niedergeschrieben habe. Darüber hinaus ist die Matchcard voll mit Superstars, die ich damals sehr geschätzt habe: The Undertaker vs. Kurt Angle ist ein Match, das einfach auf eine WrestleMania Card gehört. Bei No Way Out ging diese Paarung ja fast schon unter. Chris Masters und Carlito waren zwei Akteure, die beim Publikum sehr over waren, aber nie diesen finalen Push in den Main Event geschafft haben. Besonders „The Masterpiece“ ist jemand, der noch auf eine „old schoolige“ Art und Weise unterhalten konnte, weshalb er auch in einem One on One Match auf WWE Intercontinental Champion Ric Flair treffen wird. Prinzipiell lässt sich also sagen, dass die große Besonderheit für mich darin liegt, eine Show aus einer Zeit umzuschreiben, in der ich die WWE verschlungen habe.

      Genauso ist WrestleMania 22 aber auch der Startschuss für ein neues Kapitel im Diary, in welchem ich mich in Teilen von der damaligen Realität verabschieden werde. Ich lege wirklich viel Wert darauf, bei Real World Diaries nicht gleich mit allem zu brechen, sondern Storylines erst einmal weiterzuführen, damals gepushte Wrestler in ihren jeweiligen Spots zu halten und dann über die Wochen zu schauen, wo ich hin möchte. Habe ich z.B. den Startzeitpunkt Survivor Series 2005, dann schaue ich mir auch die Weeklies vor diesem PPV an und versuche, das ganze Geschehen erst einmal in eine alternative Bahn zu lenken. Das finde ich genauso spaßig wie Gimmicks kreieren oder Storylines planen.

      Frage: Wann hast Du mit der Planung für deine WrestleMania 22 begonnen und wie oft hast Du die Card umgeworfen und neu geplant? Möchtest Du uns vielleicht auch kurz deine eigentlichen Pläne für WrestleMania verraten und zu welchen Paarungen es nicht kam?

      Direkt als ich das Diary eröffnet habe existierte schon eine grobe WrestleMania 22 Card, die dann über die Wochen und Shows verteilt immer wieder verändert wurde – teilweise natürlich auch drastisch, das bleibt nicht aus. Unter anderem habe ich das auch in meinen News Postings mit einfließen lassen, um klarzumachen, dass ich da durchaus nicht ausschließlich meinen Stiefel runterbooke. Man merkt ja auch beim Schreiben, dass gewisse Dinge funktionieren könnten und andere dann irgendwie doch nicht so wirklich zünden – sowohl bei mir als auch bei den Lesern, in aller erster Linie beim guten alten @Nature Boy, bei dem ich mich an dieser Stelle auch nochmals für das ganze Feedback und dem Auseinandersetzen mit meinen Projekten bedanke.

      Glücklicherweise bin ich nicht in die Situation gekommen, all meine WrestleMania 22 Pläne und die angestrebte Matchcard mit einem dezenten „Alles markieren -> Löschen“ auszuradieren. Viel mehr wurden Paarungen immer wieder umgestellt oder verändert, grundsätzlich standen die Rollen der Akteure aber schon beim Start des Diaries fest. Dass sich ein Mr. Kennedy jetzt in meinem Savegame verletzt hat, ist natürlich höchst ärgerlich. Sein Match gegen Chris Benoit um die WWE United States Championship hätte wohl viel Aufmerksamkeit bekommen. Der Build bis dahin hatte auch recht viel Imapct, sehr schade.

      Besonders das jetzt festgelegte Tag Team Match zwischen Bret Hart & Shawn Michaels und Mr. McMahon & Triple H gab es in allen erdenklichen Formen und Variationen. Für ein paar Tage stand sogar „Bret Hart vs. Triple H“ in meiner Planungsmappe, aber dann habe ich gemerkt, dass das einfach nicht funktionieren kann. Auch das World Title Match von SmackDown, das jetzt Titelträger Edge und Rey Mysterio austragen werden, durchlebte einige Änderungen. Beteiligungen von Randy Orton, The Undertaker, Kurt Angle oder gar Bobby Lashley waren im Bereich des Möglichen gewesen. Abschließend bleibt aber zu sagen, dass ich bei so manch einem anderen PPV schon größere Schwierigkeiten hatte, die Matchcard aufzustellen.

      Frage: Ich frage mich oft, wie Du diese Geduld aufbringst. Du glänzt mehr durch Qualität als durch Quantität. Wie kann man sich motivieren zu schreiben, wenn man In-Game tatsächlich nur langsam vorankommt. Möchtest Du uns auch verraten, wie Du eine einzelne Show planst und wie lange du in etwa benötigst, um eine deiner Shows zu schreiben?

      In den letzten zwei Jahren ist es schwierig für mich gewesen, wirklich monatelang am Stück ein Projekt durchzuziehen, da viele Real-Life-Geschichten dazwischengekommen sind. Und wenn man sich nach all der Zeit einmal wieder hinsetzt und sich erneut einarbeiten muss, überlegt man hier und da schon, ob man nicht doch wieder etwas Neues eröffnet, statt den Staub vom Buchdeckel zu pusten. Von daher bringe ich keine Geduld mit, sondern führe einfach Projekte weiter, wenn ich von ihnen überzeugt bin. Ich habe auch kein Problem damit, in drei Monaten vielleicht nur drei Wochen Fortschritt zu haben, da über die Zeit ja die Storylines bestehen bleiben und sich jedermann die Shows am Stück durchlesen kann. Deshalb werde ich auch die Weeklies nicht einfach radikal kürzen, um einfach schneller voranzukommen. Vor vielen Jahren bin ich den RAW und SmackDown! Shows regelrecht entgegengefiebert und es wurden einem tolle Matches und Segmente geboten. Das versuche ich in einer ähnlichen Form ebenfalls. Wenn ein Match beispielsweise 15 Minuten geht, dann passiert da auch etwas – da spielt es keine Rolle, ob es jetzt bei einer Weekly oder bei einem PPV stattfindet. Deswegen werde ich das auch ausschreiben, egal bei welcher Show oder welchem Format. Das ist allerdings meine persönliche Meinung als Schreiber und kein Gesetz.

      Ich beschreibe den Prozess der Showplanungen anhand meines Starts im WWE 2006 Diary: Mein Startzeitpunkt ist nach der Survivor Series 2005. Zuerst gehe ich hin und stelle für das „Bigger Picture“ quasi eine Matchcard für einen Major-PPV auf, in diesem Falle WrestleMania 22. Danach folgt die Matchcard für den ersten PPV nach dem Startzeitpunkt, wobei es in meinem Falle dann zwei PPVs waren aufgrund des Brand Splits: Armageddon & New Year’s Revolution für SmackDown! & RAW. Danach fülle ich Slots der Weeklies zwischen den PPVs stichpunktartig aus, um eine grobe Idee davon zu bekommen, was ich da aufschreiben werde. Beim Schreiben an sich kommt es dann auch relativ oft vor, dass ich Segmente umschreibe und sie dann in eine ganz andere Richtung gehen. Das muss ich dann natürlich auch für nächsten Wochen dann beachten, wodurch einfach in jeder Show sehr viel Bewegung ist. Da lasse ich stellenweise wirklich den Vince McMahon raushängen und ändere Sachen „on the fly“. Wenn es etwas gibt, was ich über die Jahre „gelernt“ habe, dann das, dass man immer flexibel bleiben und sich nicht totplanen sollte, denn ansonsten verkommt das Schreiben zur Auftragsarbeit. Für das tatsächliche Schreiben einer Weekly, also ohne das Einberechnen von Planungen etc., benötige ich ungefähr eine Stunde.

