Pinned EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #07 online!)

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    • EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #07 online!)




      Herzlich Willkommen zum neuesten Feature von EWBattelground Germany.

      Fast schon in der Manier des unvergesslichen Roddy Piper, des eloquenten Chris Jericho oder des lästigen The Miz, werden wir nun auch Gastgeber und führen gelegentlich Interviews mit Schreiberlingen unserer Plattform.

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    • RE: EWB.de Writer's Pit (this time feat. BEN)




      Ausgabe #01 mit @BEN


      Er ist einer unserer eifrigsten Schreiber auf dem Board. Seit mehreren Monaten führt er den höchstinteressanten Thread zu NWA – Main Event!
      Mehrere iPPvs und TV-Shows hat der gute @BEN seinen Lesern schon ins Haus geliefert. Rasch hat auch er mich überzeugen können. Dieser Mann hat Talent und ein unvergleichliches Gespür für Wrestling. Für mich war es nicht nur von Bedeutung ihn allgemeine Dinge von seinem Diary zu erfahren. Ich wollte auch wissen, wie er seine NWA selbst sieht. Ein spannendes Thema. Vielleicht auch für manch einen Schreiber auch ein Anreiz sich auch mal an ein Diary fern ab von WWE zu versuchen.
      Ich lade Euch natürlich auch ein aus diesem Interview einen offenen Dialog zu führen. Viel Spass,
       
      euer ViRus
       

      @ViRus: Wie hast du hier zu uns auf EWBattleground.de gefunden?

      @BEN: Erstmal Danke für die Möglichkeit dieses Interviews. Ich war vorher auf einem anderen Board, wo ich ein Diary gestartet hatte. Da wurde ich angesprochen (keine Ahnung mehr von wem), ob ich nicht zu EW Battleground kommen möchte und mein Diary dort starten möchte. Was ich dann auch letztlich tat.

      @ViRus: Was war dein Beweggrund das Diary zu starten?

      @BEN: Ich habe lange überlegt was für ein Diary ich starten möchte. Es gab mehrere Optionen, aber letztlich habe ich mich für NWA entschieden weil ich dort gute Möglichkeiten gesehen habe. Man kann aus dem Verband viel rausholen. 

      @ViRus: NWA ist ein schwieriges Thema. In deinem Diary führst du NWA in einer wesentlich moderneren Kultur fort. Bist du denn eher ein Wrestling-Traditionalist oder eher jemand für modernes Wrestling?

      @BEN: Ich bin eine Mischung aus Beidem. Ich mag Tradition, aber nicht im Zusammenhang mit NWA. Die NWA hat den Fehler gemacht zu lange an ihrer Tradition festzuhalten. Ich versuche mit meinem Diary diese Tradition aufzubrechen und einen neuen Ansatz zu schaffen. Es geht dabei in erster Linie um eine Mischung aus gutem Wrestling und durchdachten Storylines. 

      @ViRus: Wäre für dich auch eine andere Independent Liga in Frage gekommen und wenn ja, welche?


      @BEN: Es ist immer schwer zu sagen, da ich mir viele Ligen ansehe. Wenn es um die Storylines geht, dann müsste ich CHIKARA nennen. Wenn es um das Wrestling geht, dann müsste ich PWG oder RoH nennen. Letztlich wäre mir der Weg einer bekannten Promotion zu festgefahren gewesen. Ich entwickel lieber eigene Ideen und mische das Beste aus New Japan, CMLL und den bereits genannten Ligen zu einem eigenen Gesamtprodukt. 

      @ViRus:  Wer ist dein persönlicher Lieblingswrestler in deinem Diary?


      Da gilt es zwei Namen zu nennen. Zum Einen nenne ich hier ganz klar Alex Koslov, da ich diese Bad Ass Attitüde unglaublich mag. Er kann den Heel gut verkörpern, kann aber auch als Babyface eingesetzt werden. Die momentane Phase als Face im Team mit Rocky Romero passt einfach perfekt. 

      Rob Conway ist natürlich als mein momentaner World Champion ebenfalls ganz stark dabei. Nicht weil er der beste Techniker ist, sondern einfach diesen Hass den er gegen sich schürt. 

      @ViRus: Benutzt du einen Wrestlingsimulator für dein Diary und wenn ja, welchen?

      @BEN: Ja, ich benutze ganz klassisch Extreme Warfare. 

      @ViRus: Hattest du schon Phasen, wo es schwieriger war für dich dein Diary durchzuhalten?

      @BEN: Bisher nicht, da ich einfach zu viel Spaß an dem Diary habe. Es fehlt mir persönlich zwar das Feedback, welches ich nur von dir bekomme, was auch Leute zum Aufgeben bewegen kann. Doch zur Zeit ziehe ich eine unglaubliche Motivation aus den Ideen. Ich bin einfach gespannt wie diese Ideen aufgenommen werden und was ich dafür für ein Feedback bekomme.

      @ViRus: Hast du einen persönlichen Lieblingsangle/Fehde in deinem Diary über den du uns vielleicht gerne etwas erzählen würdest?

      @BEN: Momentan ist ganz klar die Story um die Federation. Das Ganze baut sich auf und hat auch Auswirkungen auf folgende Storylines. Momentan spielt alles zusammen mit Federation vs NWA, dem Angreifer von Onyx und Hanson, der Fan und auch NWAs Worst Case Szenario. Es sind alles kleine Puzzle Teile, die sich nachher zusammenfügen sollen. 

      @ViRus: In deinem Diary baust du lieber auf Wrestler aus der Indy-Szene. Auf EWBattleground.de gibt es aber eine Vielzahl an WWE Diaries. Würdest du dir auch mehr Independent Diaries wünschen? Vielleicht kannst du kurz erzählen was deine NWA persönlich für dich ausmacht.

      @BEN: Indy Diaries sind schwer zu führen, wenn du den Background zu den Leuten nicht hast. Ich persönlich mag die Indy Szene sehr. Von dort kommen die talentiertesten Leute, die auch in der großen WWE Fuß gefasst haben. Cesaro, Dean Ambrose, Kevin Owens, Sami Zayn, Samoa Joe, Seth Rollins und der für mich persönlich beste Wrestler der Gegenwart CM Punk. Solch ein Diary ist wesentlich schwerer zu schreiben, als ein WWE Diary. 

      Für mich persönlich macht mein NWA Diary zur Zeit aus, dass ich ganz klar gegen den Mainstream steuer. Ich habe ein besonderes Diary, da zur Zeit viele WWE Diaries im Umlauf sind. Gerade das macht den Reiz für mich aus. 

      Wenn ich mir ein Diary wünschen dürfte, wäre es neben deinem WCW Diary ein altes ECW Diary. Das wäre klasse. 

      @ViRus: Abschließend: Würdest du auch irgendwann Ric Flair in deiner NWA einsetzen?


      @BEN: Ric Flair ist ein Name mit einer langen Tradition in der NWA. Letztlich wäre es aber eher unrealistisch Ihn ins Diary einzubauen.

      Danke für das Interview und die Möglichkeit die NWA auch den Nicht-Lesern zu präsentieren. 
      Gruß Ben
       
      @ViRus: Auch wir bedanken uns bei @BEN für seine Motivation am Interview teilzunehmen. Vielleicht motiviert es ja auch den einen oder anderen Leser sich ausführlicher mit NWA Main Event und der Entwicklung der Promotion zu beschäftigen.


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    • RE: EWB.de Writer's Pit (this time feat. BEN)

      Schöne Idee und auch toll durchgeführt, zwei Daumen hoch für euch beide :)  

      Die Sache mit dem mangelnden Feedback kann wirklich sehr frustrierend sein, grade auf dem alten Board habe ich das extrem gemerkt.
      Mein "Problem" bei deinem Diary @BEN ist leider genau das was du schon selbst angesprochen hast, mir fehlt zu 90% der Worker das wissen um ihren Backround, ihr Können und ihre Position in der NWA. Trotzdem hoffe ich natürlich das deine Motivation auch weiter so hoch ist und du das Board mit deinem Diary weiter bereicherst :)
    • RE: EWB.de Writer's Pit (this time feat. BEN)

      Super Interview hat mit sehr gefallen.

      Bezüglich deines Diarys kann ich verstehen das es auf die dauer frustrierend und vielleicht auch zu lasten der motivation ist wenn es an Feedback fehlt, aber wenn es dir selbst spaß macht solltest du nicht aufhören.

      Ich persönlich lese die Shows ab und an mal, finde allerdings nicht zu den Workern da ich im Indy bereich nicht unterwegs bin, sollte ich mal ändern :)
    • RE: EWB.de Writer's Pit (this time feat. BEN)

      Danke für euer Feedback.

      Leute, die mich kennen wissen, dass ich eigentlich ein völliger WWE-Guy bin. Ich kenne mich im Independent Wrestling auch gar nicht aus. Viele Wrestler von @BEN sind mir auch völlig unbekannt. Ich hatte vor einigen Jahren sogar eine total ablehnende Meinung gegen Independent Wrestling. Das hat sich mit der Zeit auch verändert, als die WWE immer mehr Mist produzierte.

      Davon darf man sich auch nicht leiten lassen. Wieso sollte ich denn auch ein Diary besser bewerten können, wenn ich die Wrestler kenne? Man muss halt auch die Show genau bewerten. Auf die Zwischentöne achten und dem Ganzen einfach lauschen.
    • RE: EWB.de Writer's Pit (this time feat. BEN)



      Ausgabe #02 mit @Venom


      Mit freundlicher Genehmigung von @ViRus darf ich mich dieses Mal dem Writers Pit annehmen. Für die Zukunft habe ich noch einige Interviews vor und hoffe jeden Monat einen neuen Member zu befragen. Zu meinem persönlichen Start habe ich @Venom zum Writer's Pit gebeten und ein spannendes Interview bekommen. Aber lest selbst:


      @Ben: Wie bist du auf EWBattleground aufmerksam geworden?

      @Venom: Das ist tatsächlich relativ simpel erklärt. Ich war früher jahrelang im FW in diversen Ligen aktiv, der Haltwertszeit dann aber doch immer sehr begrenzt ist und wo man eben auch immer von anderen abhängig war und oft hängen gelassen wurde. Durch Google kam ich dann beim Stichwort Fantasy Wrestling/booking auf ein anderes Board wo u.a. Pokusa und ViRus aktiv waren. Als Pokusa dann EWBattleground eröffnet hat, hat er mich gefragt ob ich Interesse hätte und hier bin ich.

      @Ben: Wie kam dir die Idee zu deinem Diary?

      @Venom: Auch hier muss ich auf das „alte“ Board verweisen. Dort hatten Pokusa und ViRus ein WWE Diary das ich sehr gerne gelesen habe und so eins wollte ich auch machen. Da ich dann aber gemerkt habe das ein vollwertiges Diary mit getrennten RAW und SmackDown Shows für mich alleine nicht machbar ist, habe ich mir für das neue Board ein Diary ohne Split gewählt. Da ich den Zeitraum um WM XXX auch sehr mochte, viel die Entscheidung dann auf dieses Szenario

      @Ben: Du arbeitest mit tollen Bildern in deinem Diary. Entwirfst du die Bilder selber?

      @Venom: Die meisten davon, wie die Rosterbilder oder die PPV Poster schon, ja. Ich bin sicher kein Experte was das angeht, aber es macht mir einfach Spaß und gehört für mich irgendwie zu meiner Präsentation. Manchmal macht mir das erstellen der Grafiken fast mehr Laune als das schreiben selbst^^

      @Ben: Mit welchem Programm arbeitest du genau?

      @Venom: Ich benutze „GIMP“ dafür, schlicht und einfach weil es kostenfrei erhältlich ist und man damit viele Dinge auf einfache Art machen kann.

      @Ben: Kam dir schon mal ein anderes Szenario in den Sinn, welches du gerne in einem Diary umsetzen würdest?

      @Venom: Ja durchaus, ich lese immer sehr gerne Retro Diaries aus den 90ern, das würde ich auch gerne mal versuchen, finde es aber sehr schwer den Stil von damals zu treffen. Außerdem schreckt mich das damlaige PPV System zu sehr ab.
      Ansonsten würde ich wenn mein Network Diary abgeschlossen ist vielleicht auch gerne wieder einen Brand Split machen, wenn sich jemand findet der den zweiten Brand übernehmen würde.  


      @Ben: Was sind deine absoluten LieblingsWrestler in deinem Diary?

      @Venom: Im Moment ist das wohl an erster Stelle CM Punk und dann Batista. Gerade Batistas Hollywood Gimmck macht mir tierisch Spaß zu schreiben und hätte glaube ich auch in Wirklichkeit super funktioniert, viel besser als es sein Run so tat, und viel besser als das Gimmick später bei The Miz funktioniert hat. Punk ist allgemein einer meiner Lieblinge und die Story gegen Triple H.

      @Ben: Hast du einen Lieblingsangle-/Fehde in deinem Diary?

      @Venom: Ich mag meine Intercontinental Championship Fehde, weil ich es, hoffe ich ganz gut geschafft habe vier, fünf mögliche Contender/Champions zu präsentieren, sodass nicht sofort ersichtlich ist wohin die Reise gehen soll. Ansonsten bin ich auf meinen Rumble sehr stolz. Da steckt so viel Arbeit drin das ich mich umso mehr über das positive Feedback gefreut habe.

      @Ben: Was gefällt dir an WWE besonders? 

      @Venom: Schwer zu sagen, die WWE verbinde ich in erster Linie mit meiner Kindheit Anfang/Mitte der 90er, als ich mit meinem Cousin die Kämpfe noch nachgespielt habe und eben noch total an Kayfabe geglaubt habe. Irgendwie bin ich dann nie so richtig davon los gekommen. Klar verfolge ich die WWE mal intensiver, dann wieder weniger, aber irgendwie gehört es für mich einfach mit dazu 

      @Ben: Bist du schon mit anderen Promotions in Berührung gekommen?

      @Venom: Kaum ehrlich gesagt, klar an der WCW kam man als Fan damals nicht vorbei, von daher kenne ich mich dort ebenfalls gut aus, aber im Indybereich oder Japan hab ich mal das ein oder andere Match gesehen, das wars. Einzig Lucha Underground habe ich noch recht regelmäßig verfolgt und freue mich auf die zweite Staffel

      @Ben: Danke für das Interview @Venom. Ich hoffe das wir dir damit vielleicht 1-2 mehr User bescheren können, die dein Diary verfolgen werden. 

      The post was edited 1 time, last by pokusa ().

    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #2 mit Venom online!)

      Schönes und interessantes Interview.
      Danke @BEN
      Ich habe das Interview interessiert gelesen. @Venom ist auch ein sehr kreativer User, der immer gute Diaries abliefert und eigenwillige Ideen hat.
    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #2 mit Venom online!)



      Ausgabe #03 mit @ViRus


      @pokusa: Was waren damals deine Beweggründe, in die Welt der Wrestling-Diaries einzusteigen?

      @ViRus: Ich erinnere mich noch gut daran. Als ich im Jahr 2006 aufgrund meiner wachsenden Wrestling-Leidenschaft auch auf kleinen Foren aktiv war. Dort wurde ein Link zu einer Fantasy Wrestling-Organisation geteilt. Fantasy Wrestling war damals noch eine große Nummer und es war ziemlich cool in die Rolle des Lieblingsstars zu schlüpfen. Es war eine sehr primitive Liga, die Ergebnisse wurden damals noch auf der Playstation 2 mit Smackdown vs. RAW 2006 simuliert. Aber das Feuer für die Selbstbeteiligung am Wrestling war da. Ich war dann für ein halbes Jahr in einer Liga auch Leiter und quasi Booker und habe die Matchpaarungen angesetzt. Das hat mir damals schon große Freude bereitet. Aber wie es so kommen musste, wurde die Liga damals gehackt und Fantasy Wrestling verkam immer mehr zu einem Kindergarten.

      Daraufhin habe ich eine Pause gemacht, aber bereits zu jener Zeit EWR gezockt. Das Spiel hatte mich auch voll in seinen Bann gezogen und ich fand Extreme Warfare Revenge einfach nur cool. Dabei merkte ich einfach wie viel besser es ist eine gesamte Promotion zu führen und nicht nur einen einzelnen Wrestler. Recherchen haben mich dann im März 2007 auf das damalige EWG Board geführt. Das Board war damals hervorragend geführt und die Diary-Szene wesentlich stärker und aktiver als heute. Rasch fand ich auf diesem Board Anschluss und fing an mein eigenes Diary zu gestalten. Das erste Diary war - wie wohl bei jedem von uns - noch ziemlich Mist. Aber es machte mir auch am meisten Spaß, weil man relativ unbekümmert an die Sache herangehen konnte und sich noch keine allzu großen Gedanken machen wollte.


      @pokusa: Momentan sind wir uns auf dem Board ja relativ einig, dass das aktuelle WWE-Produkt - diplomatisch formuliert - sehr viele Ansatzpunkte für das Umschreiben in Form eines Diarys mit sich bringt. Was ist das derzeitige Problem mit dem Marktführer aus Stamford?

      @ViRus: Noch nie war es einfacher ein WWE-Diary zu beginnen als heute. Sind wir doch mal ehrlich. Kaum einem Fan gefällt die WWE. Jeder Fan findet einen Aufhänger und Kritikpunkt. Im Grunde hat die WWE ein ganz großes Problem. Man denkt in einem zu globalen Rahmen, um für wirkliche Wrestling-Fans noch attraktiv zu sein. Klar, man konnte sich WrestleMania ansehen und hat die Unterhaltung unter bestimmten Rahmenbedingungen gut finden können, aber wer würde sich denn heutzutage von uns noch freiwillig jede Wrestling-Show der WWE in voller Länge über einen langen Zeitraum ansehen wollen? Mein großer Problem ist, dass der WWE die Wrestlingaction einfach viel zu wenig bedeutet. Es geht nur noch darum große Namen in den Raum zu werfen. Aber ich vermisse die Liebe zum Detail. Die Matches bedeuten einfach nichts mehr. Wenn Wrestler A beim Pay Per View gegen Wrestler B verliert, dann bedeutet das heutzutage gar nichts mehr.


      @pokusa: Womit wir gerade beim Thema sind: Wie hat dir WrestleMania 32 gefallen?