      Generell habe ich eine große Excel-Mappe mit den Rostern, einem Show-Kalender, einem Show-Planer sowie den nächsten PPV-Cards. Da kann ich auch mal ein paar Screenshots anhängen wenn ihr wollt.

      Frage: Vielleicht möchtest Du auch aus dem Nähkästchen plaudern: Es würde mich schon interessieren, mit welchem Diary du die besten Erinnerungen verbindest und welches Diary Dir vielleicht so gar nicht gefallen hat. Gab es für dich Booking Entscheidungen von dir, welche du als besonders gelungen bzw. misslungen ansiehst? Wenn ja, kannst Du diese auch kurz erzählen?

      Es klingt zwar mittlerweile etwas überholt, aber mein erstes „World Wrestling Alliance“ (WWA) Diary ist da wohl mein Favorit, wobei ich jetzt auch nicht eine immense Summe an verschiedenen Projekten aufweisen kann. Die WWA hat jetzt nicht eine bestimmte Eigenschaft, an der ich es festmachen oder begründen kann, aber trotz etlicher seltsamer Booking-Entscheidungen und Debüts hat es sich einfach durchgehend rund, unterhaltsam und – das ist (leider) auch eines meiner persönlichen Kriterien – realistisch angefühlt. Es ist kein Wunder, dass ich beinahe ein ganzes Ingame-Jahr geschafft habe. 2010/2011 gab es noch eine ganz andere Riege an Free Agents, die alle noch aus der Generation des „Sports Entertainment“ bzw. sogar WWF/WCW gekommen sind. Da habe ich mir mein Wunsch-Roster zusammengebastelt, ein paar etablierte Gesichter wie Rob Van Dam dazu geholt und einfach ohne groß nachzudenken gemacht. Z.B. wollte ich immer Chuck Palumbo mit seinem Biker-Gimmick pushen, also hat er in der WWA kurzerhand als erster Wrestler überhaupt die WWA World Heavyweight Championship gewonnen. Teilweise gab es aber auch komisches Booking, Trash (Kiyoshi entthront Chavo als Cruiserweight Champion), fragwürdige Debüts (Buff Bagwell!) usw. Aber das hat sicherlich auch den Charme ausgemacht.

      Es wäre jetzt natürlich leicht „Major League Wrestling“ (MLW) als meinen persönlichen Diary-Flop abzustempeln, aber eigentlich bin ich nie richtig dazu gekommen, das Ding mal über ein paar Wochen laufen zu lassen. Ich finde nach wie vor, dass das Potential in der Geschichte steckte, nur hätte ich mir vielleicht nicht diesen Hulk-Hogan-Schuh anziehen müssen. Ansonsten hatte ich für wenige Wochen mal ein WWE 2002 Diary, in welchem mich diese absolute Starpower total erschlagen und überfordert hat. Wenn du auf einer PPV-Card zwei 3-Way Matches um die Midcard Titles hast, in welchem insgesamt sechs potentielle Main Eventer teilnehmen, reibt man sich doch schon verwundert die Augen.

      Bookingtechnisch möchte ich mir jetzt nicht selber auf die Schultern klopfen. Bei 90% meiner Storylines weiß ich auch schon gar nicht mehr, wie die Resonanz darauf war. Sehr unglücklich bin ich damals mit dem Booking rund um Chuck Palumbo in der WWA gewesen. Wie bereits angesprochen gewann er beim ersten PPV „Highway to Hell“ gegen Rob Van Dam den World Title und verteidigte ihn auch erfolgreich beim nächsten. Allerdings stand beim übernächsten PPV bereits „Masterpiece“, quasi die WrestleMania der WWA, an und ich habe auf einmal die Hoffnung in Palumbo verloren, ein glaubhaftes Main Event Match dort auf die Beine stellen zu können. Ich glaube, dass er den Titel dann an Booker T abgeben musste, der bei Masterpiece dann auf Rob Van Dam in seinem sehr laschen Match mit einer sehr laschen Storyline traf und den Titel dann auch wieder verlor. Palumbo war dann zwar im Co-Main-Event, hat aber all sein Impact verloren und war dann auch nie wieder im Main Event. Einige Monate später kam sein Face-Turn und ein Match gegen Christian Cage bei „Rampage“, dem PPV vor „Highway to Hell“ (das wäre dann das Ingame-Jahr Laufzeit gewesen), aber dann endete mein WWA-Projekt. Ich hatte große Pläne mit Chuck Palumbo und ich kann mir selber nicht erklären, warum ihn so schnell hab fallen lassen.

      Frage: Du hast bereits eine langjährige Erfahrung im Diary-Business. Deine Arbeit wird vor allem durch punktuelle, realistische und detailverliebte Arbeit gekennzeichnet. Erzähl uns doch einmal kurz, wie Du damals überhaupt den Weg zum Diary-Schreiben gefunden hast.

      Initialzündung für das Diaryschreiben war der „General Manager Mode“ damals bei SmackDown! vs. RAW 2006, dem Videospiel. Dort konnte man quasi in die Rolle eines GMs springen und Matches selber booken. Einige Zeit später habe ich dann den Simulator Extreme Warfare Revenge entdeckt und über einen langen Zeitraum gespielt, bis ich dann angefangen habe, Shows niederzuschreiben. Parallel dazu habe ich natürlich auch Fantasy Wrestling betrieben und war in einigen Ligen aktiv. Schlussendlich hat mir das generell booken einer ganzen Show und das Ausarbeiten von Storylines besser gefallen als nur ein bestimmtes Gimmick zu spielen. Über Zufall fand ich dann auf der Suche nach Stats für EWR das Extreme Warfare Germany Board, habe mich angemeldet und aus aktuellem Anlass damals ein WWE Diary eröffnet, das nach Sheamus‘ World Title Gewinn bei TLC 2009 angesetzt hat.

      Frage: Dein Schreibstil ist geprägt von abwechslungsreicher Wortwahl und einem angenehmen und gut leserlichen Stil. Du schreibst viele lesenswerte Kolumnen und deine Diaries sind ebenso auf einem hohen Niveau. Schreibst Du auch Abseits vom Wrestling etwas?