      @ViRus: Ja, WrestleMania hat mir durchaus gefallen, weil ich versucht habe die Show einfach zu genießen. Klar, war das Event nicht so stark und viele zeigten sich von einigen Matches enttäuscht. Man kann beziehungsweise darf von der WWE keine großen Sprünge mehr erwarten. Es war die größte Show des Jahres, aber sie wird keinem im Gedächtnis bleiben. Für 4 Stunden erlebte man aber durchaus gute Wrestlingqualität. Es gab überhaupt kein Match, welches völlig schlecht gewesen war. In den Jahren zuvor erlebte man schon wesentlich schlimmere Matches und Momente bei WrestleMania. Aber auch hier viel bei WrestleMania auf, dass der WWE die Geschichten einfach nicht mehr so wichtig erscheinen. Es gab de facto keine Backstage Segmente. Selbst in der zerstörerischen Schlacht zwischen Shane McMahon und dem Undertaker war die Geschichte und das drum herum so egal, dass selbst Vince McMahon oder Stephanie nicht am Ring erschienen, obwohl es um den Fortbestand der Company ging. Die WWE ist qualitativ durchaus okay und das war WrestleMania auch. Aber das Event war völlig gleichgültig.


      @pokusa: Was sagst du als recht "traditioneller" WWE-Fan zum NXT Brand auf dem WWE Network?

      @ViRus: NXT sehe ich sehr kritisch. Natürlich wird es im Internet als die Wrestling-Show angesehen. Man ist überrascht, dass die WWE so offen gegenüber den Indy-Talenten ist. Aber im Grunde ist dies dennoch eine WWE Farmliga. Wenn man ganz ehrlich zu sich ist, dann ist diese Farmliga für die ganzen Indy-Stars völlig unnötig. Entweder man passt zur WWE oder man passt nicht. Ich bin zum Beispiel der Überzeugung, dass Nakamura niemals ein WWE Superstar werden wird, weil sein Stil einfach nicht passen wird. Ebenso bin ich bei Finn Balor skeptisch, ob seiner Entwicklung. Ja, sogar Sami Zayn hat in meinen Augen nicht das, was einen zukünftigen Superstar ausmacht. Natürlich kann man jetzt sagen, dass das bei Bryan Danielson ebenso war. Aber dem muss ich widersprechen. Denn Danielson war für mich immer der "Benoit-Type of Wrestler" den man durchaus kurzfristig in den Main Event pushen konnte, aber sich ebenso niemals als langfristiges Investement durchgesetzt hätte. Samoa Joe hingegen könnte durchaus ein WWE Star werden, da er eigentlich alles mitbringt und sein Aussehen dazu noch durchaus einzigartig wirkt. Allerdings schreitet auch bei ihm das Alter voran, um noch wirklich eine große WWE Karriere hinzulegen.

      Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Wrestler mit spätestens Anfang 30 im WWE Roster debütieren muss. Wenn der Wrestler von einer anderen bekannten Promotion kommt, dann sollte er so rasch wie möglich im Haupt-Roster debütieren.

      Ich möchte damit eigentlich auf folgendes hinaus: Die WWE bedient mit WWE NXT eigentlich nur die sogenannte Internet Wrestling Crowd. Man gibt ihr einen Grund das WWE Network zu ordern. Aber als Farmliga oder Aufbaustufe für die zukünftigen WWE Topstars ist dieser Brand mit großer Vorsicht zu genießen. Ich gehe sogar soweit und sage, dass man es als Neuling wohl leichter hat sich im Haupt-Roster hochzukämpfen anstatt mit den ganzen Indepentend-Größen bei NXT technisch nicht mithalten zu können.


      @pokusa: Viele Gesichter von NXT konnte man vor wenigen Jahren ja noch in einer gewissen Liga aus Nashville bewundern. Deine Meinung zu TNA Wrestling? Werden sie jemals wieder ein Alternativprogramm für die breite Masse darstellen können?

      @ViRus: TNA war für mich immer nur von sekundärem Interesse. Ich hätte mich gefreut, wenn man unter Hogan den Durchbruch geschafft hätte. Aber die Fehler der Geschichte wurden einfach wiederholt. Jetzt ist die Promotion eigentlich schon seit Jahren in einem komatösen Zustand. Ich denke, dass man mittlerweile schon Ring of Honor fürchten muss. Für mich ist es unverständlich, dass diese Promotion bereits länger besteht als World Championship Wrestling ohne auch nur annähernd den gleichen Erfolg zu haben, obwohl teilweise sehr viel Geld investiert wurde.

      TNA Wrestling verkommt ebenso immer mehr zu einem Nischen-Produkt ohne auch nur noch irgendein Alleinstellungsmerkmal zu haben. Ich würde der Promotion empfehlen einfach Stilelemente aus der Attitude-Era zu übernehmen, um sich vor allem von der heutigen WWE abzuheben. Crash-Booking kann unter gewissen Umständen zu Erfolg führen. Schwer ist es halt für TNA Wrestling auch geeignete frische Stars zu finden, da die WWE mit NXT sehr viele Indy-Stars aufgekauft hat.


      @pokusa: Du hast bereits unzählige Diaries auf dem Buckel. Welches eigene Diary hat dir bisher am meisten Spaß bereitet? Gibt es auch eine - unabhängig vom Lieblings-Diary - von dir kreierte Fehde, auf die du besonders stolz bist?

      @ViRus: Mein zweites Diary war sehr toll. Ich habe damals die WWE im Jahr 2002 gebookt und gerade den Split eingeführt. Paul Heyman wurde zum SmackDown General Manager und bekam seine Probleme mit seinen ehemaligen ECW-Freunden dadurch entstand ein eigenständiges ECW Stable rund um RVD, Rhyno und den Dudleyz. Eigentlich war vorgesehen, dass Chris Benoit sich dem Stable ebenso anschließen sollte und sich den WWE Titel von Steve Austin schnappen sollte. Leider kam im wahren Leben dann die Benoit-Tragödie und ich wollte mich mit diesem Diary einfach nicht mehr befassen. Ich denke, dass die Geschichte Potenzial hatte.

      Mein beste qualitative Arbeit leistete ich mit einem WWE Diary, welches ich zwei Jahre in Echzeit bookte. Das Diary spielte von 2012 bis 2014 und dabei führte ich mit abwechselnden Schreibkollegen entweder den RAW oder SmackDown Brand. Die WWE erlebte wieder einen konsequenten Roster Split und das Produkt wurde wieder mehr an die Ruthless Aggression Era angepasst. Ich schaffte es sogar Wade Barrett als World Champion zu etablieren und ebenso Leuten wie Luke Harper oder Dolph Ziggler einen bedeutsamen Push zu verpassen.


      @pokusa: Momentan bist du mit einer Promotion am Start, die du selbst kreiert hast. Wie bist du auf die Idee gekommen und was ist der Reiz an einer eigenen Company?

      @ViRus: Die Idee kam mir eigentlich sehr spontan. Wir haben hier mit NWA Main Event (von @BEN) ein Diary, das wirklich eine hervorragende Qualität hat ohne auf wirklich große Namen zurückzugreifen. Man merkt einfach, dass es hier nicht auf die Größe der Promotion, sondern auf den Spaß ankommt. Ich habe mich zuletzt an vielen Projekten versucht und bin immer sehr enttäuscht gescheitert. Ich habe allerdings bemerkt, dass es vielleicht einfach der richtige Schritt ist sein eigenes Ding zu machen anstatt auf das Gottvertrauen der WWE zurückzugreifen. Natürlich habe ich nun kein sehr realistisches Szenario für den Start der Promotion verwendet. Aber ich habe mir gedacht, dass ich dieses Mal einfach etwas starte, was mir Spaß macht und nicht was realistisch sein könnte. Ich bin ein großer Fan von Brock Lesnar und Kurt Angle verehre ich ebenso. Daher wollte ich beide Wrestler in meiner Promotion haben. Aufgrund der kurzen TV-Show kann ich auch relativ rasch booken und Charaktere aufbauen ohne, dass sich das Projekt nun falsch oder unglaubwürdig anfühlt. Ich hoffe, dass ich mit diesem Diary in die Globals kommen kann.


      @pokusa: Gibt es eine einschlägige, reale Fehde, die du gerne einmal anders gebookt oder zu Ende geführt hättest?

      @ViRus: Ich finde die WWE gab in der Vergangenheit oftmals die Möglichkeit Stories besser zu booken. Ich muss sagen, dass ich gerne die Story um Kane aus dem Jahr 2008 anders gebookt hätte. Man muss daran denken, dass Kane bis 2005/06 eigentlich mit enormen Impact gebookt wurde. Danach rutschte das große rote Monster in die Midcard ab. Im Jahr 2008 wurde er dann zu RAW gedraftet und turnte in einer Fehde gegen Rey Mysterio zum Heel. Dabei kam es zu diesem "Is he dead or alive". Ich hätte diesen Angle gerne intensiver gebookt und diese Story bei RAW wesentlich kantiger gestaltet. Natürlich wäre es darauf hinausgelaufen, dass Kane seinem alten Ebenbild irgendwann gegenüberstellt. Kane kam später ja tatsächlich mit Maske (Ende 2011) zurück. Aber mit diesem lächerlichen Attire konnte man ihn nicht mehr ernst nehmen. Vor allem war der Charakter bis dato schon völlig verbookt.


      @pokusa: Als recht erfahrener Schreiber hast du dir sicherlich auch eigene Arbeitsmethoden angeeignet. Entstehen bei dir Show-Inhalte geplant, spontan oder in Mischform aus diesen Komponenten?

      @ViRus: Natürlich könnte man alles durchplanen. Aber ich halte nichts von "Wrestling mit der Schablone". Ich denke, dass dies auch nicht realistisch ist. Denn als Writer oder Booker muss man sich auch den Umständen anpassen. Ich möchte keine Story durchbooken, die einfach nicht ankommt und als blöd beurteilt wird. Viel lieber gehe ich da auch auf meine Leserschaft ein. Natürlich muss man sich schon im Klaren sein welche Matches man in seinen Shows aufbaut und auf welche Charaktere man setzt. Aber da sage ich klar: "Nein, zu langfristigem Booking und ja zu mittelfristigem Booking"


      @pokusa: Hast du einen Tipp, um beispielsweise die Motivation aufrecht zu erhalten, wenn das Schreiben einmal schwerer fällt? Woraus ziehst du nach all den Jahren persönlich deine Motivation?

      @ViRus: Meine Motivation ist einfach, dass ich Wrestling in seiner Form mag. Ich mag es mich mit Charakteren zu beschäftigen und vor allem Wrestling so zu gestalten wie es mir gefällt. Natürlich ist es nicht immer einfach. Aber für mich ist das Schreiben und vor allem das Diary-Schreiben etwas aus meiner Jugend, das noch immer da ist. Ich bin froh noch immer die Zeit dafür zu finden und es ist definitiv mein Hobby.


      @pokusa: Welcher Worker wird deiner Meinung nach deutlich unter Wert verkauft im aktuellen WWE Roster? Wie würdest du einen etwaigen Push in etwa anstellen?

      @ViRus: Ich würde sagen, dass Curtis Axel und Damien Sandow völlig unter Wert verkauft werden. Ich finde es zum Beispiel sehr schade, dass Curtis so kurzfristig gepusht wurde. Wenn man sich an seine ersten Monate in der WWE erinnert war er ein "Paul Heyman Guy", er war Intercontinental Champion und durfte sogar Triple H besiegen. Das waren hervorragende Anlagen, um zukünftiger Main Eventer zu werden.

      Auch letztes Jahr hatte man die Gelgenheit mit #AxelMania Curtis noch einmal zu pushen. Ich glaube die Leute würden es akzeptieren, wenn sie wieder einmal einen Wrestler hätten, den sie den Aufstieg zum Topstar gönnen. So einen Mick Foley-Typen eben, der auch das passende Underdog-Programm braucht ohne dabei völlig wie ein aufgesetztes Babyface zu wirken. Der aktuelle Ist-Zustand von Curtis ist doch eher das Edeljobber-Tum, aber man könnte durch kleine charakterliche Kniffe diesen Wrestler wieder ganz anders darstellen. Curtis kann auf einen hervorragenden Wrestlingstammbaum zurückblicken. Wieso schreibt man nicht einfach eine Geschichte in der sich Curtis Axel für seine bisherige Karriere schämt? Er hätte zum Beispiel nach WrestleMania rauskommen und erklären können, dass er es wieder nicht auf die Card geschafft habe und er sich deshalb schämt und es ihn Leid tut das Erbe seiner Familie zu besudeln. Doch er könnte der Anhängerschaft garantieren, dass er nun einen anderen Weg einschlägt. WrestleMania 33 wird die AxelMania. Daraufhin würde ich ihn über das Jahr komplett völlig resetten. Die Schritte könnten so aussehen:


      Curtis findet einen Manager oder Tag Team Partner, der ihn auf seinem Weg unterstützen möchte. Warum nicht zum Beispiel John Cena, der aktuell verletzt ist und Curtis Axel als Coach bis zu seiner Genesung unterstützt. Man könnte dies mit Skits unterstreichen und so auch die Popularität von Axel steigern. Das Comeback von Cena würde dann im Sommer stattfinden. Langsam hat sich Curtis Axel über die Midcard zurückgekämpft und nimmt Jagd auf die Tag Team Titel. Gemeinsam mit John Cena holt er sich die Gürtel und die Fans haben ihren ersten Feel Good Moment. Dann braucht es einen Twist. Cena Heel zu turnen ist ein Wunschkonzert. Aber wieso nicht Curtis nach mehreren Titelverteidigungen von den ehemaligen Tag Team Champions attackieren lassen und somit den Titel abnehmen? Wieder stellt man sich die Frage, ob Axel überhaupt das Zeug zum WWE Star hat. Auch er zweifelt an sich. Ein paar Wochen später feiert Axel dann sein Comeback und gewinnt seinen Comeback Fight. Den Fans gefällt es. AxelMania is running wild. Im Spätherbst würde er dann den Intercontinental Titel erringen und dann hat man ihn schon glaubhaft positioniert. Dann liegt es eben im Ermessen, ob man es sich traut ihn den Royal Rumble gewinnen zu lassen oder ob man bei WrestleMania gegen den Top-Heel Triple H stellt um ihm in der oberen Card von WrestleMania seinen AxelMania Moment zu gönnen. Zur Not könnte man auch noch Hulk Hogan als seinen Manager für WrestleMania booken. Ich glaube die Fans würden solche Geschichten lieben.


      @pokusa: Abschließend das allseits beliebte Brainstorm-Halbsatz-und-Schlagwort-Ausfragespiel:

      @ViRus:


      WWE oder WCW?: Die WWE, weil ich ein Corporate Guy bin. Aber die WCW hat durchaus ihren Platz in der Geschichte verdient.

      TEW oder EWR?:  EWR auf jeden Fall, weil es weniger komplex und zeitaufwendig ist.

      Die drei besten PPVs of all time: WrestleMania 17, Vengeance 2005 und WrestleMania 19

      Die drei besten Wrestler of all time: Triple H, Hulk Hogan, The Rock

      Das Match muss man gesehen haben: Kurt Angle vs. The Undertaker @ No Way Out 2006

      Der größte Fehler, den ein Diary-Schreiber machen kann: Sich von kritischen Lesern zu schnell die Freude nehmen lassen.


      Vielen Dank an @ViRus für die ausführlichen und interessanten Antworten. Wie hat euch das Interview gefallen? :)

      The post was edited 1 time, last by pokusa ().

    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #03 mit ViRus online!)

      Ein wirklich höchst interessantes Interview mit teils kontroversen Aussagen finde ich. Meine Gedanken zu den Antworten:

      - Du hattest eine bemerkenswert kurze Fantasy Wrestling Karriere hinter dir. Der durchschnittliche Fantasy-Wrestling-Fan ist ja gleich in etlichen Ligen aktiv gewesen und hat hier und da auch selbst eine eröffnet. Seitdem es diese komische WWE-FW Liga mit dem berüchtigten "Joker" gab, der sämtliche Konkurrenz gehackt hat (was sehr einfach war, da fast ausnahmslos die damals schon veraltete Burning Board 1.0.2 Freeware zum Einsatz kam, die FW-Forensoftware schlechthin ^^), hat es mir endgültig die Freude genommen, da es zum großen Zirkus und Kindergarten verkommen ist. User haben sich teilweise wirklich gehasst und Ligen haben sich mit gegenseitigen Web-Angriffen verfeindet. Der Ursprung kam meiner Meinung nach von der WWE-FW Liga...das hat mich schon recht sauer gemacht. Ist ja fast wie in der Diary-Community... :D

      - WrestleMania 32 sehe ich ähnlich, wie schon mehrfach betont. Losgelöt von allen Storylines war es sehr unterhaltsam, schaltet man aber doch sein Hirn mal ein, was bei einem Programm auf wöchentlicher Basis ja passieren sollte, war das alles schon weniger berauschend und zu sehr um den Moment bemüht. Ich kann den krassen Shitstorm nicht nachvollziehen, verstehe aber die Kritikpunkte.

      - Interessanter Punkt, dass du NXT als Instrument zur NXT-Abo-Gewinnung betrachtest. So heruntergebrochen habe ich das nie, aber es ist definitiv schon richtig, dass sich Wrestling-Fans wegen NXT das Network holen. 9,99 ist nach wie vor ein absoluter Kampfpreis. Ich frage mich auch, wohin man mit den ganzen Indy-Stars und TNAlern hin möchte. Leute wie Austin Aries und Co. will man anscheinend wirklich nur bei NXT halten, um ihn bei sich zu haben. Ernsthafte Main Roster Ambitionen sind aber kaum drin. Es sind zwar viele Top-Wrestler dabei, aber ich sehe auch nur wenige wirkliche Stars dort. Deine Ansichten zu Nakamura sind jedoch wirklich in der Form einzigartig. ^^ Ich kannte ihn vorher überhaupt nicht und er hat mit sofort mit einem Look und Ring-Stil überzeugt. Nur das Sprachproblem...wer weiß.