      Auch dafür möchte ich mich zunächst einmal bedanken. :D Vor einigen Jahren habe ich immer mal wieder so Freelancer-mäßig hier und da ein paar Auftragsarbeiten entgegengenommen, in erster Linie vermeintlich objektive Produktbewertungen, (inhaltlich vorgegebene) Erfahrungsberichte etc. Da ging es nur darum, bestimmte Produkte zwischen den Zeilen zu loben und zu verkaufen. Ebenfalls habe ich auch immer mal wieder Reviews für Musik-CDs, Filme und Games geschrieben. Mittlerweile schreibe ich aber nur noch mein Diary und weiteren Content für unser Forum sowie ab und an Kolumnen und Zusammenfassungen, vornehmlich über Wrestling.

      Frage: Deine Kolumnen gefallen mir auch immer sehr gut. Bei deiner Kolumne über die American Bad Ass Zeit des Undertakers war ich verblüfft über dein Fachwissen. Generell argumentierst Du immer sehr sachlich, ausführlich und hast wahrlich ein großes Verständnis zum Business. Wie intensiv beschäftigst Du dich mit Wrestling und welche Medien beziehst Du dabei ein?

      Ich könnte mich jetzt natürlich hinstellen und sagen, dass ich allwissend bin. Aber speziell für solch Karriererückblicke recherchiere ich schon sehr viel nach und finde ab und an immer wieder etwas Neues, was ich noch nicht wusste. Über die Jahre sammelt sich aber eben immens viel an Fach- und auch unnützem Wissen an, nicht nur übers Wrestling. Generell bin ich einfach jemand, der ungerne Bücher liest, sondern News, Berichte, Reportagen, Podcasts, (Shoot) Interviews und Dokumentationen durchstöbert, dazu durchforste ich auch sehr gerne ältere Blogs und Foren. Habe ich dann irgendeine Information aufgeschnappt, versuche ich mehr darüber zu erfahren und gehe dann tiefer in die Thematik rein. Mein Interesse an der WWE ist eigentlich nie abgeflacht, womit ich konstant am Ball geblieben bin – und wie gesagt sammelt sich da ganz automatisch einfach was an.

      Frage: Wo wir gerade bei der American Bad Ass Phase des Takers waren: Die Ruthless Aggression Era verbindet uns beide. Was macht diese Epoche im Professional Wrestling für dich so besonders? Gewürdigt werden meistens anderen Epochen im Wrestling. Was hat dich an der Ruthless Aggression Era besonders fasziniert? Welche Wrestler hätte man vielleicht mehr pushen sollen und welche weniger?

      Heruntergebrochen stellt die Ruthless Aggression Era für mich das ideale Sports Entertainment Produkt dar: Große Namen, große Matches, große Storylines, große Momente, nicht immer jugendfrei, nicht immer ohne Fremdscham und auch hin und wieder trashig. Die RA-Ära besteht ja eigentlich aus zwei Phasen: Die Top-Stars von WWF & WCW von 2002 bis 2004 und dann die große Übernahme der neuen Generation von 2005 bis 2008 mit John Cena, Batista, Edge, Randy Orton und Co., gewürzt mit legendären Namen wie Shawn Michaels und Chris Jericho. Die Attitude Era ist mir immer zu sehr over the top gewesen, die RA-Zeit war ja eine eher bodenständigere Version davon. Leider war es auch die Transformation von einer Sports Entertainment Company zu einer Nur-Entertainment Company.

      Wie vorher schon angedeutet gab es einige Kandidaten, die einen größeren Push verdient gehabt hätten. Spontan fallen mir da immer Christian, Chris Jericho, Chris Masters und Rob Van Dam ein. Wirklich unzufrieden bin ich allerdings nie gewesen, wenngleich viele Brand-only PPVs, speziell 2003 und 2004, wirklich mies waren und Hunters „Reign of Terror“ sowie Cena’s lange Regentschaft 2006/2007 viele Leute gelangweilt hat.

      Frage: Die aktuelle WWE hingegen scheint in einer kreativen Krise zu sein. Angenommen Vince McMahon macht dich zum neuen Kreativdirektor: Welche Maßnahmen würdest Du in den Shows setzen? Wie könnte man die WWE wieder wesentlich attraktiver und spannender gestalten?

      Puh, das aktuelle Problem in der WWE ist relativ komplex in meinen Augen. Das Produkt ist nicht so schlecht wie es gemacht wird, aber viele Kleinigkeiten summieren sich eben auf und verärgern etliche Zuschauer. In erster Linie sollte man darum bemüht sein, die Langatmigkeit aus dem Produkt zu bekommen. Alles fühlt sich festgefahren und langweilig an, egal was passiert. Teilweise erkennt die WWE das ja auch, nur steuern sie zumeist mit Part-Timern oder seltsamen Dingern wie diesem „House of Horrors“ Match dagegen. Ich würde den Entertainment-Aspekt wieder mehr in den Vordergrund rücken und mehr Wert in langfristige Storylines legen – gewissermaßen Chris Kreski mäßig mit Storyboard und Planung, so verpönt es bei den „Veteranen“ der WWE auch sein mag. Ich würde mehr Allianzen innerhalb der Midcard bilden, sodass sich gewisse Storylines auch einmal überschneiden und interessante Dynamiken entstehen – ähnlich wie bei der McMahon/Helmsley-Storyline damals. Zusätzlich dazu würde ich auch mehr auf Cliffhanger setzen, die die Zuschauer zum Dranbleiben und Einschalten motivieren. Die Big Cass vs. Enzo Fehde ist da aktuell ein gutes Beispiel. Uninteressanten Charakteren sollten ein Gimmick bekommen, egal wie gut oder schlecht es ist. Der Casual Fan braucht da einfach Reibungspunkte. Bei Serien wie Walking Dead kann man ja gut sehen, dass Nebencharaktere wie Simon, die rechte Hand von Negan, der Favorit von so manch einem Fan ist. Genau das war auch die Stärke der Attitude Era.

      In PG und Sponsoring-Zeiten ist es schwierig, aber ich würde ab und an mehr Risiko in die Waagschale werfen und Storylines & Angles kontroverser schreiben. Man benötigt einfach Momentum. Die WWE sollte wieder dazu übergehen, mehr auf die Live Reaktionen zu hören und den Fans stellenweise das zu geben, was sie wollen. Ein Heel Roman Reigns ist da immer das prominenteste Beispiel für. Abschließend ist es auch unumgänglich, RAW wieder auf zwei Stunden zu reduzieren. Bei drei Stunden Sendezeit kommt man nicht um Leerlauf herum und das schreckt den zappenden Zuschauer ab.

      Frage: Wo wir doch gerade bei der aktuellen WWE sind: Viele Fans waren vom Abschied des Undertakers schier enttäuscht. Wie hast Du den Abschied des Mannes empfunden, der so viel für das Business getan hat? Was hättest Du in seinen letzten Monaten in seiner Karriere anders gemacht.

      Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass wir den Undertaker noch einmal im Ring sehen werden. Was ich nicht gut finde. Jedes weitere Match, jeder weitere Angle, jede weitere Storyline schadet der Legende leider nur noch, da der Deadman mittlerweile wirklich nicht mehr mithalten kann. Der Abschied war dahingehend enttäuschend, dass man ihn schon um einige Jahre verpasst hat. Ein Ende bei WrestleMania 30 wäre passend gewesen – und zwar mit einem fulminanten Sieg. Das Ende der Streak halte ich für einen der größten Fehler in der Geschichte der WWE, unnötig wie sonst was. Hinzu kommt, dass dieses Ende der Siegesserie keinen großen Payoff für irgendwen gehabt hat. Da lief wirklich alles falsch. Die wahre Karriere des Undertakers fand so oder so ein Ende bei WM 30.

      Frage: Wir haben uns jetzt ausführlich über die WWE unterhalten. Beziehst Du noch andere Wrestling-Ligen mit ein oder fokussierst Du dich ganz auf den Branchenführer?

      Ich bin da durch und durch Corporate Guy. ;)

      Frage: Wenn wir uns jetzt die ersten zwei Jahre EWB.de ansehen. Welches Diary hat dir fernab von deiner Arbeit besonders gefallen. Vielleicht möchtest Du uns auch erzählen was dieses Diary so besonders für dich gemacht hat.

      Besonders herausstellen muss ich das WCW Diary von @Vampiro und das Booking um Mike Awesome. In letzter Zeit habe ich leider etwas den Faden verloren, aber ich gehe davon aus, dass es qualitativ weiterhin so hochwertig zugeht. Wirklich jeder sollte da einmal reinlesen und sich ein Bild davon machen. Fast jeder Akteur hat ein Gimmick, eine Motivation und eine Storyline. Die NWA von @BEN ist ein Projekt, das mich sehr an meine alte WWA erinnert: Der Schreiber macht das worauf er Lust hat und das merkt man dem Diary auch an. Dort gibt es sehr viele gute Ideen. Auch die WCW unseres Users @der_gangster ist ein Diary, das jetzt nicht jeder auf dem Schirm hat, sich für mich aber wirklich wie eine WCW der Neuzeit anfühlt. Die NWA von @Nature Boy war ein äußerst interessantes Projekt, da es eine totale Old School Liga in modernen Smartphone-Zeiten gewesen ist. Auch das erste ECW Diary unseres EWB-Urgesteins @Konzik Wensen ist mir im Gedächtnis geblieben, vor allem seine kreative Auseinandersetzung damit.

      Generell freue ich mich aber über jedes Diary hier auf dem Board, da kreative Arbeit hereinfließt und die User viel Zeit investieren. Das kann man gar nicht hoch genug einschätzen.

      Frage: Nähern wir uns doch allmählich dem Ende unseres Writer's Pit. Abschließend folgt noch ein kurzer Word Rap

      WWE oder WCW?: WWE
      TEW oder EWR?: TEW
      Die drei besten PPVs: WrestleMania 17, SummerSlam 2002, Vengeance 2005
      Die drei besten Wrestler / Superstars: The Undertaker, The Rock, Kurt Angle
      Das Match muss man gesehen haben: The Rock vs. „Hollywood“ Hulk Hogan @ WrestleMania X-8
      Der größte Fehler, den ein Diary-Schreiber machen kann: Zu weit im Voraus planen!

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    • Sehr schönes Interview. Freut mich immer wieder zu sehen das ich nicht der einzige bin der früh einen Plan bis zum nächsten Major PPV hat und diesen dann doch mehrfach ändert weil man manche Weekly Show Segmente "on the fly" umschreibt und verschiedene Gimmicks auf einmal in eine Richtung gehen.
      Auf @pokusas WrestleMania bin ich sehr gespannt, zwar muss ich ehrlich gestehen nicht mehr sonderlich in den Storylines drin zu sein, (was offen gestandenen insbesondere mit Hulk Hogans Push zu tun hat, da ich diesen 2005/2006 absolut zum puke fand) doch bei dir mache ich mir keine Sorgen das WM 22 großartig sein wird.

      Am besten gefallen mir jedoch auch deine Kolumnen die @ViRus entsprechend hervorgehoben hat. Die sind in der Tat jedes mal aufs neue sachlich, informativ und gut geschrieben. Ob es da jetzt um den Biker-Taker ging, Hogans '93 WWF run oder den Rock'n'Roll Express, da hast du jedes mal richtig gute Arbeit abgeliefert. Freu mich schon auf den nächsten Artikel :thumbup:
    • Wie Du erwarten ein großes und ausführliches Interview. Zugegeben, Triple H vs. Bret Hart hätte ich zu dieser Zeit nicht abkaufen können. Hart war damals einfach nicht mehr gesegnet für einen Kampf, von daher ist dieses Tag Team Match die beste Wahl gewesen. Ich hab ja auch schon gesagt das dies für mich kein richtiges Match wird, da geht es um andere Dinge. Du wirst sicher in diesem Match mit einem Schock-Turn auftrumpfen, dazu ist diese Ansetzung einfach zu hoch.

      @Venom das Comeback von Hogan in 2005 war einer der besten Dinge die Hogan und WWE passieren konnte. Er zog großartige Reaktionen und hatte eine starke Storline. DIeser wurde aber vom Neid eines Shawn Michaels überschattet, der das Match am Slam auflaufen lies. Dies ist aber jetzt nur meine Sicht der Meinung.
    • Ja, das habe ich bezüglich HHH vs. Hart auch schnell gemerkt. Keine Ahnung, was mich da geritten hat...

      Hogan vs. Michaels ist so eine Geschichte, da gibt es verschiedene Meinungen zu. Ursprünglich waren wohl zwei Matches geplant, damit dann Hogan und Michaels jeweils einen Sieg einfahren können. Der Hulkster war allerdings gegen mehrere Matches. Er war bereit für das eine und wollte es gewinnen, in der Hinsicht war er sehr stur. Deshalb kann ich Michaels schon verstehen. Die Reaktionen für den Hulkster waren von 2002 bis 2006 aber eigentlich durchweg großartig, was ich sehr beeindruckend fand. Das Publikum bestand zu der Seit jedoch in weiten Teilen aus Männern jüngeren und mittleren Alters, die die WCW und eventuell sogar noch Teile von Hogans WWF Run kannten.

      Ansonsten danke für das Feedback. Der Kollege @ViRus hat tolle Fragen gestellt und wie erwartet wurde es dann leider etwas umfassender von meiner Seite aus. Dafür gab es aber auch schon eine Zeit lang keinen Writer's Pit mehr. :D
    • Ich finde es nur dumm, wenn man seinen Frust vor der Kamera auslässt. Das Match am Slam 2005 hätte stärker werden können, nur das Gehampel von Michaels empfand ich als sehr unprofessionell. Und auch wenn er verloren hat glaube ich, dass seine Niederlage nicht billig für die WWE gewesen war. Von daher kann ich Hogan keine Schuld geben, er hat halt hinter den Kameras gepokert. Aber wie schon gesagt, dass sieht jeder anders.