      - Bezüglich Kane hatte ich so ab 2006 einfach das Gefühl gehabt, dass der Charakter zu Ende war. Als Maskenmann hatte er schon Ermüdungserscheinungen, vor allem im Tag Team mit RVD. Mit der Demaskierung hat man den Kane-Charakter noch einmal kurzzeitig gerettet und interessant gemacht, aber das war auch nur kurzfristig. Das letzte Erwähnenswerte war das gelungene Tag Team mit Big Show 2006, der Rest war nett oder gab es schon mal. Nichts, was ich wirklich gebraucht hätte.

      - Deine Storyline mit Curtis Axel ist natürlich pure Sports Entertainment Romantik. :D Die Frage ist immer, ob die Zuschauer Curtis Axel wirklich so angenommen hätten, denn solche Storylines stehen und fallen in erster Linie mit den Sympathien der Fans. Aber die Lehrmeister-Geschichte wird mir eh viel zu wenig im modernen Wrestling eingebaut, dabei hat es recht viel Potential und kann einen Newcomer am Ende auch ziemlich over bringen.

      Auch der nächste Gast im Writer's Pit ist nicht weniger interessant, sondern brilliert vielleicht mit noch einzigartigen Ansichten. Seid gespannt. :)
    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #03 mit ViRus online!)

      Curtis Axel fand ich damals auch interessant, weil ich immer hoffte das man Mr. McGillicutty begräbt und aus ihm endlich mal Mr. Perfect Junior macht. Hat auch gut geklappt. Der Name war angelehnt an Vater und Großvater, er hatte ein geniales Theme, im Ring war er in Ordnung und dann gab es noch Paul Heyman. Eigentlich hätte da nichts schief gehen dürfen, ein Sieg über Hunter versprach auch noch eine Zukunft. Was da genau schief ging, hab ich nicht verstanden. 

      Und wenn WWE mal keinen Bock hat, kramt man Comedy Gimmicks aus. Das hat den Ernst aus den Charakteren genommen und man man erinnert sich nur noch an den Joke auf 2 Beinen. Ein guter und mehrfacher IC Champion wäre bei ihm locker drin gewesen.
    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #03 mit ViRus online!)

      Danke auch für die Möglichkeit eines Interviews und die guten Fragen @pokusa. Man merkt einfach, dass du dir bei der Fragestellung wirklich Gedanken gemacht hast und das nicht so 0815-Fragen waren.

      Ich weiß, dass einige Ansichten etwas kontrovers sind, aber ich glaube schon, dass man über einige Ansätze diskutieren kann. Ich bin ein "Kind" des Sports Entertainment. WWE war immer meine erste Wrestlingheimat und wird es wohl auch immer bleiben. Geprägt bin ich vor allem vom Stil der Mitt-2000er Jahre, die ich einfach stilistisch sehr gut fand. Das war nicht zu extremes, aber auch nicht zu weiches Sports Entertainment. Das war jetzt auch nicht nur Oldtimer im Ring, sondern auch frische Stars. Objektiv betrachtet war das schon ne gute Phase für diesen Sport und sie entsprach auch voll meinem Geschmacksempfinden.

      Über das Booking von Curtis Axel lässt sich natürlich bestimmt lange diskutieren. Aber man muss auch sagen, dass so eine Story wieder mal etwas frisches wäre. John Cena wäre in einer neuen Rolle und dennoch Face, Curtis wäre noch ein relativ frisches Gesicht und man hätte ihn in einer prominenten Story. Man würde die Bedeutung von WrestleMania, der Tag Team Titel etc. unterstreichen, wenn man einfach Wrestler wieder so darstellt als würde für sie dieser Sport ihr Leben bedeuten. Heutzutage habe ich das nicht bei vielen Wrestlern das Gefühl, als wäre Wrestling ihr Leben und das ist schade. Denn Vollblut-Athleten wie Kurt Angle oder Chris Benoit haben diesen Sport immer sehr wichtig erscheinen lassen.
    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #03 mit ViRus online!)



      Ausgabe #04 mit: @"Nature Boy"



      @pokusa: Was waren damals deine Beweggründe, in die Welt der Wrestling-Diaries einzusteigen?

      @"Nature Boy": Ich bin schon locker über 10 Jahre mit dabei und kann die Frage nicht mehr wirklich beantworten. Ich war damals noch mit dem Fantasy Wrestling beschäftigt und wechselte dann das Hobby auf das Diary. Für mich ergab ein Diary einfach mehr Sinn, da man für sich arbeitet und nicht wirklich gebunden ist. Im Fantasy Wrestling kam es oft zu Diskussionen, was im Diaryschreiben eigentlich nicht passieren kann. Es ist ein entspanntes kleines Hobby, ohne Stress und zeitlichen Druck. Und wie man sieht ist das Fantasy Wrestling zu 98% ausgestorben, während man im Diarybereich einfach noch versucht das Beste rauszuholen.


      @pokusa: Haben wir uns bei der letzten Writer's Pit Ausgabe mit @ViRus noch über die schwächelnde WWE im ersten Viertel des Jahres unterhalten, hat die Company in diesen Tagen enorm an Unterhaltungswert und Qualität dazugewonnen. Warum kann die Liga die PS momentan besser auf die Straße bringen?

      @"Nature Boy": WWE hat wohl gemerkt, wie die Fans reagieren. Sie wollen einen Kevin Owens, Cesaro, AJ Styles etc. Man hatte ja schon die Leute im Roster, aber all deren Pushs wurden gebremst. Vince McMahon gab nur Roman Reigns das große Rampenlicht, alles andere war egal. Und da er das letzte Wort in den Hauptshows hat, hatte man einfach keine Chance. Jetzt muss der Damm ja gebrochen sein, sonst wäre es zu solchen tollen Sachen nicht gekommen. Man nutzt endlich das Potenzial der Leute, die uns mit Leidenschaft unterhalten. Das merkt man einfach auch. Und da man jetzt auf 2 Brands hinarbeitet, brauchen gewisse Stars ein Standing. Sonst hat man einfach keine Gesichter, mit denen man für das Brand Werbung machen kann. Die WWE hat einfach gelernt, dass man die Wrestler besser einsetzen muss. Owens und Co. könnten schon sehr weit sein, wenn man deren Lauf nicht abgebremst hätte. 


      Der Groschen muss wohl nach WrestleMania 32 gefallen sein. Die Card war gut, trotz den Ausfällen. Aber was hat daraus gemacht? Die Card wurde in 3 Wochen notdürftig zusammengehauen und die Matches waren zum Teil ein Fiasko. Doch alles was danach an Events kam, war super. Und man merkte die Steigerung. Ich finde das jeder Pay Per View besser war, als die diesjährige WrestleMania. Und das dürfte ja eigentlich nicht sein, also muss man es gelernt haben. Auch wenn das Risiko besteht, dass WWE wieder 2 Schritte zurückgehen könnte.


      @pokusa: Eine weitere brisante Meldung in letzter Zeit ist sicherlich die Suspendierung von Roman Reigns für 30 Tage aufgrund eines Verstoßes gegen die WWE Wellness Policy gewesen. Wie schätzt du die Situation ein? Erwartet Roman Reigns gar eine Degradierung?

      @"Nature Boy": Für mich ist das ein Skandal, was Roman Reigns sich da erlaubt hat. Er hatte einen großen Push und Vince McMahon persönlich als Stein im Brett. Reigns hätte wissen müssen, was er zu sich nehmen darf und was nicht. Wäre ich sein Chef, würde ich mich ins Gesicht gespuckt fühlen. Es war einfach eine dumme und leichtsinnige Aktion. Die Fans werden nun erst Recht gegen Reigns schießen, er hatte es nie einfach was die Crowd betrifft. Ich vermute mal das man die Shield Story durchzieht, aber er den Pinfall in diesem Match einstecken wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er den Titel so schnell gewinnt. McMahon äußerte sich ja schon negativ für Reigns, aber damit gibt er dem Ganzen einen Decken drauf. Irgendwie tut mir Reigns leid, aber diese Aktion ist sein persönlicher Bockmist.


      Aber es ist auch ein Zeichen dafür, dass WWE auch ihre Main Eventer bestraft. Es war damals mit Randy Orton auch so, oder mit William Regal als dieser den Push seines Lebens bekam. Da Reigns aber noch jung ist und einen starken Look hat, wird man ihn noch die neue Chance geben. Doch ich denke, dass braucht seine Zeit. Weil eine Degradierung passt nicht zu ihm, man kann ihn jetzt nicht wie Fandango einsetzen. Bin jedenfalls gespannt. 


      @pokusa: Die auch abseits des Rings aufregenden letzten WWE-Wochen wurden hingegen mit der offziell angekündigten Reaktivierung des Brand Splits eröffnet. Mitte Juli werden RAW und SmackDown! wieder zwei getrennte Shows mit getrennten Rostern und gerüchteweise sogar getrennten PPVs werden, wobei die blaue Show fortan sogar live am Dienstag ausgestrahlt wird. Was sagst du dazu? Bist du der Sache optimistisch oder eher skeptisch gegenüber gestimmt?

      @"Nature Boy": Nach der ganzen Überlegung bin ich dafür. Ich war am Anfang sehr skeptisch, aber die WWE hat einfach keine andere Wahl. Ein großes Roster und viele Leuten werden falsch eingesetzt. Mit 2 Brands kann man das ändern. Es ist jetzt nur eine Sache, wie man das mit den Titel regeln wird. Ich wäre wieder für 2 große Belts, ansonsten wird das schwer für einen übergreifenden Champion. Man muss aber auch sagen, dass die WWE sich ein Eigentor geschossen hat. Wäre man am Anfang „sparsamer“ gewesen, hätte man kein 2tes Brand benötigt. Aber Nein, WWE wollte schnell neue NXT Talente präsentieren. Nur was ist damit passiert? Apollo Crews ist doch das beste Beispiel dafür, dass man sich keine Mühe gegeben hat. Jedenfalls wird der Gewinner SmackDown! sein. Es gibt keine Fake-Tonaufnahmen mehr, die Show ist Live und erhält Stars die eine neue Card schmücken können.


      @pokusa: Was sagst du zu TNA Wrestling? Werden sie jemals wieder ein Alternativprogramm für die breite Masse darstellen können?

      @"Nature Boy": Diese Company ist für mich Hirntot. Der Körper lebt, aber der Geist ist nicht mehr vorhanden. Man wartet ja praktisch schon auf das Ende, was man immer wieder verzögert. TNA hatte damals das Potenzial einer WCW, doch dann ging es von Jahr zu Jahr Berg ab. Gehälter werden unpünktlich bezahlt, Personal wird sehr undankbar behandelt und entlassen, es gibt keinen wirklichen Führungsstil und die Storylines sind nicht der Rede wert. Man versucht zwar dort noch das Beste rauszuholen, aber es wird nicht mehr dazu reichen diese Company zu steigern. Viele Fans haben der Liga den Rücken gekehrt. Allerdings muss man auch sagen, dass es gut ist das es sie noch gibt. Die WWE hat den Wrestlingmarkt komplett übernommen und es soll immer eine Alternative für das McMahon Imperium geben. Egal wie groß, oder wie klein die Company sein mag.


      @pokusa: Du hast bereits unzählige Diaries auf dem Buckel. Welches eigene Diary hat dir bisher am meisten Spaß bereitet? Gibt es auch eine - unabhängig vom Lieblings-Diary - von dir kreierte Fehde, auf die du besonders stolz bist?

      @"Nature Boy": Ja, ich hab wirklich einige Diaries hinter mir. Eigentlich hab ich an fast jedem Diary Spaß. Ich mag es kleine NWA Diaries zu führen, weil man da auf alles Zugriff hat und nicht krampfhaft Booken muss. Und wenn man von den großen Companies spricht, dann mag ich den WWE Zeitraum 2005. Ein tolles Wrestlingjahr, kein Vergleich mehr zur heutigen Zeit. Und wenn ich mich Recht erinnere, was schon lange her ist, besaß ich mal ein Diary aus dem Jahr 2006. Es gab eine längere Fehde zwischen John „Bradshaw“ Layfield und Hulk Hogan. Diese Fehde bleibt mir immer in Erinnerung. Layfield sah sich als wirklicher amerikanischer Held an, während er Hogan als Medienfigur verspottete. Die Story zog ich über Monate langsam auf und alles endete in einem Match an WrestleMania, was aber Hogan für sich gewann. Ich überlegte oft diese Story erneut zu booken, aber ich kam bis jetzt nicht mehr dazu. 


      @pokusa: Momentan bist du mit einem WWE-Diary aus dem Jahr 2003 hier aktiv am Geschehen beteiligt. Zwischen den großen Jahren 2002 und 2004 gerät diese Zeit immer etwas in Vergessenheit finde ich. Was reizt dich an diesem Szenario?

      @"Nature Boy": 2002 / 2003 waren großartige Jahre. Es war auch der Beginn der Aufteilung von RAW und SmackDown, dass war einfach was ganz neues. Viele Wrestler mit Starpower konnten besser untergebracht werden und man hielt an den Storylines fest. Ebenso war das eine Zeit, wo ehemalige WCW Wrestler in der WWE auftreten durften. Jeder weiß das ich an der WCW hänge und deshalb fühle ich mich an diese Zeit verbunden. Goldberg, Booker T, Ric Flair, Kevin Nash, Scott Hall, Hulk Hogan, Scott Steiner.. Es macht einfach Spaß mit diesen Leuten im Diary zu arbeiten, was ich mit der heutigen Zeit nicht kann. Man hat auch keine Einschränkungen, Gimmicks können besser ausgelebt werden und es gibt generell keine PG-Richtlinien. Es war einfach ein ganz anderes Feeling, dass merkt man auch beim Schreiben.


      @pokusa: Aktuell sehen wir in deinem Diary einen Booker T, der überraschend im World Title Picture mitmischen und Triple H sowie The Rock die Stirn bieten kann. Was ist deine Meinung zum Booker T des Jahres 2003? Wurde er nach WrestleMania 19 in der Realität schon begraben?

      @"Nature Boy": Booker T war gegen Ende der WCW der Star. Er kam auch mit diesem Standing in die WWF / WWE, als er überraschend Steve Austin im Match attackierte. Das war schon was besonders für mich. Man versuchte auch Booker T das Standing halten zu lassen, aber dann kam diese Story gegen Triple H. Hunter würde in dieser Zeit stark gepusht. Man hätte Booker T weiter gegen ihn Fehden lassen sollen, aber damals setzte man eher auf Kevin Nash zurück. Hätte man ja machen können, aber es war zu früh und damit verschwand Booker T aus dem Titlepicture. Darum habe ich die Storyline mit Nash fallen lassen, um Booker T am Ball bleiben zu lassen. Man muss ihn ja nicht gleich wieder zum Champion machen, es reicht einfach das er weiter ein Teil um dessen Storyline ist. Zu der damaligen Zeit sank er in die IC-Region und dann hatte er 2006 / 2007 als King Booker noch mal den 2ten Frühling im blauen Brand. Ich glaube wenn es die WCW noch gegeben hätte, wäre er dort eine Ikone geworden.


      Was noch sicher ganz Informativ ist: Booker T sollte ja der „The Rock“ der WCW werden. Es gab plötzlich das Book End als Finisher, was eine Homage an den Rock Bottom war. Man merkte schon, dass die WCW Versuchte ein großes Gesicht zu pushen. Die eigentlichen Stars wie Goldberg, Page und Hall waren ja schon weg. Leider kam es nicht mehr dazu. 


      @pokusa: Gibt es eine einschlägige Fehde, die du gerne einmal anders gebookt oder zu Ende geführt hättest?

      @"Nature Boy": In meinem letzten WWE 2005 Dairy hatte ich alles geplant um den Charakter von Muhammad Hassan aufzubauen. Es war alles geplant, bis zu einem großen Match am SummerSlam. Das war zumindest ein einschlägiger Plan für diesen Charakter, da er einfach „huge“ war. Was die WWE damals nicht nutzen konnte durch das Attentat in London, wollte ich einfach fortführen. Ich hatte noch nie so eine große Fehde / Story überlegt, um so einen Charakter over zu bringen. Aber durch einen Laptop Crash wurde das vereitelt, da der Ausfall zu lange dauerte und bis heute nicht behoben werden konnte. 


      @pokusa: Als recht erfahrener Schreiber hast dir sicherlich schon eigene Arbeitsmethoden angeeignet. Entstehen bei dir Show-Inhalte geplant, spontan oder in Mischform aus diesen Komponenten?

      @"Nature Boy": Es ist eine gute Mischung von allem. Cards von Shows und Events werden schön in Word aufgelistet, so dass man eine klare Struktur erhält. Dann schreibt man sich durch die Shows, die aber beim Schreiben anders Enden können als geplant. Für mich muss ein Diary organisiert und strukturiert sein, damit ich damit arbeiten kann. Natürlich kann ich auch spontan sein, aber ich bevorzuge das „Nach A kommt B“ Prinzip. Aber jeder Diaryschreiber entwickelt sein eigenes System, was auch gut so ist.


      @pokusa: Hast du einen Tipp, um beispielsweise die Motivation aufrecht zu erhalten, wenn das Schreiben einmal schwerer fällt?

      @"Nature Boy": Ich glaub für das Motivationsproblem gibt es kein Heilmittel. Es gibt viele Faktoren, die dieses Hobby beeinflussen können. Schlechtes Feedback (woran man sich nie halten sollte), Wetterumstände, private Probleme, Computer Crashes, schlechte Wrestlingqualität auf aktueller Sachlage, Arbeit, Schule, Ferien.. die Liste ist lang. Man muss wirlich die Lust am schreiben haben und solang man diese nicht verliert, kann nichts passieren. Motivation kann in einem ständiges Auf und Ab enden. Man kann von heute auf Morgen die Lust verlieren und gerade in der heutigen Zeit kann ich das verstehen. 


      @pokusa: Du bist ja bekanntlich ein großer Verfechter von Big Show. Was schätzt du am Hünen besonders? Wie würdest du seinen Abschied booken?