      Das WP-Format ist wirklich was schönes, aber durch unsere kleine Userschaft nicht jede Woche zu vermarkten. Von daher ist es aber immer mal was Besonderes, wenn es online kommt.

      BTW: Du hattest meine NWA ja kurz angesprochen, ich überlege nicht doch noch mit dieser es zu versuchen. Bin seit 2 Tagen schon am überlegen, ob, wie und wann ich es machen würde. Hat mir selbst gut gefallen, aber mal schauen.
    • Es ist mir eine besondere Ehre nach über 3 Jahren wieder einen EWB Writer's-Pit zu machen. Die Idee dahinter ist es einfach den Leuten die "Schreibkultur" näher zu bringen. Für einen Diaryschreiber ist sein Diary mehr als nur ein wenig Fantasy Booking. Es hat einen hohen Stellenwert.
      Ich freue mich daher auch nahestehend einen sehr ausführlichen Writer's Pit mit @WCW-Office zu posten.
      Sein Projekt ist schon heute ein sehr besonderes. Ich kenne kein Diary, das InGame eine so lange Entwicklung genommen hat. WCW Office startete mit seiner WCW im Jahr 2001. Mittlerweile hat er es schon ins Jahr 2008 geschafft. Auf jeden Fall eine beachtliche Rekordleistung.
      Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und beim Austausch.

      Was hat dich vor einigen Jahren dazu bewogen ein WCW Diary zu starten? Hast Du damals schon gewusst, dass es sich dabei um ein Long-Term Projekt handelt?
      WCW-Office: 2001 vom Ende der WCW zu erfahren, dem Ende der Wrestlingwelt, wie wir sie kannten, danach zumindest die Perspektive auf die WWF vs. WCW-Fehde und die folgendeEnttäuschung - das war halt alles einfach unvergesslichund prägend. Damals habe ich mich als Teenagerschon mit WCW-Fortsetzungsszenarien beschäftigt. Dann viele Jahre nicht, aber als ich vor einigen Jahren nach einer Operation wochenlang zu Hause festsaß, da habe ich dann das aktuelle Diary für mich selbst gestartet und bei einer zweiten „zu Hause-Zeit“ fortgesetzt, danach immer mal zwischendurch mit der Neugierde zu sehen was einen erwartet wenn man Jahrzehnte komplett realitätsnah und mit begrenzten Mitteln durchbookt.
      Das war zunächst wirklich komplett für mich, um selbst zu erfahren worauf das Szenario herauslaufen würde, und umfasste schon die WCW-Jahre 2001 bis 2009. Irgendwann entdeckte ich diese Seite und fand es einfach doch zu schade das mittlerweile so ausgeartetete Projekt nie zu veröffentlichen.
      Insofern war es zum Start hier schon recht klar, dass ich nun einfach alles veröffentlichen wollte, was ich ja auch von Anfang an so kommunizierte. Auch wenn das „in Schönform“ bringen und für andere verständlich und übersichtlich machen dann doch jedes Mal noch ein gewisser Arbeitsaufwand ist.
      Aktuell wird es langsam richtig spannend, denn das komplett vorgeschriebene endet in wenigen Show-Monaten und danach geht quasi alles auf Null, ich muss Shows von A bis Z neu aufstellen, was ich – auf Grund des Fokus darauf die „alten“ vorgeschriebenen Shows für „die Augen anderer fit zu machen“ – eigentlich Jahre lang nicht getan habe. Ich hoffe gerade daher auf mehr Feedback, da man nun aktiven Einfluss nehmen kann und ich selbst zusätzlich Motivation brauchen werde.

      Inwiefern hat dich World Championship Wrestling inspiriert? Gibt es unter den Bookern sogar ein eigentliches Vorbild für dich, welches Du nachgefeiert hast?
      WCW-Office:Die Punkte, die mich am meisten inspirieren ist zum einen, dass World Championship Wrestling doch in seiner Geschichte immer für Neuentwicklungen stand. Man brachte als erster in dem Ausmaß Wrestler aus Japan ins Mainstreak, aus Mexiko, war Vorreiter mit der Cruiserweight Division, veränderte die Wrestling-Geschichte mit der nWo-Invasion und anderem. Zum anderen das Ausmaß an Veränderung im Leben jedes einzelnen Wrestlingfans dadurch, dass WCW so einfach aufhörte zu existieren und die WWE in ihrer Weiterentwicklung aus der Monopolstellung heraus komplett nachließ. Natürlich war die WCW 2001 ganz unten und mein Szenario geht nun einmal realitätsnah davon aus, dass jede Menge Superstars verloren gingen und Kosten gedrückt werden mussten. So konnte es halt nicht für die WCW weiter gehen wie bisher, sondern ich habe von Anfang an eine Evolution voran getrieben, die bedeutete auf „langweilige“ Charaktere zu verzichten und die WCW zu verändern, z.B. mit einer frühen Invasion ehemaliger ECW-Stars und dem Aufbau neuer Main Eventer.

      Auf welche deiner eigenen Entwicklungen in Bezug auf Gimmicks oder Konzepte bist du besonders stolz?
      WCW-Office: Ich liebe mein Konzept der Great American Battle Royal. Auch wenn es um ehrlich zu sein nichts anderes als „ein Royal Rumble im Sommer“ ist, was gut zur Tradition des „Ideendiebstahls im Wrestling“ passt, so macht das Schreiben seit dem Showjahr 2002 doch unglaublich viel Spaß und bietet für Storylines und Aufbau so unglaublich viel Potential. Sowohl Youngstars wie Monty Brown oder AJ Styles, als auch alte Haudegen wie Sting und DDP konnten hier schon gewinnen, aber fast jedes Jahr ist RHINO der „Sieger der Herzen“, quasi als Running Gag.
      Andere liebenswerte Konzepte, wie den European Cup bzw. jetzt European Titel, der nur auf Europa-Touren ausgekämpft wird, die alljährlichen WAR GAMES oder Starrcade als „meine WrestlingMania“, habe ich versucht als Marken gut am Leben zu erhalten. Die nWo habe ich in einer nWo/DX-Mischversion sogar für ziemlich genau 12 Monate noch ein letztes Mal zurückgebracht, um vermutlich ordentlich beim Merchandise und den Ratings abzusahnen - und sie anschließend final besiegen zu lassen, womit ich einen neuen WCW-Topstar schaffen wollte. Das war bei „GENESIS: FINAL BATTLE 2006“.
      Des Weiteren lege ich viel Wert darauf den Fans im UK und auf dem europäischen Festland zwei richtige Touren im Jahr zu booken mit Houseshows und ganz besonderen UK-NITROs. Einmal kam sogar Doug Williams als Champion zu NITRO nach London, und auch andere Titelwechsel sind dort in dieser besonderen Atmospähe ganz normal.