      @"Nature Boy": The Big Show ist für mich einer der loyalsten Mitarbeiter, die eine Company überhaupt haben kann. Er ist ein Multitalent, was durch das heutige Booking praktisch „vernichtet“ wurde. Er kann für seine Statur gut Wrestlen und ist sich (leider) für nichts zu schade. Ich fand ihn als Giant in der WCW schon imposant, aber in der WWF / WWE hatte er den wirklichen Durchbruch. Leider nutzt ihn die WWE nicht mehr und man hat mit ihm einfach zu viel falsch gemacht. Es gab zu viele und sinnlose Turns und machte sich im Laufe der Zeit lächerlich, da er öfters schon kuriose Celeberty Matches / Segmente ausführen musste. Trotzdem scheint der Mann einfach seinen Job zu machen und zu lieben. Die heutigen Fans wollen ihn in Rente schicken und im Podcast hat er ja schon gesagt, dass ihm diese Worte schmerzen. Das hat er nicht verdient, da er einfach ein sympathischer und emotionaler Mensch ist.


      Würde ich seinen Abschied booken, so würde ich ihm noch mal einen ordentlichen und dominanten World Title Run geben. Damit er auch als glaubhafter „Giant“ abtreten kann und nicht als Witzfigur in Erinnerung bleibt. 


      @pokusa: Abschließend das allseits beliebte Brainstorm-Halbsatz-und-Schlagwort-Ausfragespiel:

      @"Nature Boy":


      WWE oder WCW?: - WCW, denn mit dieser habe ich meine Kindheit verbracht, bis zum bitteren Ende

      TEW oder EWR?: Da ich TEW nie genutzt habe, kann ich nur für EWR sprechen

      Die drei besten PPVs: WCW Starrcade 1998, WWF / WWE Royal Rumble 1992, WWF / WWE Wrestle Mania 2000

      Die drei besten Wrestler: Ric Flair, Mr. Perfect & Kurt Angle

      Das Match muss man gesehen haben: Bill Goldberg vs. Hollywood Hogan (WCW Monday Nitro - 1998)

      Der größte Fehler den ein Diary-Schreiber machen kann: Sich über negatives Feedback aufzuregen, denn das Diary führt man für sich selbst und nicht für andere Leute



      Vielen Dank an den @"Nature Boy" für das Beantworten dieser Fragen und ein interessantes Gespräch! Wie hat euch das Interview gefallen?

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    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #04 mit Nature Boy online!)

      Noch einmal besten Dank an die schnelle und unkomplizierte Zusammenarbeit mit Naitch. Vor allem schnell! :D Ein paar Gedanken zu deinen Antworten:

      - In meinen Augen waren die WWE Shows in den letzten Monaten einfach so schlecht, dass uns ein "normales" Niveau wieder als richtiges Qualitätsprogramm erscheint. Das ist eben relativ. Man macht nicht groß etwas anders und fährt die Storylines relativ konservativ. Der Unterschied: Dieses Mal endlich mit den Superstars, die von den Fans auch gesehen werden wollen. Schon ist gleich alles viel angenehmer. Es ist absolut kein Hexenwerk in meinen Augen, jeden Monat einen "guten" PPV auf die Beine zu stellen glaube ich, das war damals mit dem doch wrestlerisch eingeschränkterem Material nicht so einfach.

      - Bezüglich der Supendierung von Reigns merkt man auch hier, dass er einfach noch sehr grün und sich offensichtlich nicht bewusst ist, was für eine Verantwortung trägt. Er steht an der Spitze eines Familien-Unternehmens und muss dementsprechend Werte vorleben - ob er will oder nicht. Der frühe Randy Orton war sich auch nicht wirklich klar, wie wichtig das Verhalten an der Spitze der Company ist. Reigns wird allerdings daraus lernen und sich zumindest nicht mehr erwischen lassen. Er dürfte in meinen Augen keinen Schaden davontragen.

      - Betrachtet man so das WWE-Roster der Jahre 2002-2004 muss man ganz klar festhalten, dass man doch deutlich unter den Möglichkeiten geblieben ist. Man hätte so viele coole Geschichten erzählen und Momente kreieren können, stattdessen wurden die meisten WWE-Superstars klar bevorzugt. Man kann vor allem McMahon keinen Vorwurf machen die WCW-Garde teilweise heftig zu begraben, aber für den Fan ist es schon schade. In den letzten Jahren hat man doch gemerkt, wie wichtig Stars und "Larger than Life" Charaktere sind. Damals fand man sowas schon in der Midcard!

      - Mittlerweile halte ich es für unmöglich, The Big Show noch einmal einen würdigen Run als World Champion zu geben. Alle Turns, Angles usw. verpuffen beim Hünen total und die Fans akzeptieren ihn einfach nicht mehr. Der einzig realistische Weg wäre es, ihn mit einem Publicity-Stunt wie eben ein Match gegen Shaquille O'Neal in Rente zu schicken. Schade um die Karriere, aber das Problem hat man sich selbst eingehandelt.

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    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #04 mit Nature Boy online!)

      Ich glaub es wäre schon machbar Big Show zu pushen, aber die Fans in der heutigen Zeit würden es nicht dulden. Er muss ja auch nicht gleich ein Titelmatch bekommen, aber eine letzte große Story ist drin. So das man ihn als Wrestler in Erinnerung behält, nicht als Prominentenjobber oder Witzfigur. 

      Er wäre auch eine Verstärkung als Trainer, für größere Stars. Kann mir das in seiner Rolle gut vorstellen, wie er anderen erklärt den großen Körper richtig im Ring einzusetzen. Aber wie ich schon schrieb ist es ein Unding, wie man ihn behandelt. Er hat praktisch alles in seiner Karriere erreicht und soll dann einfach leise vor den Kameras abtreten? Das muss nicht sein, würde ich anderen Wrestlern auch nicht gönnen wollen.
    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #04 mit Nature Boy online!)

      Schöner Writer's Pit wobei ich natürlich noch immer auf die Erstversion warte, die es ja bereits im April gab^^
      Den nächsten Pit würde ich übrigens gerne wieder führen und dabei wäre es mir eine Ehre @Balls zu interviewen
    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #04 mit Nature Boy online!)

      Sehr gut. ^^ Nach deiner Ausgabe mit @Balls hat sich auch schon @RockZau gemeldet, den ich dann wieder übernehmen werde. Aber alles zu seiner Zeit. Eine Ausgabe im Monat sollte ausreichen denke ich.
    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #04 mit Nature Boy online!)



      Ausgabe #05 mit: @RockZau


      @pokusa: Endlich hast du es auch einmal in den Writer's Pit geschafft, vielen Dank dafür! Du bist quasi eines unserer Gründungsmitglieder und hast den Weg kurz nach Eröffnung zu EWB.de gefunden. Wie hast du das Board entdeckt und was ist für dich der Reiz am Diaryschreiben? Warst du auch vorher im Fantasy Wrestling aktiv?
      @RockZau: Ich habe zu danken. Ich habe immer mit Spannung gelesen was Vorgänger wie ViRus & Nature Boy geschrieben haben. Deshalb bin ich froh, das ich mich heute deinen Fragen stellen darf. Kommen wir zu den eigentlich Fragen. Ich habe das Board in einer FW-Liga entdeckt, in der ihr Werbung machen durftet. Da ich zu dem Zeitpunkt sehr unzufrieden mit der FW Szene war, kam dieses Board gerade richtig. Ich habe vorher noch nie wirklich ein Dairy geschrieben. Ich habe zwar immer mal wieder versucht es in verschiedenen Boards einzubringen, aber das Interesse war gleich Null weshalb man auch keinerlei Resonanz oder konstruktive Kritik bekommen hat. Der Reiz am Dairyschreiben liegt bei mir daran, das absolut niemand mir Vorschriften machen kann. Ich habe mich an keinerlei Absprachen zu halten geschweige denn an irgendwelche "Deadlines". Ich bin bzw. war seit 2001 im Fantasy Wrestling aktiv. Natürlich mit vielen großen und kleinen Unterbrechungen, aber ich denke ich habe alles gesehen. Und heutzutage tummeln sich einfach zu viele Egos (Und damit meine ich nicht die Gimmicks, die sie spielen) in den entsprechenden Foren. Mir ging dieses Gehabe wirklich sehr auf die Nerven und schnell habe ich gemerkt, das ich wohl auch einfach zu Alt dafür bin.

      @pokusa: Ich finde, dass du ein gutes Beispiel dafür bist, dass ein richtiges Szenario, in welchem man sich wohl fühlt, das A und O beim Schreiben ist. Du hast es zwar mit einigen Diaries für die vermeintlich "breitere Masse" versucht, bist dann aber letztendlich doch wieder bei einem ECW Szenario gelandet - das Szenario deines ersten Diaries wohlgemerkt, was ich bemerkenswert finde. Was findest du so besonders an der Company und dem Wrestling-Jahr 2001?
      @RockZau: Ohja, ich habe wohl schon einige Dairys auf dem Buckel. Ich habe mich auch schnell ziemlich blöd dabei gefühlt, wie man in einigen Posts wohl auch lesen konnte. Ich musste mich erstmal in das Genre einfinden & ich denke mit dem ECW Dairy habe ich wohl das gefunden, was mir am meisten Spaß macht. Meine Leidenschaft für die ECW hat 1999 angefangen. Damals hatte ich das Glück in Kanada zu wohnen & habe meine Eltern jeden Freitag aufs neue Austricksen müssen um die ECW zu schauen. Ich war ja schließlich auch erst 11-12 Jahre alt. Ich war damals einfach von der Stimmung fasziniert. So stickig und klein die Arenen wirken, umso größer war die Stimmung. Man hat damals gesehen, das jeder Alles gegeben hat im Ring. Und im Vergleich zur damaligen Raw & Nitro!-Ausgaben war es natürlich alles etwas härter und brutaler. Und dann war da noch Rob Van Dam. Mein damaliger Liebling. Sowas konnte ich damals halt nur in der ECW sehen. Um die 2001, zurück in Deutschland & zusammen mit dem Internet, entfachte dann die Wrestling-Liebe erst richtig. Ich habe mir VHS Kassetten über eBay bestellt und alles an Magazinen inhaliert, was ich ergattern konnte. 2001 ist bis heute meine absolute Lieblingszeit und ich kann nicht einmal sagen warum. Wahrscheinlich weil ich sie immer noch durch die Augen des kleinen Jungen sehe, der mit strahlenden Augen vor dem TV sitzt & den Tag darauf dann mit den Schulkameraden darüber sprechen konnte.