      Welche Storylines, Stables oder Teams verbindest du neben dem finalen nWo-Run am meisten mit deinem Diary?
      WCW-Office: Im ersten Jahr ging es für die WCW, plötzlich ohne ihre Time Warner-Topstars und die dicken Millionen im Hintergrund, ehrlich gesagt nur darum irgendwie zu überleben und relevant zu bleiben bzw. wieder zu werden. Und das alles enorm realitätsnah. Hier standen mit Vampiro, der beim letzten „alten NITRO“ als Symbol der „unberechenbaren Veränderung“ einfach Mal Champion aus dem Nichts wurde, sowie Mike Awesome, der einen monatelangen, relativ durchdachten Aufbau in Richtung Starrcade-Main Event bekam, im Mittelpunkt. Außerdem wurde direkt eine „Hardcore Invasion“ von ehemaligen ECW-Stars gestartet für einen großenSchockeffekt und dafür eineallesübergreifende Storyline, um Goldberg, Hogan und die ganzen anderen Millionäreein bisschen vergessen zu machen, denn „weiter wie bisher, nur kleiner“ hätte wie gesagt aus meiner Sicht keinen Sinn gemacht.
      Im zweiten Jahr konnte ich es kaum erwarten, dass Sting`s Time Warner-Vertrag auslief, um mit ihm wieder einen echten Topstar im Kader zu haben und entsprechend direkt einzusetzen. Der Schocker des Jahres 2002 war wohl, wie „Father“ James Mitchell und seine Lakaien Vampiro fertig machen inklusive der Enthüllung, dass Mitchell den kleinen Ian einst im kanadischen Kinderheim quälte, oder aus seiner Sicht „stark machte“.
      Im dritten Jahr spielte z.B. die Allianz von Commissionerin Rena Mero mit ihrem Lover Sean O`Haire im Mittelpunkt, bis Bret Hart als Co-Commissioner eingeführt wurde für eine Fehde um die Macht. Am meisten liebe ich aber alles, was rund um Sting, Vampiro und James Mitchell`s Darkside noch passierte. Ins Jahr 2004 ging die WCW dann mit einem komplett neuen Champion, nämlich dem „Alpha Male“ Monty Brown und es folgten jede Menge interessante Debüts und Comebacks, z.B. der Outlaws, Shamrock, Sid oder der Hart Foundation.
      2005 wurde das komplette WCW-Diary dann halt komplett anders, da sich halt alles rund um die grün-schwarze nWo und alle möglichen überraschenden Turn und Titelwechseln drehte. Und halt um den beschriebenen ganz großen Durchbruch eines jungen Wrestlers, der die nWo-Fehde dann auch endlich final besiegelte.
      Und in den letzten Jahren wurde halt alles immer größer und durchdachter, u.a. durch die Einführung einer kompletten Frauen-Division rund um Gail Kim, mit dem Debüt und Monsterpush für Kurt Angle, einem lange Zeit für unmöglich gehaltenen Heelturn von Sting oder nochmal einem kurzen Goldberg-Run.
      Bei den Tag Teams sind die Zeiten natürlich immer etwas kurzliebiger, da die Sendezeit begrenzt ist. Ich erinnere mich aber gerne an „selbstgebaute Teams“ wie The Crushers (Robbie Brookside & Chris Raaber); The Urban Superheros (The Hurricane & Pirat O); FACT (Mike Awesome & Chris Raaber) oder LethalDrive (Jay Lethal & Elix Skipper).

      Wenn du nach all den Jahren die Wrestler benennen müsstest, die deine WCW am meisten prägten, welche wären das?
      WCW-Office:Die besten und nachhaltigsten Entwicklungen hatten mit Sicherheit Mike Awesome, Vampiro und Monty Brown genommen. Die sind übrigens alle – wie mir jetzt gerade so richtig bewusst wird - alle „aus wichtigen Gründen“ leider nicht mehr am Start sind, man also schon irgendwo auf die falschen Pferde gesetzt hat. Aber auch die von AJ Styles und im aktuellen Jahr von Carlito Colon. Schau dir gerne mal seine im Januar langsam gestartete Fehde mit dem frisch zurückgekehrten DDP an, hier versuchte ich wirklich einen Monsterheel mit allen Mitteln aufzubauen.

      Kommen wir zum Schreibprozess. Dort hast du ja deine vorgeschriebenen Shows. Doch wie viel Zeit wendest Du zum Schreiben auf? Du bist hier ja ein total zuverlässiger Schreiber.
      WCW-Office:Das lässt sich für mich nicht beziffern. Nur so viel: Würde ich die Shows so veröffentlichen, wie ich sie einst „am Krankenbett“ für mich selbst geschrieben habe, so würde man als Leser nicht alles verstehen und hätte wenig Übersicht. So setze ich mich hin, schreibe eine kurze „Show-Vorschau“ und ein „Intro“. Danach lese ich jedes Segment in der Show durch und überarbeite es dann so, dass es verständlich und nicht mehr abgehackt wirkt. Da werden aus 3 Zeilen schon mal 13 für ein Segment. Zu lang soll aber nichts sein. Unter Segmenten, die zu einem Match, z.B. später in der Show oder beim PPV führen, mache ich eine kurze Matchankündigung, um noch schneller alles lesen zu können. Manchmal packe ich auch noch ein Segment zur Perfektionierung dazu.
      Und am Ende bekommt jedes Match noch eine Matchzeit, um zu zeigen wer hier wieviel Zeit bekommen hat. Schlimm wird es bei PPVs, wo ich zu den Matches jetzt noch kurze Reports inklusive Storyline-Rückblick präsentieren möchte, einfach aus Respekt vor dem Leser, auch wenn es kaum einen gibt. Also man kann schon ein ganzes Weilchen daran sitzen, da bin ich Perfektionist.

      Dein Schreibstil gefällt mir insofern sehr gut, weil er eher kompakt ist. War das schon immer so oder hat sich das erst mit der Zeit bei dir so entwickelt?
      WCW-Office:Vielen Dank. Das hat sich über die Jahre so entwickelt. Mein Motto ist: „So viel wie nötig, nicht mehr“. Natürlich soll sich der Leser ausmalen können, was im Detail passierte, aber es muss nicht jedes Wort, jeder Satz oder jeder Schlag dargestellt sein.
      Außerdem verwende ich immer die selben Rahmenbedingungen, z.B. ein „-„ vor jedem Match. Für nachträgliche Bemerkungen zum Match oder zu Sachen, die direkt nach dem Match passieren gibt es direkt darunter einen Absatz mit einem „*“. Für Matchankündigungen ebenfalls. Für reine Segmente kein Vorzeichen, jedoch einen Absatz davor, usw. Und vor allem wird jeder Wrestler, der plötzlich auftaucht fett geschrieben, Debüts und Titelwechsel zusätzlich in roter Farbe. Immer ist die Sicht des bzw. der Respekt vor dem Leser im Fokus. Das sollte meiner Meinung nach jeder so denken, sobald er für mehr Personen als für sich selbst schreibt.

      Was war bislang die größte Herausforderung für dich an deinem Projekt? Und wie bist Du an diese Herausforderung herangegangen?
      WCW-Office:Ich würde sagen Schreibblockaden bei PPV-Matches, wo man aber andererseitsauch keine Abstriche vor der Veröffentlichung machen möchte. Und Wochen ohne Feedback oder auch nur „like“ würde ich als die größten Herausforderungen und Bedrohungen für die WCW sehen.
      Die Herausforderungen vor die ich mich selbst stelle, z.B. Abgänge von guten Leuten, weil ich weiß, dass die WWE diese Leute damals unbedingt wollte und meine WCW da finanziell keine Schnitte gehabt hätte, machen dagegen Spaß. Es wäre ja sehr leicht, wenn ich 50Megastars im Roster hätte. So muss ich mir immer wieder etwas einfallen lassen und frische Leute pushen.

      Setzt du auch Wrestler ein, die du persönlich nicht so gerne siehst?
      WCW-Office: Ein klares ja! Zum Beispiel Kevin Nash, für mich im Ring langweilig und menschlich ein Stück Sch***. Doch ich wusste, dass ich ihn als Gründungsmitglied der nWo brauchte, um meine Version der Kultgruppierung glaubhaft zu etablieren. Und so habe ich ihn gebookt, und zwar ziemlich stark, um ihn auch bei Laune zu halten. Oder ganz am Anfang, da habe ich den Road Dogg und Road Warrior Animal zurückgebracht, obwohl ich deren Matches überhaupt nicht genossen hätte. Aber bei all den Abgängen wollte ich Leute haben, die man wirklich auf Plakaten drucken kann und sie sofort wieder erkennt, Leute die in der Halle gute Stimmung machen und die Abgänge wenigstens ein klein bisschen vergessen machen können. Oder Viscera. Oder Goldberg. Da gibt es wirklich einige. Schwer wird die Entscheidung, wie ich mit dem Free Agent-Status von CM Punk umgehen werde, den ich wirklich nicht mag, aber der natürlich Aufmerksamkeit bringen würde.

      Und die Gegenfrage: Welchen Wrestler würdest Du unbedingt gerne mal in deinem Projekt booken? Wir lasen schon viele bunte Namen im Diary von Kurgan bis zu Chris Raaber oder Kevin Nash. Es hat sehr viele verschiedene Charaktere in deinem Diary gegeben.
      WCW-Office:Generell gibt ja: Ich kann nur Wrestler einsetzen, die frei am Markt verfügbar sind und bei denen es realistisch ist, dass diese zur „Nummer 2“ am Markt gehen. Alles andere würde meine komplette Idee verwässern. Wie cool wäre z.B. Sting vs. The Undertaker? Aber das würde ich niemals machen, in dem Moment würde für mich alles sterben.
      Realistische und aus meiner persönlichen Sucht zugleich coole Leute, die auf den Markt kommen werden sind z.B. PAC,Claudia Castagnoli oder Brodie Lee.

      Es gibt auch immer wieder kritische Stimmen zu deinem Projekt. Was entgegnest Du deinen Kritikern, die vielleicht sagen, dass Du der WCW etwas zu sehr den TNA Stempel aufgedrückt hast?
      [i]WCW-Office:Meine WCW spielt die Rolle der Nummer 2 in einer Zeit, in der in der Realität TNA genau diese Rolle übernommen hatte. Da bleiben – wenn man sich strinkt an die Realität hält - Überschneidungen bei den besten Wrestlern, die es außerhalb der WWE gab nicht aus, sondern sind sogar der Regelfall, insofern habe ich auch nie versucht da besonders gegen vorzugehen. Zum Beispiel AJ Styles war ja schon unter WCW-Vertrag und ist nunmal viel zu gut, um kein Topstar zu werden, oder ein Kurt Angle war verfügbar und wurde unbedingt gebraucht. Man sollte sich einfach vor Augen halten, dass mehr als 8 Jahre seit dem Ende der WCW vergangen sind und die Liga für Innovation stand, insofern kann World Championship Wrestling ja nicht mehr so aussehen wie 2001. Gebt der Sache einfach eine Chance.

      Du hast hier schon mal ein Women's Diary versucht. Gibt es denn auch noch andere Projekte, die dich besonders reizen würden und woran Du dich gerne mal versuchen würdest?
      WCW-Office:Ich denke nicht. Die Frauen Liga war halt etwas, was in der Realität fehlt. Aber ansonsten gibt es ja 2020 einfach alles. Und an einen Random-Zeitpunkt in der Vergangenheit zurück zu reisen, das kann ich nicht. Umso mehr bewundere ich Leute, die das schaffen.

      Wäre deine WCW im Jahr 2020 angelangt, wie würde sie aussehen und wie würde sie die aktuell schwierigen Corona-Zeiten überstehen?
      WCW-Office:Das ist eine wirklich sehr gute Frage. Als auf dem ersten Corona-Höhepunkt die WWE „auf Teufel komm raus“ normal weitergemacht und einfach Wrestling ohne Sounds vor leeren Stuhlreihen gemacht hat, da fand ich das zum einen unverantwortlich und dann auch total „entzaubernd“. Ich habe mich gefragt, warum man mit den tausenden von Stunden hochklassigem Videomaterial nicht für einige Wochen irgendwelche coolen Specials senden konnte, statt so einem Murks. Ich glaube damit hätte man auch gute Ratings erzielen können.
      Und wenn die WCW im Jahr 2020 angelangt ist, dann muss ich genau das tun was ich gedacht habe, und das wären dann erstmal Specials zu senden mit den coolsten Sachen der WCW-Geschichte, interessant und aktuell präsentiert. Das kann natürlich nur ein paar Wochen lang klappen. Danach würde ich glaube ich Shows in großen Freiluftarenen machen mit 80-90 % leeren Stuhlreihen. Das ist dann einerseits sicher, andererseits hat man zumindest ein bisschen Publikum und ein bisschen Sound. An den Thunderdome habe ich nie geglaubt, auch wenn er weniger schlimm ausfiel als gedacht. Insofern könnte ich so etwas natürlich nicht bringen. Ich würde aber mehr Zeit in die Produktion investieren, so könnte das Produkt auf ein Lucha Underground-Niveau gelangen.

      Welche Tipps kannst Du den Lesern hier geben? Wir erleben aktuell ja sehr wenige Projekte. Da sticht ein Diary, das InGame sehr viele Jahre erlebt hat besonders heraus.
      WCW-Office: Stimmt, tatsächlich gibt es heute mehr NITROs von mir als in der Realität! Ich würde den Tipp geben, ein langfristiges Konzept durch zu denken und Dinge vorzuschreiben, denn wenn ich ein anderes Diary lese, dann ist es mir wichtig zu wissen, dass es dort auch weiter gehen wird. Auch sollte man nicht zu viel und nicht zu wenig präsentieren, und das in einer übersichtlichen Form. Ansonsten sollte man einfach machen, woran man Spaß hat!