      @pokusa: Soweit ich mich erinnern kann, hast du in deinem ersten ECW Diary versucht, mit dem "Pure Wrestling"-Titel den Sport an sich etwas in den Fokus zu rücken. Auch ein Paul Heyman hat mehrfach andeuten lassen, dass er das Wrestling mehr in Richtung MMA geschoben und eine Art Hybriden entwickelt hätte, wäre er noch einmal in den Genuss gekommen, eine Company führen zu dürfen. Hältst du solche Experimente für wichtig? Stagniert das Business momentan sogar etwas in deinen Augen bzw. bereits seit einigen Jahren?
      @RockZau: Ich wäre froh, wenn ich solch Ansätze gehabt hätte. Aber ich muss zugeben, das diese Idee einfach nur aufgekommen ist, weil ich kein großer Fan eines Television Titels bin. Ich denke das Paul Heyman mit solch einer Idee sicherlich ein paar Leute ansprechen würde. Besonders die, die sich vom Wrestling abwenden und zur UFC gehen. Jedoch muss ich zugeben, das mir das momentane Wrestling-Produkt gefällt. In der WWE habe ich momentan alles was ich will (inkl. NXT). Und wenn nicht, gibt es da immer noch Ring of Honor & Lucha Underground.

      @pokusa: Die komplette Invasion-Storyline der WWE mit WCW und ECW Beteiligung zählt ja bekanntlich nicht zu den Glanzleistungen der Company aus Stamford. Viele Superstars wurden maßlos verjobbt oder anderweitig unter Wert verkauft. Welche ehemaligen ECW-Superstars fallen dir ein, denen die WWE keine richtige Chance gegeben hat? Was zeichnet sie in deinen Augen aus?
      @RockZau: Das ist eine wirklich gute Frage. Shane Douglas haben sie sich ja schon früher versaut. Lance Storm ist zwar sehr begabt im Ring, aber am Mikro war er nie wirklich eine Glanzleistung. Der einzige Name der mir wirklich einfällt, dessen Potenzial sie absolut nicht genutzt haben, ist Raven. Raven hat mich in der ECW und TNA so sehr begeistert. Aber Nichts davon war in der WWF zu sehen. Sonst gibt es ehrlich gesagt, kaum jemanden. Mit dem Aus der ECW waren natürlich auch einige Lichter direkt aus. Wenn man da z.B. an The Sandman denkt. Rob Van Dam wäre lediglich mein Wunsch gewesen, der es sich aber selber verbaut hat.

      @pokusa: In deinem aktuellen Diary kann man besonders anhand der Personalien gut erkennen, dass du eine klare Vision davon hast, wie eine ECW der Neuzeit auszusehen hat. Wie stellst du dir eine ECW der Zukunft vor, wenn sie nicht ihre Segeln hätte streichen müssen? Wie hätte man die Liga als WWE-Alternative positionieren können?
      @RockZau: Ohne direkt die Idee dahinter gehabt zu haben, denke ich das mein momentanes Dairy genau das wiederspiegelt. Hätte das Geld gestimmt, wären sicherlich einige bekannte Namen wieder zurückgekommen (speziell. die WCW-Abgänge) bevor sie sich in das Haifischbecken der WWF getraut hätten. Denn bei Paul Heyman wüsste sicherlich jeder, was er hat. Alleine mit diesen Namen wäre es sicherlich schon wieder besser gelaufen. Dazu noch etwas mehr Struktur in das Ganze und die ECW wäre meiner Meinung nach ein gutes Alternativprodukt gewesen.

      @pokusa: Auch die echte WWE steht ja jetzt jüngst mit der zurückgekehrten Brand Extension im Umbruch. Neue Talente aus NXT stoßen nach oben und headlinen die zahlreich vorhandenen PPVs, zuletzt konnte sich sogar Kevin Owens den WWE Universal Titel sichern. Hat sich das Produkt deiner Meinung nach in den letzten Monaten ins Positive entwickelt? Wie schätzt du die aktuelle Lage ein?
      @RockZau: Ich bin froh das die WWE diesen Umschwung für nötig gehalten hat. Denn als absoluter Marktführer könnten sie auch tun, wonach ihnen ist. Wir könnten uns jetzt darüber beklagen das wir die 37ste Auflage von Sheamus vs. Orton sehen. Aber das z.B. Hunter seine Finger immer mehr im Spiel hat, bemerkt man gerade an Personalien wie Owens. Am Anfang waren viele Kritiker auf dem Plan, wenn es um ihn ging. Nun ist er Universal Champion und kann im Main Event zeigen, was er drauf hat. Ich denke da kommen in Zukunft noch einige tolle Events auf uns zu.

      @pokusa: Gibt es in deiner bisherigen Diary-Laufbahn irgendeinen Angle, eine Storyline oder Ähnliches, auf den / die du besonders stolz zurückblickst? Hast du auch schon einmal eine Booking-Entscheidung oder kreativen Kniff getroffen, mit welchem du überhaupt nicht zufrieden bist? Ich erinnere mich da z.B. an die Dudley-Comeback-Geschichte bei deinem ersten Diary, die ja in der Realität so nie möglich gewesen wäre. Das hat dich sehr gewurmt.
      @RockZau: Ja, die Dudleys-Geschichte. Die hat mich echt gewurmt, weshalb ich das Dairy ja komplett neu begonnen habe. Aber das buche ich einfach als Anfängerfehler. Ich denke heute viel mehr über Entscheidung nach, gerade wenn es um Verpflichtungen geht. Wenn ich eine Fehler suchen müsste, wäre das wahrscheinlich beim ersten ECW-Dairy. Und zwar das ich AJ Styles relativ zügig gepusht habe. Man bedenke, das es 2001 war/ist und der junge schlichtweg noch Grün hinter den Ohren ist. Und das habe ich bei einigen nicht bedacht. Aber ich versuche daraus zu lernen.

      @pokusa: Ich habe eben die Dudley-Geschichte angesprochen: Findest du, dass ein Diary unbedingt absolut realistisch ablaufen und aktuelle Geschehnisse aus der Szenario-Zeit berücksichtigen muss?
      @RockZau: Man müsste sich entscheiden zwischen entweder oder. Ich habe absolut Nichts dagegen wenn ein Dairy unrealistisch ist. Ich würde zum Beispiel gerne mal sehen, wie jemand versucht ein Match zwischen Seth Rollins & Rick Rude zu verkaufen. Das ist natürlich nur eine spontane Idee, aber ich denke da ist sicherlich etwas Potenzial. Ich würde es definitiv lesen.

      @pokusa: Abschließend auch für dich das anerkannte und bewährte Brainstorm-Halbsatz-und-Schlagwort-Ausfragespiel:
      @RockZau:

      WWE oder WCW?: WCW
      TEW oder EWR?: TEW
      Die drei besten PPVs: King of the Ring 1998, ECW One Night Stand, WWF Invasion (Nostalgiefaktor)
      Die drei besten Wrestler: unmachbar:D .. aber: Bryan Danielson, Kurt Angle, Chris Benoit
      Das Match muss man gesehen haben: Viele, aber irgendwie kommt mir spontan folgendes in den Sinn: Chris Benoit vs. William Regal (Velocity)
      Der größte Fehler, den ein Diary-Schreiber machen kann: Sich von zu harter Kritik die Lust nehmen zu lassen.

      Vielen Dank an @RockZau für das interessante Gespräch! Wie hat euch die fünfte Ausgabe des Writer's Pit gefallen?

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    • RE: EWB.de Writer's Pit (Ausgabe #05 mit RockZau online!)

      Mal wieder eine schöne Ausgabe. Ich erinnere mich an Benoit vs. Regal an Velocity, dass Match ging um die Welt und das aus einer C-Show. Doch damals hatten Heat und Velocity ein Standing, was die heutigen C-Shows nicht mehr erreichen können. Immer wieder die selben Matches und Rückblicke. Man kann eine 30min Show auch liebevoller gestalten, ging doch damals auch. Klar legt man den Fokus mehr auf NXT, doch warum dann Zeit noch für Superstars etc. verschwenden? WWE hat manchmal komische Eigenschaften, aber hat wohl jede Firma. 

      Und in Kanada wohnen? Wäre für mich episch, zumindest wenn man auf dem Land ist.