      Der Wrestling-Boom der vergangenen Jahre ist vorbei. Wie gehst Du damit generell um oder flammt in dir die Begeisterung für Pro Wrestling noch immer ungebremst?
      WCW-Office:Naja, nach dem Start von AEW und mit wieder etwas gestärkten Produkten wie Impact, RoH sowie neuen Anbietern wie NWA oder MLW ist aus meiner Sicht durchaus wieder ein kleinwenig „Boom“ da, zumindest in den USA. Wirklich „Wrestling gucken“ in Form von ganzen Shows tue ich jedoch wenig, dafür habe ich einfach schon zu viel gesehen. Ich lese jedoch tagtäglich online was in der Wrestlingwelt passiert.

      Nutzt Du die aktuelle Corona-Situation auch dazu mehr zu schreiben? Schließlich sind die Freizeitaktivitäten aller Menschen momentan etwas eingeschränkt.
      WCW-Office:Im Moment nicht wirklich. Ich versuche mich mehr in meinen regulären Job zu vertiefen und so viel wie es geht aus der Freizeit zu machen, z.B. bis zum Teil-Lockdown Spieleabende mit wenigen Leuten, Fahrradtouren zu machen oder alte Urlaubsbilder zu sortieren. Ich wurde aber auch schon darum gebeten es mit der Schnelligkeit der Postings nicht zu übertreiben, daher nehme ich mich da im Zweifelsfall auch etwas zurück.

      Kannst du uns einen Ausblick darauf geben, was den Leser in den nächsten Monaten bei World Championship Wrestling erleben werden?
      WCW-Office: Sehr gerne. Zunächst werde ich etwas tun, was häufig als meine Schachstelle genannt wurde: Einen PPV ordentlich thematisieren, denn der kommende Bash at the Beach wird tatsächlich an einem Stand stattfinden, also in einer einzigartigen Atmosphäre. Als Headliner ist ein wirklich interessantes Leitermatch geplant. Und im Folgemonat ist ja mit FALL BRAWL auch ein absoluter Klassiker, wobei die WAR GAMES in diesem Jahr nicht in Team-Form stattfinden werden, sondern es wird im Doppelkäfig um das Big Gold gehen. Sowohl Amazing Kong als auch Bobby Lashley werden noch weiter sehr dominant dargestellt werden. Vor allem aber wird die WCW einen neuen General Manager bekommen, und das wird eine echte Überraschung sein, vor allem für den aktuellen Interims-GM Scott D`Amoure.
      Eine weitere Idee aus dem Forum, die ich umsetze, ist die einer zweiten großen Show. So wird neben NITRO, das bekanntlich immer mittwochs läuft, nun die kleine B-Show Shockwave ausgebaut werden und 2 Stunden laufen. Das nachträglich einzubauen ist eine schöne Herausforderung für mich, die Show wird jedoch kompakt beschrieben werden.
      Und noch ein ganz großer Spoiler: Die WCW Hall of Fame wird zurück kommen! Wahrscheinlich wissen viele gar nicht, dass Leute wie Lou Thesz, Harley Race, Dusty Rhodes und Terry Funk bereits WCW Hall of Famer sind. Es wird noch ein wenig dauern, aber dann möchte ich WCW-Legenden ehren, um das WCW-Produkt noch weiter abzurunden.[/i]

      WCW Hall of Fame klingt natürlich super. Vergleichen wir es mit dem Mount Rushmore.
      Welche Gesichter würden denn deinen Mount Rushmore zieren und wieso würden sie das machen?
      [i]b]WCW-Office:[/b]Die Herausforderung dabei ist, dass ich im achten Jahr bin, das heißt viele Leute gingen und Standings veränderten sich. Zum Beispiel Awesome oder Vampiro waren die Draws schlecht hin und sind jetzt nicht mehr da bzw. nicht mehr so bedeutend. Insofern ist die Frage für so eine Top 4: Wer War über 8 Jahre hinweg am beständigsten wichtig für das Produkt? Hier würde ich ganz klar als erstes Sting nennen, im zweiten Jahr debütiert und eine absolute Legende. Als 2. nehme ich AJ Styles, der ist immerhin seit Tag 1 dabei, stets gewachsen und hat in der nWo-Storyline den größtmöglichen Push bekommen, nun ist er dreifacher World Champion. Als 3. wähle ich Jeff Jarrett, denn er war von Anfang an der Top-Heel. In 2004 war er dann Top-Face und am Ende doch ein Leader in der nWo. Er ist nun ein 9-facher WCW World CHampion und aktuell immerhin auch Tag Team Champion. Platz 4 ist sehr schwer zu entscheiden, denn Mike Awesome war in den ersten 2-4 Jahren ultimativ wichtig und der erste Mega-Push überhaupt. Danach kam MOnty Brown, der von 2003 bis 2006 insgesamt 4 World Titel sammelte. In den letzten 2 Jahren war Kurt Angle wohl der erfolgreichste Superstar. DDP wäre auch ein Kandidat, RHINO als ewiger Zweiter hätte es auch verdient ... sagen wir einfach: Sting, Styles, Jarrett & Awesome.

      Pay Per Views sind die Essenz einer jeden großen Wrestlingpromotion. Wieso hälst Du es denn für eine Schwachstelle bei dir? Ich finde die Konzepte ganz gut. Vor allem die Great American Battle Royal als Gegenstück zu WWE's Royal Rumble ist ein gutes Konzept. Ich sehe es sogar als zweischneidiges Schwert. Zu viele "Themen"-PPVs sorgen für eine gewisser "Vorhersehbarkeit" im Wrestlingjahr.[/i]
      WCW-Office:Ich bekomme nicht viel Feedback, aber der Punkt das PPVs zu "austauschbar" sind ist mehrmals gefallen. Aber ich verstehe deinen Punkt sehr gut. Ich denke auch zu viel "Grundgerüst" würde dem alljährlichen Kalender hinsichtlich der Storylines schaden, aber es ist natürlich schon ein Plus den Leuten etwas "Besonderes" zu verkaufen anstatt nur den allmonatlichen PPV, wie ich es doch oft tue. Ich versuche einen guten Mittelweg zu finden.[/i]

      Abschließend noch einen kurzen Word Rap: Four Horsemen oder nWo, Chris Raaber oder Robbie Brookside, King Booker oder Booker T, WCW Hardcore Championship oder WCW Cruiserweight Tag Team Championship, AEW oder Impact Wrestling, Cola oder Fanta, Sharpshooter oder Figure Four Leglock
      WCW-Office:
      Klare Kiste: nWo
      Brookside, dessen verrückte Seite ist einfach mehr Entertainment
      Weder noch
      Dann doch besser die Cruiserweights (auch wenn ich den Titel nach wenigen Monaten zum Undispuded World Tag Team Titel vereinigt habe, mangels Wrestler und Sendezeit)
      Unter Berücksichtigung aller Faktoren ein klares Unentschieden
      Cola (Zero)
      Ganz klar der Sharpshooter bzw. der Scorpion Deathlock (der Figure Four Leglock ist unten durch, seitdem der deutsche Held Brakus im Opener einer WWF Oberhausen Houseshow abklopfte, was ich noch bei niemandem gesehen hatte)